Afghanistan: ISAF übernahm Kommando

Über viereinhalb Jahre nach dem Sturz der Taliban hat die Internationale Schutztruppe ISAF das Kommando über den unruhigen Süden Afghanistans übernommen.

Das teilten die US- geführten Koalitionstruppen, die das Kommando über die Krisenregion bis dato innehatten, am Montag mit. Am Militärstützpunkt im südlichen Kandahar soll im Laufe des Tages die offizielle Übergabezeremonie stattfinden.

Die ISAF-Schutztruppe wird seit August 2003 von der NATO geführt. Bisher operierten im Süden nur die Koalitionstruppen, die im Rahmen der „Operation Enduring Freedom“ gegen Extremisten kämpfen. Die Sicherheitslage besonders im Süden Afghanistans ist so schlecht wie nie seit dem Sturz der Taliban Ende 2001.

Mit der Kommandoübernahme durch die ISAF endete zugleich die bisher größte Offensive der Koalition gegen die Taliban seit deren Sturz. Mitte Mai hatten die Koalitionstruppen mit mehr als 10.000 Soldaten die Operation „Mountain Thrust“ („Vorstoß in die Berge“) gestartet. Mehr als 900 Menschen starben seitdem bei Kämpfen und Anschlägen, darunter hunderte Rebellen, aber auch mehr als 35 ausländische Soldaten.

Bei Kämpfen am Wochenende waren erneut Dutzende Rebellen getötet worden. Die mit einem UNO-Mandat ausgestattete ISAF operiert bisher nur im Norden, im Westen und in der Hauptstadt Kabul. Zusätzlich zu ihren gut 10.000 Soldaten will die Schutztruppe 8.000 Soldaten im Süden stationieren. Die USA werden ihre Truppen dort im Gegenzug reduzieren. Bis Jahresende soll die ISAF auch Verantwortung für Ostafghanistan übernehmen und damit im ganzen Land präsent sein.

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