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Als Kind die Hölle überlebt

Schwarzach - So ein lieber, älterer Herr. Doch wenn Naftali Fürst erzählt, hält alles den Atem an. So einen Mann wie Naftali Fürst fragte man nach dem Weg in einer fremden Stadt.   | Homepage der Familie Fürst | www.erinnern.at | KZ Buchenwald

Oder nach einem guten Wirtshaus. Höflich würde er dann antworten. Er schaut aus gütigen Augen.

Naftali lacht. Es sieht so aus, als lachte er gerne. Er lacht auch jetzt, als ihm die Tränen über die zerfurchten Wangen rinnen. Er kann nichts tun dagegen. Immer wieder weint er, wenn er von seiner Familie spricht. Da steht ihm auch sein schwarzer Humor nicht bei. Er erzählt, und die Tränen laufen dazu wie Begleitmusik.

Alle sind sie heute tot. Er ist der Letzte. Der Letzte, der noch erzählen kann, „was damals passiert ist“.

Damals, vor beinah 70 Jahren, endete seine Kindheit abrupt. Es existiert noch ein Foto von Naftalis Elternhaus nahe Bratislava. 1938 hat die Familie es verlassen müssen. Der Vater nahm zuvor eine Axt und zerschlug das Inventar.

Er verlor dann seine Firma. Die Familie ging ins Lager. Man kann so eine Geschichte auch in kurzen Sätzen erzählen. Weil sich die Ereignisse ohnedies jeder Beschreibung entziehen.

Naftali Fürst wächst in Konzentrationslagern auf. In Sered in der Südslowakei, in Buchenwald, Budy und Birkenau. Er überlebt. Am Tag der Befreiung ist er zwölf Jahre alt. In der Slowakei trifft er Wochen später sei wieder und auch de Shmuel. Alle komm verschiedenen Lag sind sie am Leben. Wunder. 1949 wande milie nach Israel au

So lange kein Wo

60 Jahre lang h Fürst geschwiegen. bot ihm zu Anfang „Keiner hat uns ge geschehen ist.“ KZ, Daran rührte erst Und er selber hätte s dig gefühlt beim „so, als versündigte gegen alle, die auch waren“.

Naftali Fürst ha kammern gesehen. branntes Fleisch Tag für Tag neue erdacht, um der zu entgehen. Mit ze Kinder zur Schule. hat er gehungert, ren, Prügel und ha beit überstanden. E Viehwaggons gepf worden und über L chen gestiegen. Er hat gelebt in einem Alltag aus unglaublichem Gestank und dem Gebrüll halbtot Geprügelter.

Existiert Gott?

„Einmal in Auschwitz-Birkenau ging ich zur Latrine. Da verfluchte ich Gott. Ich dachte mir: Wenn es ihn gibt, wird er Schulbuch, dann hat das viele Gründe: „Weil es Neonazis gibt“ und noch immer Genozide, „während die Welt schweigt dazu“. Und weil Naftali Fürst heute „die Pflicht“ verspürt, zu erzählen, „die Pflicht und das Recht“.

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