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Alte Menschen nicht im Stich lassen!

Es gibt ein Netz an Unterstützung im Bereich Pflege und Betreuung alter Menschen, allerdings ist es notwendig, statt Arbeit auf Abruf reguläre Arbeitsverhältnisse zu schaffen.

Pflegebedürftige Menschen:
400.000 Personen sind pflegebedürftig, ca. 60.000 davon in Heimen und Spitälern, Es gibt rd. 310.000 PflegegeldbezieherInnen, 1.477 Menschen in Vorarlberg erhalten Landespflegegeld, 8.093 Menschen in Vorarlberg erhalten Bundespflegegeld, 2005 wurden rd. 92.000 Menschen ambulant, teilstationär und stationär versorgt.

Pflegende Angehörige:
426.000 Angehörige pflegen in Österreich derzeit rd. 465.000 Betreuungs- und Pflegebedürftige, 80% der pflegenden Angehörigen sind Frauen, ihr Durchschnittsalter beträgt 58 Jahre, von voller Erwerbstätigkeit bis zu nicht erwerbstätig, besondere Probleme: Mehrfachbelastung: Familie, Pflege, Beruf, körperliche und psychische Belastung, wo findet man Hilfe und Unterstützung.

Im Pflegebereich Beschäftigte:
tschechische DKGS verdient ca. 420.- € netto, (Slowakei: ca. 280.- € netto) im Gegenastz zu früher gibt es inzwischen auch in Tschechein und der Slowakei Mangel an ausgebildetem Pflegepersonal, man versucht jeweils Kräfte aus Ländern zu engagieren, die ein noch niedrigeres Lohnniveau haben.(Gesandter Viktor Schneider, Österr. Botschaft Prag, Fachtagung “Grenzenlose Pflege?”, Dez. 2004)

Die Betreuung, Unterstützung und Pflege alter Menschen muss ein ganzes Netz an Angeboten umfassen: von stundenweiser ambulanter Betreuung, über die Betreuung in Tageszentren, bis zur rund um die Uhr Pflege im Heim oder zu Hause. Um die beste Form der Unterstützung zu finden ist eine gute Beratung notwendig. Neben dem Ausbau an entsprechenden Angeboten, der Ausbildung der benötigten Pflegekräfte ist die Frage der künftigen Finanzierung die zenrale Herausforderung.

Für uns Grüne ist selbnstverständlich, dass auch jene, die nur eine kleine Pension und kein Vermögen haben das Recht auf gute Pflege und Unterstützung haben.

Aussetzung aller Strafen für Betreuungs- und Pflegeleistungen, keine Einleitung neuer Strafverfahren – wir unterstützen in diesem Punkte die grundsätzliche Haltung von LH Sausgruber, wünschen uns aber einen generellen Diensterlass statt einer Entscheidung von Fall zu Fall. Legalisierung des Aufenthalts und der Tätigkeit von Betreuungs- und Pflegepersonen damit kein Pflegenotstand entsteht. Für die Zukunft brauchen wir rechtliche Regelungen für die Rund um die Uhr Pflege zu Hause: Arbeitszeit muss geregelt werden, Anmeldung und Sozialversicherung, Mindestentlohnung und Qualitätssicherung sind auch im Interesse der Pflegenden und der Betreuten.

Anhebung des Pflegegeldes:

das Pflegegeld wurde einmal am 1.1.2005 nach acht Jahren um 2%(!) angehoben – die Regierung traut sich noch, diese Anhebung als ihren Verdienst um die pflegebedürftigen Menschen hinzustellen! – das Pflegeld muss also dringend valorisiert werden. eine Anhebung ist dringend notwendig. Das Pflegegeld deckt nur einen Bruchteil der tatsächlichen Kosten ab. Pflegestufe 1: für 50-75 Std. Unterstützung/Pflege:148€, Stufe 3: für 120-160 Std.: 422€, das bedeutet, dass 2 bis nicht einmal 4 € pro Stunde zugeschossen werden. Das Pflegegeld wird nur bei langfristigem Betreuungsbedarf von mindestens 6 Monaten ausbezahlt. Nach Unfällen oder bei kürzer andauerndem Bedarf muss die Betreuung/ Unterstützung selbst bezahlt werden.

Die Einstufung des Pflegegelds wird von ÄrztInnen vorgenommen, die die zu Pflegenden und deren tatsächlichen Betreuungsbedarf nicht kennen.

Österreichweite Standards und Koordination

Auch wenn die Landeshauptleute sich dagegen wehren: österreichweite Standards für Ausbildung, Betreuungsschlüssel und Qualitätssicherung müssen geschaffen werden. Es darf keine Regressansprüche an Kinder geben.

Finanzierung für adäquate, individuelle Pflege muss gewährleistet werden. Von der Caritas wurde vorgeschlagen, einen Pflege-Fonds ähnlich dem FLAF für Kinder-Leistungen zu schaffen – wir unterstützen diesen Vorschlag. Gleich wie die Finanzierung im Detail ausschauen wird, dazu braucht es den Konsens mit den Ländern, weil auch Sozialhilfegelder einfließen müssen.

Die Kosten für rund um die Uhr Betreuung werden teurer werden, wenn die Beschäftigungsverhältnisse legalisiert sind und sich die Einkommen innerhalb der EU angleichen, dh wir können nicht damit rechnen, dass PflegerInnen und BetreuerInnen zu Dumpingpreisen immer zur Verfügung stehen werden.

Fazit: Es gibt ein Netz an Unterstützung im Bereich Pflege udn betreuung alter Menschen, allerdings ist es notwendig, statt Arbeit auf Abruf reguläre Arbeitsverhältnisse zu schaffen.

Der Themenbereich der rund um die Uhr Pflege zu Hause wurde jahrelang nicht beachtet, weil die Kosten dafür beim Einsatz österreichischer Pflegekräfte nicht finanzierbar war (3 Vollzeitkräfte für die Betreuung einer Person notqwendig). Die Realität zeigt, dass großer Bedarf besteht.

Politischer Handlungsbedarf ist auf mehreren Ebenen gegeben. In der 24-Stunden-Betreuung geht es um eine Legalisierung der jetzigen Situation. Das Pflegegeld muss valorisiert und angehoben werden. In Vorarlberg kommt den ambulanten Diensten und dem teilstationären Bereich eine Schlüsselrolle zu. Diese Bereiche müssen finanziell so ausgestattet werden, dass sie sich wirklich entwickeln können. Es braucht mehr Beschäftigungsprojekte, weil der Pflegebereich ein großes Arbeitsmarktpotential darstellt.

Die Situation und Prognosen in Vorarlberg:

Zum 31.12.2003 bezogen 10.829 Menschen in Vorarlberg Bundes- oder Landespflegegeld. Davon waren 8.407 Personen 60 Jahre und älter. Wie diverse Studien zeigen, ist die Zahl der pflegebedürftigen Menschen jedoch etwas größer als die Zahl der PflegegeldbezieherInnen. So ermittelten Geser-Engleitner/Hackl in ihrer im Jahr 1998 publizierten repräsentativen Untersuchung der Hauskrankenpflege, dass 12,5% der PatientInnen der Hauskrankenpflege kein Pflegegeld erhalten (nicht gestellte Anträge oder laufende, noch nicht entschiedene Behördenverfahren).

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen kann daher derzeit mit 11.823 Personen angenommen werden. Davon sind 9.341 Personen 60 Jahre und älter (Geser-Engleitner/Jochum Nov. 2004).

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