Altachs Oberhaus-Comeback: Canadi will Erfolgsweg fortsetzen

Nach 15 Jahren im Trainergeschäft darf sich Damir Canadi auf höchster nationaler Ebene beweisen. Mit dem SCR Altach schaffte der Wiener dank offensiver Spielweise in der vergangenen Saison souverän den Sprung in die Fußball-Bundesliga. Dort wollen die Vorarlberger bei ihrem Comeback für ähnliche Furore sorgen, wie dies in den letzten drei Jahren dem SV Grödig, dem WAC und der Admira gelang.

Canadi hört diesbezügliche Vergleiche nicht gern. “Ich kann nur betonen, dass wir uns nicht orientieren, was andere Aufsteiger gemacht haben. Für uns geht es darum, uns in der Liga zu etablieren”, betonte der Wiener. Seit Jänner 2013 ist der 44-Jährige in Altach am Werk, nachdem er zuvor beim FC Lustenau bereits im “Ländle” tätig war. Dort zog Canadi das Interesse des Nachbarn auf sich. Der fast zeitgleich verpflichtete Sportdirektor Georg Zellhofer holte ihn ins Rheintal.

Startete 2001 seine Betreuertätigkeit

Mit dem Aufstieg gelang dem ehemaligen Mittelfeldakteur, der in der Bundesliga 1994/95 für den VfB Mödling spielte, der Sprung ins Rampenlicht. Als Spieler-Trainer beim SC Leopoldsdorf in der 2. NÖ-Landesliga hatte Canadi 2001 seine Betreuertätigkeit begonnen. Die Wiener Vereine Fortuna 05 und SV Donau führte er 2003 und 2004 in die Regionalliga Ost. Nach drei Jahren beim PSV/FAC Team für Wien folgte 2008 ein entscheidender Karriereschritt.

Mit Millionären in Russland

Als Individualtrainer arbeitete Canadi ein Jahr unter Raschid Rachimow beim russischen Erstligisten Lok Moskau. Eine “tolle Erfahrung”, wie der Wiener heute meint. “Für mich war das extrem wichtig. Mit Millionären zu arbeiten war sehr interessant, eine große Herausforderung. Man merkt, dass die auch mit denselben Kommandos umgehen müssen wie in der Wiener Liga. Da habe ich gemerkt, dass ich bereit bin für Höheres”, meinte Canadi rückblickend.

Vom Osten in den Westen

2010 ging es vorerst wieder in die Stadtliga zum Simmeringer SC. Nachdem Canadi auch dort den Aufstieg schaffte, wurde Lustenau auf ihn aufmerksam. Vom Osten ging es in den Westen – und schließlich in die Bundesliga. “Ich glaube, es ist mir nichts geschenkt worden. Nach so vielen Jahren freut es mich, dass ich so ausdauernd war. Es war nicht immer leicht, auch für meine Familie nicht”, sagte Canadi nun.

Nach fünf Jahren wieder Bundesliga

Bis Sommer 2015 läuft der Vertrag mit Altach vorerst. Dabei war zunächst unklar, ob Canadi mit dem nach fünf Jahren Pause ins Oberhaus zurückgekehrten SCR in die neue Saison geht. Die Austria wurde als Interessent genannt, ehe die Wiener Gerald Baumgartner verpflichteten. Canadi bereute dies nicht. Er wolle ohnedies die Arbeit bei Altach zu Ende bringen, verlautbarte er. Die neue Herausforderung heißt Klassenerhalt und Weiterentwicklung der Mannschaft.

Es gilt Nachhaltiges zu schaffen

“Es war sehr viel Arbeit für den Verein in den letzten Jahren, den Aufstieg zu schaffen. Die Vorfreude ist groß, bei den Fans und den Spielern”, meinte Canadi. Für ihn gelte es auch, Nachhaltiges für die Zeit nach ihm zu schaffen. “Wir denken mittelfristig, der Verein soll sich etablieren und dafür müssen wir noch wachsen.”

Sieben neue Profis für Altach

Um eine Klasse höher zu bestehen, verstärkte sich Altach im Sommer mit sieben Profis. Für die Abwehr wurden Außenverteidiger Ronald Gercaliu sowie die Innenverteidiger Cesar Ortiz (ESP) und Jan Zwischenbrugger geholt. Im Mittelfeld ist Patrick Salomon neu, im Angriff soll Ivan Kovacec (CRO) die Rückkehr von Martin Harrer zur Austria kompensieren. “Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben wir alles getan”, meinte Canadi.

Résumé nach erstem Saisonviertel

Nun gilt es, die Neuen zu integrieren. An der Spielanlage, einem 4-3-3 mit Torjäger Hannes Aigner an vorderster Front, soll sich nichts ändern. “Unser Ziel bleibt, dass man in jedem Spiel sieht, dass wir gewinnen wollen”, meinte Altachs Coach. Wo die Vorarlberger wirklich stehen, werde man nach dem ersten Saisonviertel merken: “Wir werden nach den ersten neun Runden sehen, wie stark wir wirklich sind. Dann können wir uns orientieren, wo es hingeht.”

(APA)

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