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Afghanistan: Erneute Kämpfe

Bei Kämpfen in der Provinz Kandahar wurden rund 22 mutmaßliche Taliban-Kämpfer und neun afghanische Soldaten getötet. Wie die US-Streitkräfte mitteilten, war es bereits am Mittwoch zum Zusammenstoß gekommen.

Damit starben in der vergangenen Woche bei den schwersten Gefechten seit Monaten mindestens 66 mutmaßliche Rebellen und 19 afghanische Sicherheitskräfte im Süden des Landes. Beim schwersten Anschlag in Kabul seit der Präsidentenwahl im vergangenen Oktober kamen am Samstag zwei Afghanen und ein UNO-Mitarbeiter aus Burma ums Leben.

Bis Sonntag bekannte sich niemand zu der Tat. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, fünf Menschen seien bei dem mutmaßlichen Selbstmordanschlag auf ein viel von Ausländern besuchtes Internet-Café im Zentrum der Hauptstadt verletzt worden. Eine der Leichen – vermutlich die des Selbstmordattentäters – sei bis zur Unkenntlichkeit entstellt worden. Am vergangenen Donnerstag hatten Unbekannte erfolglos versucht, drei Ausländer in Kabul zu entführen. Ein UN-Sprecher äußerte sich am Sonntag besorgt über die Vorfälle in Kabul und die Zunahme der Gewalt in anderen Landesteilen.

Bei einer nationalen Konferenz am Sonntag in Kabul zeigten sich die mehr als 1000 Delegierten nach Angaben des Präsidentenpalastes offen für eine langfristige strategische Partnerschaft mit den USA. Ein Sprecher von Präsident Hamid Karzai sagte, bei dem Treffen sei es nicht um eine dauerhafte Militärpräsenz von US-Truppen im Land gegangen. Ausländische Truppen sollten so lange im Land bleiben, bis afghanische Sicherheitskräfte die Aufgabe übernehmen könnten.

Unter den Teilnehmern der eintägigen Konferenz waren Minister der Zentralregierung, Vertreter der Provinzen und Stammesälteste – ähnlich wie bei einer „Loya Jirga“, der traditionellen Großen Ratsversammlung in Afghanistan. Derzeit sind in Afghanistan rund 20.000 Soldaten der US-geführten Koalitionstruppen stationiert. US-Generalleutnant Karl Eikenberry übernahm am vergangenen Dienstag die Befehlsgewalt von General David Barno. Dieser hatte erklärt, er gehe davon aus, dass die Aufständischen vor den geplanten Parlamentswahlen im kommenden September einen Großangriff versuchen könnten.

Karzai hatte den General Abdul Rashid Dostum, einen der berüchtigtsten und brutalsten Warlords, kürzlich zum Generalstabschef der Streitkräfte ernannt. Die Milizen des Usbekenführers, der von der früheren pro-sowjetischen Regierung in Kabul zum Vier-Sterne-General befördert und mit dem Ehrentitel „Held der Republik“ ausgezeichnet worden war, hatten unter anderem bei der Eroberung der Stadt Mazar-i-Sharif 2001 ein Blutbad angerichtet.

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