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"Alles Fleisch ist Gras"

Der neue Roman von Christian Mähr ist eine Satire in Form eines Thrillers.
Der neue Roman von Christian Mähr ist eine Satire in Form eines Thrillers. ©ARA Dornbirn/Harald Dünser
Interview Christian Mähr

Der in Dornbirn lebende Schriftsteller Christian Mähr spricht über seinen neuen Roman.

“Alles Fleisch ist Gras” ist ein bitterböser Krimi in dem Christian Mähr von der Umwandlung des Bösen in Gartenerde – und von Moral und Mordlust in der Kleinstadt erzählt. Es gilt, Schädlinge der Gesellschaft auszurotten und sie über die Abwasserreinigungsanlage verschwinden zu lassen.

Wie ist die Idee zu diesem neuen Roman entstanden?
Mähr: Bei Spaziergängen an der Dornbirner Ach bin ich immer an der ARA (Abwasser-Reinigungs-Anlage) vorbeikommen. Als Umweltjournalist hat mich interessiert wie sie funktioniert und ich habe Kontakt mit dem Leiter der ARA Harald Dünser aufgenommen. Mit ihm habe ich auch die Möglichkeit der Beseitigung von Leichen in der ARA besprochen. An der Idee selber als Grundstruktur für einen Krimi habe ich jahrelang gewälzt. Die Beseitigung der Bösewichte ist ja in diesem Fall nicht nur Accessoire, sondern zentraler Punkt der Geschichte.

Woher kommt der Titel “Alles Fleisch ist Gras”?
Mähr: “Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde” heißt es in der Lutherbibel. Dieser biblische Spruch, der mit der Vergänglichkeit des Menschen zu tun hat trifft auf die Figur Galba zu. Für ihn ist alles gleich, alles kommt in die Ara. Es ist eine ironische Brechung, alles wird zu Methan und Dünger umgearbeitet.

Wie bei ihrem Roman “Semmlers Deal” spielt die Geschichte in Dornbirn. Wie authentisch wird Dornbirn dargestellt?
Mähr: In Vorarlberg ist kein Platz für eine fiktive Stadt. Ich lasse die Geschichte in Dornbirn spielen, weil ich hier lebe, mich gut auskenne und gründlich vor Ort recherchieren kann. Dazu kommt, dass ein Krimi umso authentischer wirkt, je mehr er in der Provinz spielt. Die Personen sind jedoch alle frei erfunden, es gibt auch keinerlei Parallelen zu realen DornbirnerInnen.

Bis jetzt bekommt ihr Roman sehr positive Rezensionen, der Verkauf läuft viel versprechend. Wird dies ihr bisher erfolgreichstes Buch?
Mähr: Momentan sitze ich wie auf Kohlen und warte auf die Zahlen. Mein Buch ist in diesem Frühjahr Spitzentitel beim Deuticke Verlag das heißt, dass es auch in großem Stil beworben und mit einer Startauflage von 30000 Exemplaren gedruckt wurde. Ich hoffe sehr, dass es sich durchsetzt – bis jetzt schaut es gut aus. Weiterhin erfolgreich ist auch “Semmlers Deal” das kürzlich als Taschenbuch erschienen ist und dessen Filmrechte an eine Münchner Produktionsfirma verkauft wurden.

Neben einer begeisterten Leserschaft gibt es auch kritische Stimmen welche die Handlung als überkonstruiert und die Gedankengänge der Protagonisten als ermüdend empfinden. Wie gehen Sie damit um?
Mähr: Diese Kritik kommt vor allem von Leuten die gewohnt sind, Literatur schablonenhaft zu lesen. Dies ist ja kein “Wald- und Wiesenkrimi”. Es geht um ein phantastisches Verbrechen, es muss geklärt werden, wie die Personen dazu getrieben werden und sich allmählich in ihren wirren Gedanken verheddern. Es ist kein reiner Krimi sondern auch Gesellschaftssatire. Die Motivation der Beteiligten wird im Laufe der Handlung immer edler. Bei der “Säuberungswelle” trifft es immer mehr die Richtigen.

Was bedeutet Ihnen das Schreiben?
Mähr: Wenn man Literatur ernsthaft betreibt, ist es etwas Schicksalhaftes. Nicht ich habe das Schreiben, sondern das Schreiben hat mich gewählt. Ich würde jedoch niemandem raten mit Schreiben anzufangen. Es ist heutzutage unheimlich schwer einen Verlag zu finden und sich gegen die große Konkurrenz durchzusetzen.

Gibt es schon eine Idee für Ihr nächstes Buch?
Mähr: Die ist schon sehr konkret, die ersten 30 Seiten des Buches habe ich bereits geschrieben. Es ist wieder eine Art Krimi in dem Sinne, dass sich die Leute mit ihrem Tun nicht an die gesetzlichen Vorgaben halten. Es wird aber ganz anders als “Alles Fleisch ist Gras”. Die Handlung spielt wieder in Dornbirn, mehr sei aber noch nicht verraten.

Zur Person:
Christian Mähr
Geboren: 6. Februar 1952 in Nofels bei Feldkirch
Beruf: Autor, Doktor der Chemie, Schriftsteller und Publizist
Werke (u.a.): Magister Dorn (1987), Fatous Staub (1991), Simon fliegt (1998), Die letzte Insel (2001), Vergessene Erfindungen. Warum fährt die Natronlok nicht mehr? (2002), Semmlers Deal (2008), Alles Fleisch ist Gras (2010).
Hobbies: Imkerei und Astronomie
Lieblingsbuch: “Der Meister und Margarita” von Michail Bulgakow

 

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