AK: Große Zittern für Eltern

"Wird die geplante Aufweichung der Kündigungsbestimmungen für Lehrlinge umgesetzt, dann dauert das große Zittern der Eltern nicht mehr drei Monate bis zum Ende der Probezeit."

“Sondern es dauert künftig drei Jahre lang, nämlich bis zum Ende der Lehrzeit“, zeigt AK-Präsident Hubert Hämmerle eine dramatische Folge dieser Maßnahme auf. „Eine leichtere Kündigung bringt weder mehr Qualität, noch mehr Ausbildungsplätze, sie schafft nur Verunsicherung und ist weit weg von der Philosophie einer Lehrausbildung, wie sie in Vorarlberg gelebt wird“, unterstreicht der AK-Präsident, der das Positionspapier der Bundessozialpartner vehement ablehnt. Dieses ist, so Hämmerle, „einer Arbeitnehmervertretung nicht würdig“.

Für viele Eltern ist die mitunter langwierige Suche nach einem Ausbildungsplatz eine außerordentliche Belastung. Aber auch wenn der Lehrvertrag unterschrieben ist, können sich viele noch nicht entspannt zurücklehnen, denn schließlich gibt es da noch die dreimonatige Probezeit, während der ein Jugendlicher jederzeit seine Lehrstelle verlieren kann. Erst danach können sich Mütter und Väter darauf verlassen, dass die Ausbildung für die Tochter oder den Sohn sichergestellt ist, vorausgesetzt der Nachwuchs lässt sich nichts Gröberes zu Schulden kommen. Ganz anders wird es, wenn die Lockerung der Kündigungsbedingungen, wie im Positionspapier der Bundessozialpartner festgeschrieben und auch im Koalitionsvertrag von SPÖ und ÖVP vorgesehen, tatsächlich umgesetzt wird: Dann kann ein Lehrling nach Abschluss jedes Lehrjahres vor die Türe gesetzt werden. „Das große Zittern der Eltern dauert dann nicht mehr nur drei Monate, sondern drei Jahre lang“, sieht AK-Präsident Hämmerle dunkle Wolken am Lehrlingshimmel aufziehen. Wie das Ganze umgesetzt werden soll, weiß bislang noch niemand. Weder gibt es definierte Gründe für eine Kündigung, noch ein Procedere für ein geplantes Mediationsgespräch oder ein entsprechendes Auffangnetz für betroffene Jugendliche.

Abwertung der Lehre

Die Lockerung der Kündigungsbestimmungen für Lehrlinge bringt laut AK-Präsident Hubert Hämmerle weder eine Verbesserung der Ausbildungsqualität, noch mehr Lehrplätze, dafür aber eine klare Abwertung der dualen Ausbildung. Die Eltern werden es sich künftig genau überlegen, ob sie ihr Kind einer „unsicheren“ Lehrausbildung anvertrauen oder doch lieber eine schulische Ausbildung wählen. „In Anbetracht des bereits herrschenden Facharbeitermangels und der bevorstehenden demografischen Entwicklung eine absolute Katastrophe für die Betriebe in unserem Land“, befürchtet Hämmerle. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das im Sinne der Vorarlberger Wirtschaftstreibenden und schon gar nicht im Sinne der Jugendlichen und ihrer Eltern ist.“

(Quelle: AK Vorarlberg)

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