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African Divertimento: Randy Weston-Trio beim Jazzherbst

Es war die Nacht der afrikanischen Musik beim 13. Salzburger Jazzherbst, und natürlich verhehlten die schwarzen Musiker am Donnerstagabend ihre Freude über Barack Obamas Wahlsieg nicht.

Aber musikalisch ließ das Randy Weston African Rhythm Trio das Weiße Haus schnell hinter sich und tauchte die Große Aula in eine urig-amüsante Marktplatz-Atmosphäre.
Vor allem Randy Westons Sidemen, Alex Blake am Bass und Neil Clarke an den Percussions sorgten mit virtuosem Gaukler-Jazz für ein witziges und gelegentlich auch melancholisches Divertimento auf afrikanische Art.

Was an kompositorischer Raffinesse fehlte, machten die drei Herrn mit Originalität wett. Das Publikum entzückte besonders Bassist Blake, der sein kohlrabenschwarzes Instrument eher wie eine Mischung aus Gitarre und Schlagzeug behandelte, draufschlug, streichelte, durchschüttelte und hochemotional malträtierte. Weston selbst zeigte am Klavier zwar nur in seinem Solo-Stück, dass er harmonisch fantasievoll und intelligent gestalten kann. Auch war der Variantenreichtum an “Jazz-Spaßettln” dieses Trios durchaus nicht unerschöpflich. Aber dafür sprudelte der Groove dieser drei alten Herrn derart fetzig und leicht, dass sich jeder im Saal pudelwohl gefühlt haben dürfte. Außer den chronischen Verachtern kindlicher Spielfreude.

In der Night-Session in Stiegls Brauwelt ein paar Stunden später blieb das musikalische Lebensgefühl afrikanisch. Nur der Spaß musste das Feld räumen für das Gebet, die Inbrunst und den Soul. Amina Claudine Myers schwelgte mit ihrem Trio in den himmlischen Längen simpler Harmonie-Folgen. Innig und rauchig klang die Stimme, und die Rhythmen trieben durch diese nebelige Salzburger Novembernacht mit einem Hauch von verklärter Südstaaten-Kirche. Nur der (wieder einmal) unangenehm dröhnende und ätzend mulmige Sound im Braugewölbe klebte die kollektive Ekstase an den wenig bequemen Bierbänken fest.

Ganz anders die Jazzwerkstatt Wien, die am vergangenen Montag im ORF-Landesstudio zu hören war. Jung, frech und österreichisch turnte sich dieses Nonett mit seiner Gast-Solistin Viola Falb durch abwechslungsreiche und blitzgescheite Arrangements. Urbaner musikalischer Spielwitz, trocken, ein wenig kopflastig und – leider – wenig publikumswirksam. Zwar sorgte dieses Who is Who der besten österreichischen Jazzer der jungen Generation für Begeisterung bei den Fans – aber es waren gerade einmal 25, die den Weg ins Landesstudio gefunden hatten. Und von diesen 25 Leuten haben nur zehn eine Eintrittskarte gekauft, wie Jazzherbst-Intendant Johannes Kunz nüchtern konstatierte. Von Christoph Lindenbauer

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