Am Rand. Zusammen leben in der Untergass'

Begleitend zur Ausstellung gibt ein Fotoband weitere Einblicke in die damaligen und heutigen Lebenswelten der Hohenemser Untergass‘.
Begleitend zur Ausstellung gibt ein Fotoband weitere Einblicke in die damaligen und heutigen Lebenswelten der Hohenemser Untergass‘. ©Stadt Hohenems
Am Sonntag, dem 17. Oktober 2021, eröffnete Direktor Hanno Loewy die Ausstellung im Salomon Sulzer Saal.

Bürgermeister Dieter Egger und Landtagspräsident Harald Sonderegger begrüßte die Gäste mit Worten zur Ausstellung von Kuratorin Anika Reichwald und Worten zum Thema von den Vertreter der Kooperationspartner Verena Konrad (Vorarlberger Architektur Institut) und Christian Lampert (Visionscafé Hohenems).

Die vom Zentrum nach Norden führende Ausfallstraße, die Hohenemser Untergasse, wie die Straße vor ihrer Umbenennung in Radetzkystraße hieß, fristete immer ein Dasein am Rande und macht heute vor allem mit hohem Verkehrsaufkommen und -lärm auf sich aufmerksam. Neben dem Jüdischen Viertel ließen sich im 19. Jahrhundert aber auch hier zahlreiche jüdische Familien nieder, nachdem die Gesetzgebung Juden ebenfalls den Erwerb von Grund und Hausbesitz außerhalb der Judengasse gestattete. Damals lebten in der Untergass‘ zumeist jüdische Familien am Rande des sozialen Spektrums der Judengemeinde, Hausierer und einfache Handelsleute, Branntweinhersteller und Handwerker. Dabei wurden viele der Häuser in der Untergass‘ von jüdischen und christlichen Familien abwechselnd oder gemeinsam bewohnt – auch wenn die jüdische Minderheit lange noch nicht rechtlich gleichgestellt war.

Dieses Viertel, das unmittelbar an das Hohenemser Zentrum anschließt, wird in den nächsten Jahren drastischen Änderungen unterworfen sein. Ein neues Rathaus ist geplant, eine neue Wohnbebauung und Geschäftshäuser werden das Gebiet verdichten. Das Zentrum wird sich nach Norden ausdehnen, die alte „Untergass‘“ am Rande der Stadt wird neue Aufmerksamkeit erfahren und sich sozial neu durchmischen. Eine fortschreitende Gentrifizierung zeichnet sich ab.

Sowohl die geplanten baulichen Veränderungen, als auch der Blick auf das „andere jüdische Viertel“ nahm das Jüdische Museum Hohenems zum Anlass, in der Ausstellung die (jüdische) Vergangenheit sowie die Gegenwart und Zukunft der Hohenemser Untergass‘ zum Thema zu machen. Während mit Illustrationen ergänzte Geschichten das ehemalige jüdische Leben in der Untergass‘ nachzeichnen, wird durch großformatige Hausporträts und einmalige Momentaufnahmen der Straße, die vom Hohenemser Fotograf Dietmar Walser fotografisch eingefangen wurden, angereichert durch Anekdoten und den Stimmen der heutigen Bewohner aus Interviews mit Johannes Inama, der Lebensalltag in der Untergass‘ greifbar gemacht. Dabei bleibt auch Raum für die Hoffnungen, Ängste und Wünsche der Bewohner im Hinblick auf die Zukunft ihres Wohnviertels – zwischen Hausabbrüchen und Neubauten.

Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Hohenems (17. Oktober 2021 bis 18. April 2022).

 

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