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Ägypten: Suche nach Pakistanis

Durch die Anschläge in Ägypten sind insgesamt mindestens 64 Menschen ums Leben gekommen. Diese Zahl bestätigte der Gouverneur der ägyptischen Provinz Süd-Sinai, Moustafa Afifi in Sharm el-Sheikh.

Zwei Tage nach den Terroranschlägen von Sharm el Sheikh verfolgt die ägyptische Polizei eine neue Spur. Sie suchte am Montag nach sechs Pakistanis, die seit den Bombenanschlägen vermisst werden. Fotos zufolge, die an Polizeistationen in dem Badeort auf der Halbinsel Sinai am Roten Meer verteilt wurden, dürften die Gesuchten zwischen 20 und 30 Jahre alt sein.

Die ägyptische Polizei durchkämmte bei ihrer Fahndung nach den Hintermännern des Blutbads im Touristenort zwei Dörfer auf der Sinai-Halbinsel. Aus Sicherheitskreisen hieß es am Montag, es werde nach den pakistanischen Verdächtigen gefahndet, die sich dort versteckt haben sollen. Bei der Polizeiaktion in den rund 20 Kilometern von Sharm el Sheikh entfernten Ortschaften kam es zu Schießereien zwischen den Polizeikräften und Bewaffneten.

Durch die Anschläge in der Nacht auf Samstag in Ägypten sind insgesamt mindestens 64 Menschen ums Leben gekommen. Diese Zahl bestätigte der Gouverneur der ägyptischen Provinz Süd-Sinai, Moustafa Afifi, am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz in Sharm el-Sheikh.

Über die Anzahl der ausländischen Toten gab es von ägyptischer Seite zunächst unterschiedliche Angaben: das Tourismusministerium sprach von sieben, Gouverneur Afifi von 17 getöteten Touristen. Im Laufe des Tages werden allerdings Identifizierungsteams aus Großbritannien und Italien eintreffen, erfuhr die APA in Sharm el-Sheikh. Diese sollen genauere Informationen über die Anzahl der Touristen unter den Toten liefern.

Unter den ausländischen Opfern befinden sich nach jüngsten Angaben der Botschaften in Kairo ein Amerikaner und ein Brite. Zu den anderen getöteten Ausländern zählen ein Italiener, ein Tscheche und zwei Türken. Mehrere Menschen wurden auch am Montag noch vermisst.

Der pakistanische Konsul in Kairo, Khaled Nias, erklärte zu der angeblichen Fahndung nach den Pakistanis, er sei von den ägyptischen Behörden über den Verdacht nicht informiert worden. Als er sich nach ersten Medienberichten selbst an einen Vertreter der Sicherheitsbehörden gewandt habe, habe ihm dieser erklärt: „Machen Sie sich keine Sorgen. Wir beschuldigen niemand. Es sind bloß Pakistanis unter den Vermissten.“

Eine Verwicklung von Pakistanis in die Anschläge von Sharm el Sheikh wäre beispiellos und würde Spekulationen schüren, dass hinter den Bombenattentaten ein umfassenderes Terrornetzwerk stecken könnte als zunächst angenommen. Bis Montag richtete sich der Verdacht vor allem gegen eine Gruppe auf der Sinai-Halbinsel, die dort bereits die Anschläge im letzten Oktober verübt haben soll. Bei den Eltern von fünf Verdächtigen, die diese Attentate verübt haben sollen, wurden DNA-Proben genommen, um sie mit den im Ghazala-Hotel gefundenen Leichen abzugleichen.

Nach Angaben des Nachrichtensenders Al-Arabiya tauchte inzwischen auf einer Islamisten-Internetseite ein neues Bekennerschreiben einer Gruppe namens Gotteskrieger Ägyptens auf. Darin heißt es, fünf Angehörige der Gruppe hätten die Anschläge in Sharm el Scheikh verübt. Das zuvor veröffentlichte Bekennerschreiben im Namen der „Assam-Brigaden“ sei eine Fälschung.

Ungeachtet der Bluttat legte die Wahlkommission den Termin für die Präsidentschaftswahl in Ägypten auf den 7. September fest. Nach der jüngsten Verfassungsänderung können erstmals mehrere Kandidaten antreten. Die Opposition lehnt die Reform als Täuschungsmanöver ab, da die Kandidaten einer Partei angehören oder vom Parlament unterstützt werden müssen, das von der Partei des Präsidenten Hosni Mubarak dominiert wird.

Es wird allgemein erwartet, dass der 77-jährige Mubarak sich für eine fünfte Amtszeit bewerben wird. Offiziell hat er seine Kandidatur jedoch noch nicht bekannt gegeben. Laut Erklärung der Wahlkommission vom Sonntag können sich die Kandidaten ab dem 29. Juli registrieren lassen.

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