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Alibi Ali für Unfall mit geklautem Auto

Der Prozess wurde vertagt
Der Prozess wurde vertagt ©VOL.AT
Feldkirch - 18-Jähriger will Pkw, mit dem er einen Unfall baute, nicht gestohlen, sondern von einem Bekannten ausgeliehen haben.

“Die Geschichte ist nicht seriös”, meinte bei seiner Zeugenaussage sogar der 18-jährige Kollege des Angeklagten. Der gleichaltrige Angeklagte behauptet nämlich, nicht er habe das Auto Mitte April in Dornbirn gestohlen. Ein flüchtiger Bekannter namens Ali habe ihm den Citroen in Bregenz in einer Nebenstraße der Vorarl­berger Kraftwerke um 50 Euro für eine Spritztour geliehen.

Mit dem Firmen-Pkw eines Handwerksbetriebs verursachte der nicht angegurtete 18-jährige Lenker im Bregenzerwald einen Verkehrsunfall, bei dem er selbst verletzt wurde. Sein mitfahrender, angegurteter Bruder blieb unverletzt.

Dazu legt Staatsanwältin Karin Dragosits beim anhängigen Strafprozess am Landesgericht Feldkirch dem über keinen Führerschein verfügenden Handwerksgesellen aus dem Bregenzerwald das Vergehen der Gefährdung der körperlichen Sicherheit zur Last. Weil er in der Nacht zu schnell gefahren sei und mit dem Unfall seinen Bruder gefährdet habe.

Außerdem wird dem Angeklagten, der zur Tatzeit erst 17 und damit noch ein Jugendlicher war, schwerer Diebstahl vorgeworfen. Denn nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat er das unversperrt in Bahnhofsnähe geparkte Auto, in dem der Schlüssel in der Mittel­konsole lag, in Dornbirn gestohlen.

Fragen kostet

Während der Verhandlung hat Staatsanwältin Dragosits die Anklage ausgedehnt. Sie wirft dem Angeklagten nun auch noch eine versuchte Anstiftung zur falschen Zeugenaussage vor. Demnach soll der 18-Jährige seinen gleichaltrigen Kollegen vergeblich um ein falsches Alibi gebeten haben: Auch er solle vor der Polizei behaupten, der Angeklagte habe zum Zeitpunkt des Autodiebstahls bei ihm in einer anderen Gemeinde geschlafen. Das gibt der von Clemens Ach­ammer verteidigte Angeklagte zu. „Fragen kostet nichts“, sagte der Beschuldigte im Gerichtssaal. „Fragen kostet in diesem Fall schon was“, erwiderte die Staatsanwältin.

Schaden abarbeiten

Richterin Verena Marschnig vertagte die Verhandlung für die Einholung eines verkehrstechnischen Gutachtens zur Frage, ob der Unfall unter gefährlichen Verhältnissen zustandegekommen ist. Derweil arbeitet der Angeklagte den verursachten Unfallschaden von 7500 Euro am Auto im geschädigten Handwerksbetrieb ab.

Ali habe zu ihm gesagt, er arbeite in der Firma, der das Unfallauto gehört, gibt der Angeklagte an. Aber das stimme nicht. Deshalb fühle er sich „verarscht“, gab der 18-Jährige vor Gericht zu Protokoll.

(Quelle: NEUE/Seff Dünser)

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