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Agnès Callamard wird Amnesty International-Generalsekretärin

Callamard war zuvor für Ermittlungen zu Mord an Khashoggi zuständig
Callamard war zuvor für Ermittlungen zu Mord an Khashoggi zuständig ©APA (AFP/Archiv)
Die frühere UN-Sonderberichterstatterin für außergerichtliche Hinrichtungen, Agnès Callamard, übernimmt am Montag das Amt der Generalsekretärin der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. "Wir freuen uns, dass sie die Herausforderung angenommen hat, uns mutig in unsere nächste Etappe zu führen", teilte die Vorsitzende des Internationalen Vorstands von Amnesty, Sarah Beamish, mit.

Die "Mischung aus intellektueller Schärfe, tiefgreifender globaler Menschenrechtserfahrung und mutiger Stimme" qualifiziere die 57-jährige Französin für das Amt. Als UN-Sonderberichterstatterin für außergerichtliche, standrechtliche und willkürliche Hinrichtungen war Callamard zuvor unter anderem für die Ermittlungen zum Mord an dem saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi zuständig. Insgesamt leitete sie nach Angaben von Amnesty in mehr als 30 Ländern Nachforschungen zu Menschenrechtsverletzungen.

Als Leiterin des internationalen Sekretariats von Amnesty International wird sie die wichtigste Sprecherin der Organisation, die nach eigenen Angaben weltweit rund zehn Millionen Unterstützer und Büros in mehr als 70 Ländern hat. Als Generalsekretärin wird sie zunächst für einen Zeitraum von vier Jahren ernannt.

Callamard löst damit die amtierende Generalsekretärin Julie Verhaar ab. "Ich fühle mich geehrt, das Amt der Generalsekretärin zu übernehmen und mit den Unterstützern von Amnesty auf der ganzen Welt zusammenzuarbeiten, damit wir gemeinsam die Menschenrechte für alle Menschen einfordern und verteidigen", sagte die 57-Jährige. Wenn Regierungen und Konzerne darauf abzielten, diejenigen zum Schweigen zu bringen, die sich gegen Menschenrechtsverstöße aussprechen, seien die Untersuchungen und Kampagnen von Amnesty International wichtiger denn je.

Neben ihrer Rolle als unabhängige Menschenrechtsexpertin der Vereinten Nationen war Callamard laut Amnesty zuvor Direktorin des Global Freedom of Expression Project an der Columbia University. Außerdem habe sie die Menschenrechtsorganisation Article 19 sowie die Organisation HAP International (Humanitarian Accountability Partnership) geleitet. Zwischen 1995 und 2001 arbeitete sie bereits bei Amnesty International, unter anderem als Stabschefin des damaligen Generalsekretärs Pierre Sané.

(APA/AFP)

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