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Ak fordert ein "Konsumenten-Bankenpaket"

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Schwarzach - Diese Woche hat die Arbeiterkammer auch offiziell angeprangert, was Bankkunden zwischen Boden- und Neusiedlersee subjektiv seit Wochen ärgert: Dass nämlich, seit die EZB (Europäische Zentralbank) die Leitzinsen auf das historische Tief von nur 1 Prozent senkte, Österreichs Banken diesen Schritt zwar bei der Verzinsung von Sparbüchern radikal mitvollzogen haben, bei den Zinsen für Kredite (und Kontoüberziehungen) aber nur marginal günstiger als vor dem EZB-Paukenschlag geworden sind.

Harald Glatz, Konsumentenschutz-Chef in der Bundesarbeitskammer: „Während Konsumkredite sich von April bis August d. J. lediglich von 6,625 auf 5,25 Prozent verbilligten, hat der laut Banken relevante 6-Monats-Euribor von März 2008 bis Juli 2009 von 4,59 auf 1,21 Prozent nachgegeben, der 3-Monats-Euribor im selben Zeitraum von 4,6 auf 0,97 Prozent. Der Kapitalsparbuchzins jedoch hat sich von Oktober 2008 bis Juli 2009 von 4,93 auf 1,75 Prozent pulverisiert, täglich fälliges Geld wirft bei vielen Banken nicht einmal mehr 1 Prozent Zinsen ab.“ Der Vorarlberger AK-Direktor Rainer Keckeis kann seinem Wiener Referenten nur beipflichten: „Bei Kreditzinsen ist leider nirgends ablesbar, um wieviel leichter sich die Banken auf dem Refinanzierungsmarkt heute tun – das ist schlicht inakzeptabel.“ Keckeis hatte gestern für Ländle-Banken aber nicht nur Schelte parat: „Die bei uns eingerichtete Clearing-Stelle für Konsumenten, die vor allem nach Jobverlust konsultiert wird, also wenn’s bei Kreditratenzahlungen zu klemmen beginnt, berichtet von äußerst kulanten Lösungen, die im Einvernehmen mit den Instituten erzielt werden. Gleiches gilt für die Tilgung von Wohnbauförderdarlehen – auch dieses Entgegenkommen ist hiesige Banken-Realität.“

Dr. Johannes Ortner, Vorstand der Raiffeisen Landesbank, stellte auf unsere Anfrage in Abrede, dass Banken heute aus der Spanne zwischen kredit- und Sparzinsen mehr verdienen als vor den EZB-Signalen. „Dieses Kerngeschäft ist sogar deutlich geschrumpft.“ Auch den Vorwurf, dass ausgerechnet jene Sparer mit (Zins-)Almosen abgespeist werden, denen unsere Institute genügend Liquidität sogar am Höhepunkt der Finanzkrise zu verdanken hatten, weist Ortner zurück: „Diese Liquidität ist uns auch heute freiwillige Aufschläge auf Basiskonditionen wert, und offenbar sehen das auch unsere Kunden so, denn wir verzeichnen nach wie vor Zuflüsse bei den Spareinlagen.“

Unbeeindruckt von solchen Beteuerungen hat die Arbeiterkammer gestern ein „Bankenpaket“ für Konsumenten gefordert, da diese im Moment nämlich doppelt zum Handkuss kämen. Einmal als Steuerzahler für die Bankenrettungs-Milliarden, ein zweites Mal als Konsumenten, die viel zu hohe Kreditzinsen zahlen. Wichtigste Punkte des Konsumenten-Bankenpakets listet der Kasten unten auf.

AK-Forderungen

– Zinsen für Konsumkredite und Gehaltskonten senken

– Mehr Schutz bei bestehenden Fremdwährungskrediten

– Verbraucherberatung verstärken

– Recht für alle auf ein Girokonto und kostenlose Barbehebung

– Transparenz bei Kreditgesamtkosten schaffen

– vorzeitige Kredittilgung nicht strafen

– Haftpflichtversicherung für Anlageberater, die katastrophale Fehlleistungen geboten haben

– Rücktrittsrecht der Verbraucher bei Kreditvermittlern

– bessere Infos auf Kontoauszügen

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