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"Aggressionen vorhanden"

Im Video „Opfa“ von Arkan45 wird viel mit Bildsprache gearbeitet. Im Gespräch mit WANN & WO distanziert sich Arkan45 aber dezidiert von Bandenbildungen oder Provokationen. „Das sind nur meine Kumpels“, so Arkan45.
Im Video „Opfa“ von Arkan45 wird viel mit Bildsprache gearbeitet. Im Gespräch mit WANN & WO distanziert sich Arkan45 aber dezidiert von Bandenbildungen oder Provokationen. „Das sind nur meine Kumpels“, so Arkan45. ©Screenshot YouTube
Schwarzach - Das Phänomen von organisierten Jugendbanden ist in Großstädten nicht mehr neu. Wie ist die Lage in Vorarlberg?

Laut einer kürzlich veröffentlichten Reportage von profil sind Jugendbanden besonders in Großstädten auf dem Vormarsch. Hierbei handelt es sich um eine spürbare Tendenz, wenn man sich die Organisation über die sozialen Netzwerke ansieht. Das „Abdriften“ hat vielerlei Gründe. Einer davon ist oft die Perspektivlosigkeit. Diese geht oftmals einher mit einem Migrationshintergrund und der fehlenden (Jugend-)Sozial-
arbeit. Aber auch Österreicher finden sich in diesen Banden.

Lage in Vorarlberg?

Der Schulpsychologe Dr. Bitschnau kann diesen Trend in Vorarlberg nicht feststellen: „Im Schulbereich ist mir bislang eine solche Form von ‚Jugendbanden‘ nicht aufgefallen. Natürlich läuft auch vieles über Smartphones und unsere Gesellschaft ist einem größeren Reiz ausgesetzt, aber dass dadurch das Aggressionspotenzial steigt, ist nicht belegbar – hierzu gibt es keine sicheren Studien. Eher handelt es sich um ein subjektives Gefühl“, so Bitschnau.

„Keine Beobachtungen“

„Beobachtung über organisierte bzw. kriminelle Jugendbanden haben wir nicht“, so Pius Nachbaur, Landesdirektor des Österreichischen Wachdienstes (ÖWD). „Aber es ist ein höheres Aggressionspotenzial in der Bevölkerung vorhanden. Das spüren wir. Die Bereitschaft zur Gewaltätigkeit ist gestiegen“, fügt er hinzu. Auf die Frage, ob das Phänomen von Jugendbanden auch in Vorarlberg auftreten könnte, meint Nachbaur: „In meiner anderen Funktion als Fachgruppenobmann der gewerblichen Dienstleister kann ich nur sagen, dass wir den Jugendlichen Perspektiven und Arbeitsangebote ermöglichen müssen. Derzeit ist die Arbeitslosenrate in Vorarlberg gering und solange dies auch so bleibt, bekommen wir in dieser Hinsicht kein Problem.“

„Fehlgeleitete Integration“

Arkan45, Rapper aus Bregenz, hat selbst einen Migrationshintergrund. Seine Meinung zum Thema Jugendbanden: „Eine fehlgeleitete Integration ist definitiv eine Ursache für Bandenbildungen. In Großstädten denke ich, wird in den Brennpunkten wenig für eine erfolgreiche Integration getan. Durch die geringen Jobchancen bleiben die meisten Migranten auf der Strecke. Randgruppen und/oder Menschen mit Migrationshintergrund werden von der Gesellschaft abgelehnt. Ich spreche da von Immigranten, die in unserem Land Fuß fassen wollen, aber nicht können und so eigene Banden bilden. In Vorarlberg habe ich noch keine Bandenbildungen mitbekommen“, so Arkan 45.

Jugendkriminalität 2015 um zehn Prozent zurückgegangen

Bei der Jugendkriminalität in Österreich ist im Vorjahr ein Rückgang um 9,5 Prozent verzeichnet worden (Tatverdächtige im Alter von 14 bis 17 Jahren). Diese ging von 26.817 im Jahr 2014 auf 24.257 zurück. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage hervor. Nur im Bundesland Wien wurde ein Anstieg von rund zwei Prozent verzeichnet. 6244 Tatverdächtige zwischen 14 und 17 Jahren wurden in der Bundeshauptstadt registriert.

(WANN & WO)

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