AKW-Stresstests in der Schweiz gestartet

Betreiber müssen die Berichte bis Ende Oktober einreichen. Atomgegner veröffentlichten indes ein geheimes Gutachten zum AKW Mühleberg.

In den fünf Schweizer Atomkraftwerken ist der einheitliche EU-Stresstest angelaufen. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) stellte den Betreibern die entsprechenden Verfügungen zu. Die AKW-Betreiber müssen bis Ende Oktober ihre Schlussberichte abliefern.

Der EU-Stresstest konzentriert sich auf die Schwerpunkte extreme Naturereignisse, auf die Folgen des Verlusts der Strom- und Kühlwasserversorgung sowie auf die Wirksamkeit der Notfallschutzmaßnahmen, wie es auf der Website der Aufsichtsbehörde ENSI heißt.

Für jeden dieser Schwerpunkte müssen die AKW-Betreiber die aktuelle Auslegung der Anlage darlegen. Auch müssen die Sicherheitsreserven explizit diskutiert werden, wie aus den Verfügungen des ENSI mit Datum 1. Juni hervorgeht. Das Stichdatum für die von den Betreibern selbst vorgenommenen Bewertungen ist der 30. Juni.

Unterdessen machten AKW-Gegner ein bisher geheimes Gutachten zum Kernkraftwerk Mühleberg publik, nachdem das Schweizer Bundesverwaltungsgericht diese Woche eine Strafandrohung gegen die Veröffentlichung aufgehoben hatte. Inzwischen ist das vertrauliche Dokument auf die Homepage www.muehleberg-ver-fahren.ch hochgeladen worden, wie die AKW-Gegner am Freitag mitteilten.

Bei dem Dokument handelt es sich um ein Gutachten des deutschen TÜV Nord zu den Kernmantelrissen im AKWMühleberg. In der Hauptsache kommt das Gutachten zum Schluss, dass die Stabilität der umstrittenen Zugankerkonstruktion “im Betrieb und bei Störfällen nicht uneingeschränkt vorausgesetzt werden kann”. Es sei “das Versagen eines oder mehrerer Zuganker nicht auszuschließen”. Mit den Zugankern werden Risse im Kernmantel des 1972 in Betrieb genommenen AKW gesichert.

Nach der Katastrophe im japanischen AKWFukushima hatte der Europäische Rat im März beschlossen, die Sicherheit der 143 europäischen AKW zu überprüfen. Das ENSI teilte Anfang Mai mit, es werde die Schweizer AKW-Betreiber zur Teilnahme am EU-Stresstest verpflichten.

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