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Alte Lawinensuchgeräte austauschen

Lawinenverschüttetensuchgeräte, welche auf der Frequenz von 2.275kHz arbeiten, sollten aus Interesse der eigenen Sicherheit nicht mehr verwendet werden. Sie entsprichen nicht mehr den heutigen Anforderungen.

Die Zeit schläft auch bei den Rettungsgeräten nicht. “Immer leichter, immer sicherer heißt die Devise” so Bartle Meusburger, Ausbildungsleiter der Vorarlberger Bergrettung. Das bedeutet aber Gefahren. Aus Technischen- und Sicherheitsgründen wird nämlich nur noch die Europafrequenz 457 kHz bei LVS-Geräten (Lawinen-Verschütteten-Such-Geräten) verwendet.

“Es ist kein plötzlicher Wechsel” erklärt Bartle Meusburger, “seit einigen Jahren werden nur noch Geräte mit der neuen Frequenz gebaut und verkauft. Die alte Generation der LVS-geräte entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Als Träger eines solchen Gerätes riskiert man unter Umständen nur mit großer Zeitverzögerung von ihren Kameraden oder der Bergrettung aufgefunden zu werden. Im Falle einer Lawinenverschüttung kann diese Zeitverzögerung ernsthafte gesundheitliche Folgen oder Tod zur Konsequenz haben. Ferner wird riskiert, dass sie Ihre Kameraden mit Ihrem Gerät nicht auffinden können”.

Die mediane Verschüttungsdauer der LVS-Träger konnte im Vergleich zu den von Hermann Brugger 1997 publizierten 35 Minuten in der Zwischenzeit auf 20 Minuten reduziert werden. Für diese Verbesserung der Bergezeiten werden technologische Fortschritte im Bereich der LVS-Geräte, wie digitale Arbeitsweise mit optischen Richtungs- und Entfernungsanzeigen, verantwortlich gemacht. Da aber höchstwahrscheinlich noch viele Tourengeher und Variantenfahrer mit Geräten älterer Generationen unterwegs sind, mag es noch zu früh sein, um den Fortschritt in Technik in der Sterblichkeit vollständig sehen zu können. Neben den technischen Verbesserungen tragen neue Suchstrategien, sowie bessere Ausbildung und Training zu einer Verkürzung der Suchzeiten bei. Dies ist aller Wahrscheinlichkeit nach mindestens genauso wichtig. Immerhin waren professionelle Anwender im Vergleich zu Amateuren in einer Untersuchung mit der LVS-Suche um 77 % schneller und fanden signifikant häufiger lebende Opfer (Atkins, 1998).

Das LVS sucht nicht allein. Die LVS-Träger wurden in 77,6 % der Fälle tatsächlich von ihren Kameraden lokalisiert und geborgen. Die Sterblichkeit unter diesen ist mit 44,6 % vergleichsweise günstig. Die restlichen 22,4 % konnten erst vom organisierten Rettungsdienst gefunden werden – mit einer viel höheren Sterblichkeit (85,7 %). Als Gründe für die missglückte Lokalisation und Bergung sind mangelnde Ausbildung und Training im Umgang mit der Ausnahmesituation Lawinenabgang einerseits, sowie mit dem LVS andererseits genannt worden. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass jeder dritte entweder alleine unterwegs war oder gemeinsam mit den Kameraden unter der Lawine lag. Dies belegt, dass der sichere Einsatz des LVS zwar Voraussetzung für eine erfolgreiche Kameradenrettung ist, die Missachtung allgemeiner Grundsätze wie “Nicht allein auf Tour” oder “Kritische Hänge einzeln befahren” aber trotz LVS tödlich sein können.

Sämtliche Organisationen (Sichere Gemeinden, Bergrettung, Sportfachhandel) haben dieses Defizit erkannt und bieten Trainingsmöglichkeiten an. Weitere Infos unter www.bergrettung-vorarlberg.at oder www.sicheregemeinden.at .

Quelle: Österreichischer Bergrettungsdienst, Land Vorarlberg

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