Albert Lingg wird mit Russ-Preis gewürdigt

Seine Schallplattensammlung hütet Albert Lingg wie einen Schatz, enthält sie doch viele besondere Stücke.
Seine Schallplattensammlung hütet Albert Lingg wie einen Schatz, enthält sie doch viele besondere Stücke. ©VOL.AT/Stiplovsek
Anerkennung für beruflichen und ehrenamtlichen Einsatz im Sinne behinderter Menschen: Der langjährige Primar und Chefarzt des Landeskrankenhauses Feldkirch, Albert Lingg (66), wird mit dem Dr.-Toni-Russ-Preis und -Ring ausgezeichnet.

Damit würdigen VN-Herausgeber, VN-Redaktion und Russ-Preisträger das berufliche und vielfältige ehrenamtliche Engagement des anerkannten Psychiaters. Albert Lingg hat sich unter anderem um die Öffnung der Psychiatrie und die Integration von psychisch kranken Menschen mit Behinderung verdient gemacht. Außerdem setzte und setzt sich der bekennende Rolling-Stones-Fan mit viel Engagement für die Enttabuisierung von psychischen und demenziellen Erkrankungen ein. Die Verleihung der Auszeichnung findet am 1. September auf der Werkstattbühne im Festspielhaus statt.

Dank für treue Begleiter

Irgendwie kann es Albert Lingg noch immer nicht so recht glauben, dass ausgerechnet er der 47. Russ-Preis-Träger werden soll. Zu selbstverständlich erscheint ihm das, was er während seiner ärztlichen Tätigkeit und da­rüber hinaus leistete. Dass er den Preis nach einem kurzen Moment der Überraschung doch angenommen hat, will er auch als Dank an jene verstanden wissen, die ihn über die Jahrzehnte unterstützt und in schwierigen Zeiten, die es ebenfalls gab, zu ihm gestanden sind. „Ich war nie allein in dem, was ich tat“, berichtet Albert Lingg dankbar von familiärem Rückhalt, großartigen Ausbildnern und sehr treuen Mitarbeitern in der damaligen Valduna. Mit gerade einmal 32 Jahren übernahm er die Langzeitpsychiatrie mit 283 Plätzen. Urlaube verbrachte Albert Lingg damit, sich in ausländischen Kliniken über andere Möglichkeiten der Unterbringung von psychisch kranken Menschen mit Behinderung zu informieren. Er schmiedete Pläne und fand Partner, wie etwa die Lebenshilfe. 2014 ging er als längst dienender Chefarzt in Pension. Der Psychiatrie attestiert er große Fortschritte. „Leider fehlt es an Nachwuchs“, bedauert Lingg, der, müsste er sich heute entscheiden, die gleiche Wahl treffen würde.

Zur Person

Albert Lingg

Geboren: 1. Oktober 1949 in Au/Bregenzerwald

Wohnort: Lustenau Familie: verheiratet, 5 Kinder, 7 Enkel

Laufbahn: Medizinstudium in Innsbruck und Wien, Ausbildungen in der Schweiz und Deutschland, von 1981 bis 2014 Leiter der Psychiatrie II und langjähriger Chefarzt im LKH Rankweil; Buchautor, medizinisch-wissenschaftlicher Leiter der Psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflegeschule Rankweil, ehrenamtliche Mitarbeit in verschiedenen Organisationen, seit Sommer 2014 in Pension

Dr.-Toni-Russ-Preis

Der Dr.-Toni-Russ-Preis wird zusammen mit dem Dr.-Toni-Russ-Ring seit 1970 durch eine Jury, bestehend aus Herausgeber, Redaktion der VN und Preisträgern, an Vorarlberger Persönlichkeiten verliehen, die durch Privatinitiativen dem Land und seinen Menschen wertvolle Dienste leisten und geleistet haben. In die Reihe der Preisträger gehören u. a. der Gründer der SOS-Kinderdörfer, Hermann Gmeiner, und Bischof Erwin Kräutler. Dieser Preis wird im Gedenken an den ehemaligen Herausgeber und Chefredakteur der VN, Dr. Toni Russ, vergeben. Russ starb am 2. September 1969 im Alter von 55 Jahren.

(VN)

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