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AKW Beznau soll nachgerüstet werden

Energiekonzern Axpo will 700 Millionen Franken in Beznau investieren.
Energiekonzern Axpo will 700 Millionen Franken in Beznau investieren. ©EPA
Schwarzach - Das Schweizer Atomkraftwerk Beznau wird in Vorarlberg mit Sorge beäugt. Jetzt will der Energiekonzern Axpo 583 Millionen Euro in die Sicherheit der beiden Reaktoren investieren, damit sie noch "länger als 50 Jahre" am Netz sein können.
90.000 Vorarlberger haben unterschrieben

Der Energiekonzern Axpo will bis 2014 rund 700 Millionen Franken (583 Mio. Euro) in die Sicherheit der beiden Reaktoren des Schweizer Atomkraftwerkes Beznau im Kanton Aargau investieren. Die Reaktoren sollen Dank der dauernden Nachrüstung gemäß Axpo “länger als 50 Jahre” am Netz sein. Das AKW Beznau steht auf einer künstlichen Insel im Fluss Aare. Es läuft seit September 1969. Beznau ist demnach das dienstälteste kommerzielle AKW der Welt, das in Betrieb ist. Nur wenige Wochen jüngere Atomkraftwerke stehen in den USA und Indien.

Zeitpunkt der Abschaltung ungewiss

Sicherheit stehe vor Wirtschaftlichkeit, sagte Axpo-Chef Manfred Thumann am Mittwoch. Es werde nicht passieren, dass das Kernkraftwerk aus Sicherheitsgründen nicht mehr betrieben werden könne. “Wir werden alles machen, dass die Anlagen länger als 50 Jahre laufen”, betonte Thumann. Er wollte keinen genauen Zeitpunkt nennen, wann die Reaktoren abgeschaltet werden sollen.

Dienstälteste AKW der Welt

Der Druckreaktor 1 ist seit 1969 am Netz. In Beznau steht damit das dienstälteste AKW der Welt. Der baugleiche Reaktor 2 ist seit 1972 in Betrieb. Die Leistung der beiden Reaktoren (je 365 Megawatt) sei nie erhöht worden, hielt Thumann fest.

Bis zum Jahr 2014 will der Energiekonzern Axpo rund 700 Millionen Franken in Nachrüstungsprojekte investieren. 500 Millionen Franken kostet die autarke, erdbebensichere Notstromversorgung, wie Urs Weidmann, Leiter Kernkraftwerk Beznau (KKB), ausführte.

Der Ersatz der beiden Reaktordruckdeckel bedingt Investitionen von 100 Millionen Franken. Die Deckel in Beznau seien “vollständig intakt”, hielt Weidmann fest. Grund für das Auswechseln seien die Erfahrungen in anderen Anlagen auf der Welt. Die bereits bestellten Deckel sollen 2014 ersetzt werden.

Schweißnaht in Beznau verstärkt

Bei der laufenden Revision des Reaktors 1 war eine zehn Millimeter lange “Unregelmäßigkeit” an einer Schweißnaht im Innern des Reaktordeckels entdeckt worden. Die Schweißnaht wurde verstärkt. Gemäß Axpo besteht deswegen kein Sicherheitsrisiko.

Komplett erneuert werden soll auch das rund 20 Jahre alte Anlage-Informationssystem. Die Kosten betragen 40 Millionen Franken. Hinzu kommen weitere 80 Millionen Franken für verschiedene Projekte.

Vorarlberg forderte Atomausstieg

Das AKW Beznau wird unter anderem in Vorarlberg mit Sorge beäugt. 90.252 Vorarlberger beteiligten sich 2011 an einer von den “Vorarlberger Nachrichten” und dem Land Vorarlberg initiierten Unterschriftenaktion, in der der Atomausstieg der Nachbarländer Deutschland und Schweiz gefordert wurde. Als Folge der Atomkatastrophe von Fukushima in Japan wollen mittlerweile beide Länder langfristig aus der Atomenergie aussteigen.

(APA)

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