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Alkoholiker bedrohte Sachwalter

Verzweifelt versuchte der 50-Jährige seinen Sachwalter "abzuschütteln". Er bedrohte Personen mit dem Umbringen, falls seinem Wunsch nicht Rechnung getragen werden sollte.

Nun soll die Androhung einer Einweisung helfen. Sachwalterschaft – ein unerträglicher Zustand für den einst selbständigen Unternehmer mit HTL-Abschluss. Doch der Frühpensionist ist nach seinem exzessiven Alkoholmissbrauch nicht mehr in der Lage, selbständig für sich zu sorgen. Er selbst sieht das allerdings ganz anders. Mit kleinen, unkoordinierten Schritten trappelt der Betroffene in den Gerichtssaal. Der Alkohol hat Spuren hinterlassen. Mit Sprüchen wie “Ich habe das Messer schon hergerichtet”, “Ich werde die Sache nun selbst in die Hand nehmen” und “Ich stech Dich ab” versuchte der Mann seinen Sachwalterwechsel am Bezirksgericht Feldkirch zu forcieren. “Der Patient ist zeitweise in höchstem Maße reizbar”, attestiert Primar Reinhard Haller eine negative Zukunftsprognose. Der Mann zeigt sich absolut uneinsichtig. “Ich bin kein Trinker. Wenn ich rauskomm, trink ich wann ich will”, kündigte der Oberländer trotz halbjährigem Aufenthalt im Landeskrankenhaus Rankweil an. Mittelweg Eine Einweisung in die streng bewachte Anstalt für abnorme Rechtsbrecher in Göllersdorf, Niederösterreich würde für den Oberländer einen tiefen Einschnitt bedeuten. Mit der sogenannten bedingten Einweisung versuchte der Schöffensenat einen Mittelweg zu finden. Der Alkoholkranke soll rundum betreut werden. Von “Essen auf Rädern” über medizinische Kontrolle bis hin zu psychischer Betreuung.

Kommt er den ausgesprochenen Weisungen nicht nach, droht die sofortige Einweisung. Die ausgesprochene Probezeit beträgt drei Jahre. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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