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Afrika-Cup-Triumph von Ägypten

Als der 39-jährige Routinier Hossam Hassan aus den Händen des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak den Goldpokal entgegennahm, kannte der Jubel im restlos gefüllten Cairo International Stadium keine Grenzen mehr.

„Dieses Turnier gehört den ägyptischen Fans. Nicht ein einzelner Spieler hat es gewonnen, es war ein Sieg des Kollektivs“, rief Hassan den 75.000 Zuschauern zu.

Nach dem fünften Triumph im Afrika-Cup nach 1957, 1959, 1986 und 1998 ist Ägypten nun alleiniger Rekordhalter vor Ghana und Kamerun (je vier Siege). Nach dem 4:2-Erfolg des Gastgeber-Teams im Elfmeterschießen gegen den WM-Teilnehmer Elfenbeinküste stürmten die Menschen in Kairo am Freitagabend auf die Straßen und feierten ausgelassen den Sieg ihrer Mannschaft.

„Wir werden jetzt eine Party feiern, die sehr lange dauern wird“, sagte der ägyptische Profi Abdul-Halim Ali. „Es ist Wahnsinn, es ist Wahnsinn. Ich habe jedes Spiel gesehen und ich wusste, dass sie es schaffen würden“, frohlockte ein ägyptischer Fan auf der Tribüne. Allerdings wurden die Anhänger im Endspiel der zum 25. Mal ausgetragenen kontinentalen Meisterschaft auf eine harte Geduldsprobe gestellt.

In der regulären Spielzeit und in der Verlängerung waren keine Treffer gefallen. Beim Nervenspiel vom ominösen Punkt versagte dann ausgerechnet Elfenbeinküste-Superstar Didier Drogba, der ebenso wie Bakary Kone am ägyptischen Torwart Essam El Hadary scheiterte.

Doch in den Jubel mischten sich auch kritische Töne. Schon im Vorfeld des Turniers gab es einige Kontroversen. Europäische Trainer beklagten, dass sie ihre afrikanischen Profis trotz laufender Saison für fast vier Wochen abstellen mussten.

Und auch während des Turniers gab es bei einigen Mannschaften Grund zur Klage. In der Kritik standen dabei in erster Linie die Schiedsrichter. In beiden Halbfinalspielen sorgten Fehlentscheidungen der Unparteiischen für Zündstoff und auch im Finale bekam Ägypten kurz vor Schluss einen fragwürdigen Elfmeter zugesprochen, den Ahmed Hassan jedoch verschoss.

Für die meisten der fünf WM-Teilnehmer endete der eigentlich als Generalprobe für das Turnier in Deutschland gedachte Afrika-Cup mit einer Enttäuschung. Für Ghana, Togo und Angola kam schon nach der Gruppenphase das Aus, Titelverteidiger Tunesien schied im Viertelfinale im Elfmeterschießen gegen Nigeria aus. Nur die Elfenbeinküste durfte mit ihrer Vorstellung zufrieden sein.

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