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Acht Jahre Haft für Mordversuch

Acht Jahre Haft für Angeklagten.
Acht Jahre Haft für Angeklagten. ©VOL.AT/Hofmeister
„Acht Jahre Haft wegen versuchten Mordes“. So lautete das Urteil der Geschworenen. Sie nahmen sich lange Zeit, um über die Entscheidung nachzudenken, doch dann beschlossen sie einstimmig, dass der 17-jährige Oberländer seine Freundin damals mit den 16 Messerangriffen töten wollte. Die Frau überlebte schwer verletzt.
Bilder aus dem Gerichtssaal
Der Schwurgerichtsprozess
Täter krankhaft eifersüchtig
Messerattacke in Bludesch

Nach dem Ende der Beziehung wollte der sehr eifersüchtige Bursche in der Nacht auf den 3. März 2012 seine Geschenke zurückhaben. Zu der Messerattacke kam es an der Wohnungstür, als ihm die Frau diese hinausreichen wollte. Der Bursche stach zu, drückte die Tür auf und beendete seinen Angriff erst, als die Mutter der Frau, die 16-jährige Schwester und ein Nachbar dazukamen.

Frau überlebte nur mit Glück

Laut Gerichtsmediziner Walter Rabl erlitt das Opfer 16, teils tiefe Stich- und Schnittwunden. Die Stiche wurden mit solcher Wucht ausgeführt, dass die Klinge abbrach. Die Frau überlebte nur mit Glück und leidet seither an den psychischen Folgen. Gerichtspsychiater Reinhard Haller erklärte den Angeklagten für zurechnungsfähig, wenn auch eingeschränkt.

Während Staatsanwalt Christoph Larcher einen Mordversuch vorliegen sah, plädierte Verteidigerin Olivia Lerch auf absichtlich schwere Körperverletzung. Das Messer habe der 17-Jährige mitgenommen, um sich vor der Freundin umzubringen. Der Angeklagte zeigte sich reuig. Er habe die Frau nicht töten wollen und könne sich nach dem ersten Messerstich an nichts mehr erinnern.

Das Urteil der Geschworenen nach drei Stunden Beratungszeit fiel einstimmig. Als mildernd wertete der Senat die Unbescholtenheit, das teilweise Geständnis, die verminderte Zurechnungsfähigkeit und den Umstand, dass die Tat beim Versuch geblieben ist. Erschwerend war die besondere Brutalität der Tat.

Opferentschädigung

Anwalt Bernd Widerin konnte für das Opfer 5000 Euro Teilschmerzengeld, für Mutter und Schwester der Verletzten jeweils 1000 Euro erkämpfen. Ob der Bursch dies je bezahlen wird können, steht auf einem anderen Blatt. Die Mutter des Burschen traf das Urteil hart, sie weinte. Ob er es akzeptiert, will sich der 17-Jährige noch überlegen und auch die Staatsanwaltschaft hat keine Erklärung abgegeben. Somit ist es nicht rechtskräftig.
Bis zur Rechtskraft des Urteils bleibt der junge Mann auf alle Fälle in Feldkirch. Längere Freiheitsstrafen werden in der Regel in einer der Anstalten im Osten Österreichs vollzogen.

(APA/Christiane Eckert/VOL.AT)

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