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Am 13. November wird seliggesprochen

Dornbirn St. Martin und der 13. November 2011 sind als Ort und Zeit der Seligsprechung Provikar Carl Lamperts bestätigt worden.

Dornbirn. Nachdem die Selig- und Heiligsprechungskongregation ihre Empfehlung bereits im Juli an Papst Benedikt XVI. weitergeleitet hatte und dieser das Martyrium des gebürtigen Göfners Carl Lampert bestätigte, sind nun auch Ort und Zeit der Seligsprechung fixiert worden.

Die Nachricht aus Rom, die nun in Feldkirch eingelangt ist, sieht Dornbirn St. Martin als Ort und den 13. November 2011 als Zeitpunkt vor. Der Präfekt der Selig- und Heiligsprechungskongregation, Kardinal Angelo Amato, wird am 13. November in Vertretung Papst Benedikts XVI. den Feierlichkeiten in Dornbirn beiwohnen.

Menschenwürde in lebensgefährlichen Zeiten
“Dr. Carl Lampert ist der ranghöchste Priester Österreichs, der in der Zeit des Nationalsozialistischen Regimes um des Glaubens willen hingerichtet wurde. Sein gewaltsamer Tod gehört zu den unzähligen Tragödien dieser Zeit, in der Menschenwürde mit Füßen getreten, Gerechtigkeit ein bloßes Wort, Glaube an Gott verpönt und Standfestigkeit lebensgefährlich waren. Durch sein Tun und seine Haltungen wurde Carl Lampert zum Zeuge für jenes Heil, das Gott der Welt schenken will”, betonte Diözesanbischof Dr. Elmar Fischer heute vor Journalisten.

Vor 13 Jahren wurde das Seligsprechungsverfahren um Provikar Carl Lampert eingeleitet. Monsignore Dr. Walter Juen begleitete den Prozess von Anfang an – von den vorbereitenden Maßnahmen bis zum Warten auf die Nachricht aus Rom.
Wollte man die Beweisaufnahme zum Seligsprechungsverfahren mit dem Maßband messen, dann füllt sie heute rund fünf Meter an Büroraum. In Zahlen sind das 34 Ordner, fünf Fotoordner, unzählige Video- und Tonbandaufnahmen, Zeitungsartikel, Fernsehbeiträge und und und.

Dreizehn Jahre bis zur Seligsprechung
Pater Gaudentius und Dr. Richard Gohm, betont Juen, waren stets der Motor hinter dem Verfahren. “1998, als ich mit der Betreuung des Seligsprechungsverfahrens beauftragt wurde, merkte ich, wie sich bei mir wiederholte, wovon Pater Gaudentius berichtete. Je mehr man sich mit der Person Carl Lampert auseinandersetzt, umso faszinierender wird er”, erinnert sich Dr. Juen. Faszinierend in dem Sinn, als dass man es hier mit einem Menschen zu tun bekommt, der sich der Wahrheit verpflichtet sah, der für seinen Glauben eintrat und davon auch nicht einen Millimeter abrückte, weil es ihm sein Gewissen einfach nicht erlaubte. Damit wird Carl Lampert zu einem sehr heutigen Vorbild. Mut, Überzeugung, Gewissen, Menschlichkeit sind Signalwörter, die uns die Vergangenheit hier mit auf den Weg in die Zukunft gibt und die im Leitmotiv der Seligsprechung – “Dass Menschen wieder Menschen werden” – gefasst sind.

Ein sperriger Mensch, der “im Weg steht”
“Provikar Carl Lampert war zu seinen Lebzeiten eine sperrige Gestalt. Er ist es bis heute geblieben. Er hat sich gegenüber den Nationalsozialisten für die Rechte der Kirche in Vorarlberg und Tirol eingesetzt. Diese Sperrigkeit Lamperts, der den Mächtigen seiner Zeit im Weg gestanden ist und gegen den Zeitgeist auf Recht und Gerechtigkeit gepocht hat, wollen wird rund um die Seligsprechung erfahrbar machen”, spannt Projektleiter Dr. Hans Rapp den Bogen zu Bildungs-, Erinnerungs- und Kulturveranstaltungen, die im Umfeld der Seligsprechungsfeierlichkeiten stattfinden werden.
Den Auftakt dazu bildet eine Präsentation der Seligsprechungsthematik auf der Dornbirner Herbstmesse. Und auch dort wird es sperrig. Rapp: “Auch ein Baucontainer ist ein sperriges Ding. Es passt zu Lampert und soll bis zur Seligsprechung an unterschiedlichen Orten in Vorarlberg ,im Weg stehen’. Menschen, die der Kirche nahe oder fern stehen, haben die Gelegenheit, mit dem Menschen Carl Lampert in Berührung zu kommen. Sie werden auch mit der Tatsache konfrontiert werden, dass es viele Menschen gab, die Widerstand geleistet und ihr Leben dafür riskiert haben. In der Seligsprechung möchten wir auch die Erinnerung daran wach halten.”

Programmausblick
Die Seligsprechung am 13. November selbst ist eingebettet in ein breites Angebot. Im ganzen Land, vom Walsertal über das Rheintal bis in den Bregenzer Wald wird es auf die Seligsprechung hin Gottesdienste zum Gedenken an Lampert und die Menschen geben, die Widerstand geleistet haben. In den Gemeinden wird eine Vielzahl von Bildungsveranstaltungen organisiert. Beispiele für weitere Aktivitäten sind u. a. eine Ausstellung im Landhaus (2. bis 26. November), Exkursionen nach Dachau und an die Orte der NS-Vergangenheit in Vorarlberg und ein gesellschaftspolitischer Stammtisch zur Frage des Umgangs mit der NS-Geschichte im Land. Ein Höhepunkt wird der Kosmos-Diskurs sein, zu dem Menschen eingeladen sind, die heute verkörpern, was Carl Lampert in seiner Zeit war. Eingeladen sind am 27. Oktober unter dem Titel “Vom Altar auf die Straße. Ein Gespräch mit drei ‚Seligen unserer Zeit’” Bischof Erwin Kräutler, der Leipziger Pfarrer Christian Führer und die Friedensaktivistin Hildegard Goss-Mayr.

Die Seligsprechungsfeierlichkeiten werden weit über die Landesgrenzen Vorarlbergs ausstrahlen. Veranstaltungen in Innsbruck, Halle an der Saale, Brixen und Stettin und an den Wirkungsorten Carl Lamperts sind u. a. geplant.

Weiterführende Informationen

Besuch der Seligsprechung: Die Seligsprechungsfeierlichkeiten können nur nach Anmeldung besucht werden. Anmeldung und Reservierungen von Platzkarten ab jetzt unter: seligsprechung@kath-kirche-vorarlberg.at

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