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Agrarförderungen: Rauch erhält am meisten

Schwarzach - Seit Montag ist im Internet ersichtlich, welche Betriebe wie viel Agrarförderung bekommen. Größter Subventionsempfänger mit 6,8 Mio. Euro ist der Vorarlberger Fruchtsaft-Hersteller Rauch. Top 10

Die Internetadresse www.transparenzdatenbank.at, unter der seit heute, Montag, 8 Uhr die Agrarförderungen für jeden einzelnen Landwirt veröffentlicht werden, war bereits kurz nach Start überlastet und stundenlang nicht mehr erreichbar. Das Interesse an den Subventionsempfängern scheint groß zu sein. Und die Liste hat auch einige Überraschungen zu bieten: So findet sich unter den Top-10 der Empfänger von EU-Agrarmitteln etwa kein einziger typischer landwirtschaftlicher Betrieb. Der erste “Bauer” liegt auf Platz 13 und heißt Fürst Liechtenstein.

Größter Subventionsempfänger mit 6,8 Mio. Euro für das vergangene Wirtschaftsjahr (16. Oktober 2006 bis 15. Oktober 2007) ist der Vorarlberger Fruchtsaft-Hersteller – und Abfüller von Red Bull – Rauch. Danach folgt das Landwirtschaftliche Fortbildungsinstitut (LFI) Steiermark mit 2,6 Mio. Euro.

An dritter Stelle findet sich das niederländische Handelshaus Nidera mit 2,1 Mio. Euro. Nidera habe aus der österreichischen Intervention Getreide gekauft, in Drittmärkte exportiert und dafür aus dem Austro-Topf eine Ausfuhr-Transporterstattung erhalten. Diese wird laut AMA in der Regel der Kaufsumme gegengerechnet. In diesem Fall sei die Subvention in das nächste Wirtschaftsjahr gefallen, wodurch Nidera nun – außertourlich – in der Liste aufscheint.

Nummer vier im Ranking ist der börsenotierte Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern Agrana, der im abgelaufenen Agrarjahr im Stärkebereich 1,9 Mio. Euro an Exporterstattung erhalten hat, gefolgt vom NÖ Zitronensäurehersteller Jungbunzlauer mit 1,86 Mio. Euro und dem Käseerzeuger Wörle mit 1,5 Mio. Euro Ausfuhrerstattung.

Auf Platz sieben findet sich Österreichs größter Gemüsebetrieb, die LGV-Frischgemüse Wien, mit 1,4 Mio. Euro Marktordnungszahlungen. Danach folgt ein Sammelantrag aller Bienenzüchter Österreichs, die in Summe 1,38 Mio. Euro an Förderungen erhalten haben. Kraft Foods Österreich wird mit 1,3 Mio. Euro Ausfuhrerstattung unterstützt und die Voest-Beteiligung VA Intertrading mit 1,2 Mio. Euro.

Der erste Agrarbetrieb liegt auf Rang 13 mit der Stiftung Fürst Liechtenstein, die in Österreich über 3.000 Hektar Ackerfläche, 3.500 Hektar Wald und 42 Hektar Weingärten verfügt. An Förderungen für das Jahr 2007 werden 912.000 Euro ausgewiesen. 2006 erhielt die Stiftung aus den Fördertöpfen laut Medienberichten 1,77 Mio. Euro (inkl. Ländliche Entwicklung).

Der nächste Landwirtschaftsbetrieb findet sich erst auf Rang 26 mit dem Gut Waldbott-Bassenheim im Burgenland, das knapp 599.000 Euro aus dem EU-Fördertopf bezieht (2006: 1,126 Mio. Euro) und die Hardeggsche Gutsverwaltung in Niederösterreich auf Rang 27 mit 588.000 Euro.

Das Ranking bzw. die Fördersummen zeigen aber vor allem für die Agrarbetriebe ein verzerrtes Bild, weil die Mittel aus der Ländlichen Entwicklung dieses Mal aufgrund einer Fördersystemumstellung nicht enthalten sind. Die Gelder aus dem Grünen Pakt, dem Förderprogramm für die Ländliche Entwicklung in Österreich, wurden nämlich diesmal erst nach dem Stichtag für das erfasste Wirtschaftsjahr (15. Oktober) ausbezahlt – und scheinen hier daher nicht auf.

Inklusive der Mittel aus der Ländlichen Entwicklung würden sich die Summen der landwirtschaftlichen Betriebe in etwa verdoppeln, meinen Experten. Die Datenbank wird laut Agrarressort laufend aktualisiert.

Die Verteilung der Agrargelder hat immer wieder für heftige Diskussionen gesorgt, erhalten doch 60 Prozent der Betriebe – 83.690 von 138.392 “Leistungsempfängern” – weniger als 5.000 Euro an Förderungen (ohne Ländliche Entwicklung). Gut zehn Agrarbetriebe bekommen mehr als 300.000 Euro pro Jahr.

Zahlungen von 100.000 Euro oder mehr bekommen österreichweit 232 Betriebe (0,17 Prozent). Die meisten davon befinden sich in Niederösterreich (64), gefolgt von Oberösterreich (42) und der Steiermark (33). Auf dem vierten Platz befindet sich das Burgenland mit 27 Betrieben, Platz 5 nimmt Tirol ein (18), Kärnten folgt auf dem 6. Rang (15) – vor Salzburg und Wien (je 11). Schlusslicht ist Vorarlberg, wo 10 Betriebe mehr als 100.000 Euro Förderung erhalten.

Laut Grünem Bericht entfallen auf jene rund 15 Prozent der Agrarbetriebe, die Ausgleichszahlungen von 21.800 Euro und mehr pro Jahr erhalten, knapp 40 Prozent des gesamten Förderungsvolumens. Für die restlichen 85 Prozent der Bauern stehen 60 Prozent der Mittel in der Höhe von 1,6 Mrd. Euro zu Verfügung.

In Vorarlberg hat die Veröffentlichung zu einer großen Überraschung geführt. Größter Bezieher von Agrarsubventionen ist nämlich der Fruchtsafthersteller Rauch mit 6,8 Millionen Euro, gefolgt von Kraft-Suchard (1,3 Millionen) und Biowärme Hatlerdorf (667.000 Euro). Der Rindermastbetrieb König in Lustenau steht mit 160.000 Euro Fördergeldern an der Spitze bei den Einzelbauern.

Grünen-Chef Johannes Rauch sieht darin die “Pervertierung des Fördersystems”. Es sei nicht einzusehen, dass ein Unternehmen mehr Agrarsubventionen als alle Bergbauernbetriebe Vorarlbergs zusammen erhalte. Es zeige sich, dass sich nicht die kleinen Bauern vor Subventionsveröffentlichungen fürchten müssen, sondern die ganz großen Konzerne.

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