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Ägypten: 950 Islamisten freigelassen

Ägypten lässt 950 islamische Fundamentalisten frei, die zum Teil bis zu zwanzig Jahre in Haft waren. Alle frei zu lassenden Häftlinge sollen der extremistischen Untergrundorganisation Gamaa Islamiya (Islamische Vereinigung) angehören.

So die Angaben des Innenministeriums in Kairo. Auch Najeh Ibrahim, einer der „historischen Führer“ der Gruppe, komme in den Genuss der Amnestie, hieß es.

Die Gamaa Islamiya, die sich mit der islamistischen Organisation Al-Jihad vereinigt hatte, wurde unter anderem für die Planung der Ermordung von Präsident Anwar Sadat 1981 verantwortlich gemacht.

Der Islamisten-Anwalt Muntasser Sayat bestätigte am Mittwoch die Freilassung der Gefangenen. „Damit ist die Akte der Gamaa Islamiya geschlossen“, sagte er auf Anfrage. Die Gruppe hatte nach einer Serie blutiger Attentate in den neunziger Jahren der Gewalt abgeschworen. Sie bekannte sich zu zahlreichen Morden an westlichen Touristen.

Der folgenschwerste Anschlag war jener vom 17. November 1997 in Luxor, wo 62 Menschen, davon 58 Ausländer überwiegend aus der Schweiz und Japan, ums Leben kamen. Am 18. September 1997 hatte die Gruppe neun Deutsche nach einem Museumsbesuch in Kairo ermordet.

Die Gamaa Islamiya hatte dem ägyptischen Staat 1992 „den Krieg erklärt“. Mit Anschlägen auf Sicherheitskräfte, Touristen, prominente Persönlichkeiten sowie christliche Kopten wollte sie das Regime von Staatschef Hosni Mubarak destabilisieren, stürzen und durch einen islamischen Gottesstaat ersetzen.

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