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Afghanistan: US-Truppen aufstocken

Die USA erwägen eine Aufstockung ihrer bereits 22.000 Mann starken Truppen in Afghanistan. Das gab Verteidigungsminister Robert Gates am Mittwoch auf dem Militärstützpunkt Bagram nördlich von Kabul bekannt.

Zuvor hatte er schwere Vorwürfe gegen Pakistan gerichtet. Der seit fünf Jahren untergetauchte afghanische Taliban-Chef Mullah Omar soll nach Geheimdienstberichten von Pakistan aus operieren. Nach Aussage eines gefassten Aufständischen steht er dort unter dem Schutz des pakistanischen Geheimdienstes ISI.

Ein Sprecher des afghanischen Geheimdienstes sagte am Mittwoch in Kabul, laut dem Geständnis des festgenommenen Rebellen befehlige Mullah Omar die Aufständischen in Afghanistan von der südwestpakistanischen Stadt Quetta aus. Der einäugige Taliban-Chef werde dabei vom ISI protegiert. Der frühere ISI-Chef Hamid Gul unterhalte in Peshawar nahe der Grenze zu Afghanistan ein als Koranschule getarntes Ausbildungszentrum für Selbstmordattentäter der Taliban. Das Geständnis, auf das sich der afghanische Geheimdienst beruft, soll von dem bisherigen Taliban-Sprecher Mohammad Hanif stammen.

Hanif war am Montag in der ostafghanischen Provinz Nangarhar beim Grenzübertritt aus Pakistan festgenommenen worden. Der Sprecher des afghanischen Geheimdienstes, Sayed Ansari, sagte: „Hanif sagte uns, dass die Taliban ohne die Hilfe des ISI keinen Widerstand (gegen die NATO-geführten internationalen Truppen und die afghanische Regierung) leisten könnten und dass der ISI eine große Rolle dabei spiele, die Taliban auszurüsten und zu finanzieren.“ 1996 waren die Taliban mit Hilfe des ISI in Kabul an die Macht gekommen. Der pakistanische Staatschef Pervez Musharraf hatte vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA die Taliban unterstützt. Nach dem 11. September hatte er sich auf die Seite der USA gestellt, die mit ihren Verbündeten militärisch intervenierten und das Taliban-Regime stürzten.

Politische Beobachter in Islamabad meinten, Pakistan lasse den Taliban freie Hand, um den Amerikanern seinen Anspruch auf eine wichtige Rolle in Afghanistan vor Augen zu führen. General Musharraf reagiere damit auch auf amerikanische Kritik am Demokratiedefizit seines Regimes und auf die Annäherung zwischen den USA und Indien.

Die Frage, ob die Truppenkommandanten auch Argumente für eine Entsendung weiterer Soldaten geliefert hätten, bejahte Gates. Die Taliban hatten ihre Angriffe in den vergangenen Monaten massiv verstärkt und zum „Heiligen Krieg“ gegen die mehr als 40.000 ausländischen Soldaten und gegen die pro-westliche Kabuler Regierung des Präsidenten Hamid Karzai aufgerufen. Eine Aufstockung der Truppen hänge von verschiedenen Szenarien ab, sagte Gates. Die USA würden über eine solche Entscheidung nachdenken, und er werde eine Empfehlung an den US-Präsidenten abgeben. Gates war am Montagabend in Afghanistan eingetroffen. Am Dienstag traf er in Kabul Präsident Karzai und Armeekommandanten. Einen Besuch bei den US-Truppen in der Taliban-Hochburg Kandahar zum Abschluss seiner Visite am Mittwoch musste Gates nach Angaben eines Militärsprechers auf Grund eines Sandsturmes absagen.

Gates erhob schwere Vorwürfe gegen Pakistan. Die Angriffe von der pakistanischen Seite aus hätten zugenommen, „Al-Kaida-Netzwerke operieren auf der pakistanischen Seite der Grenze“, sagte er. Bei den schwersten Kämpfen seit vier Monaten waren vergangene Woche nach Angaben der NATO im Osten des Landes bis zu 150 Rebellen getötet worden. Im Süden Afghanistans haben NATO-Truppen gemeinsam mit einheimischen Militäreinheiten unterdessen einen hochrangigen Taliban-Befehlshaber festgenommen. Wie die NATO am Mittwoch mitteilte, wurde der Mann am Dienstagabend in der Provinz Helmand gefasst. Die Militäraktion sei genauestens geplant gewesen. Den Namen des Mannes gab die NATO nicht preis.

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