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Als Millionenbetrüger angeklagter Vorarlberger in Nizza verhaftet

Schwarzach - Ein als Millionenbetrüger angeklagte 53-jähriger Vorarlberger konnte am Donnerstag in Nizza verhaftet werden. Der Mann aus Feldkirch soll bei Wertpapiergeschäften zwölf Anleger aus Europa und den USA um insgesamt fünf Mio. Euro geprellt haben.

Vor seinem Prozess im Juni 2008 am Landesgericht Feldkirch hatte sich Verdächtige nach London abgesetzt. Dort wurde er zwar im August 2008 verhaftet, im Dezember aber gegen eine Kaution von 8.500 Euro auf freien Fuß gesetzt. Eine Mitte März in London angesetzte Verhandlung ließ er abermals platzen und ergriff erneut die Flucht, teilte die Vorarlberger Sicherheitsdirektion mit.

Der 53-Jährige soll den Geschädigten lukrative Wertpapiergeschäfte vorgegaukelt haben, sie vertrauten ihm teils hohe Geldbeträge an. Das eingesetzte Geld hätten die Anleger aus Deutschland, der Schweiz, der Türkei und den USA dann aber nicht wiedergesehen, lautet der Vorwurf. Angeklagt ist der Feldkircher wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs.

Zum Termin mit dem Untersuchungsrichter war der damals in der Schweiz lebende Mann im Frühling 2008 noch in Feldkirch erschienen. Dabei wirkte er offenbar so kooperationsbereit, dass der Richter trotz der angeblichen hohen Schadenssumme von der Verhängung der U-Haft absah. Der Prozess am Landesgericht Feldkirch war für sechs Tage anberaumt, einer der umfangreichsten Betrugsprozesse der vergangenen Jahre. Da der Mann nicht zum Prozess erschien, wurde ein internationaler Haftbefehl ausgeschrieben.

In akribischer Kleinarbeit verfolgten Fahnder des Vorarlberger Landeskriminalamts nach der Ausstellung des Haftbefehls die Spur des 53-Jährigen. Zunächst wurde der Gesuchte in der Schweiz, dann in Mallorca vermutet. Hinweisen folgend spürten Ermittler einer Zürcher Wirtschaftsdetektei den Mann in London auf, die britischen Behörden nahmen den mutmaßlichen Millionenbetrüger dort am 11. August 2008 fest. Im Dezember aber wurde er gegen eine Kaution von 8.500 Euro wieder auf freien Fuß gesetzt, am Landesgericht Feldkirch wartete man seither auf die Bewilligung des Auslieferungsverfahrens.

Nachdem die Auslieferung nach Österreich offenbar kurz bevor stand, machte sich der Feldkircher Mitte März dieses Jahres erneut aus dem Staub, ehe seine Flucht in Nizza zu Ende ging. Im Falle eines Schuldspruchs drohen dem 53-Jährigen bis zu zehn Jahren Haft.

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