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Absicherung vor Inflationsanstieg

Die Inflation kommt zurück – zumindest in den USA. Davon gehen offenbar die Investoren aus.
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„Ihr Interesse an inflations­geschützten US-Staatsan­leihen ist zuletzt spürbar gewachsen. So berichtete der ­Finanzinformationsdienst Lipper, dass sogenannte Treasury Inflation Protected Securities (TIPS) in diesem Jahr voraussichtlich die höchsten Zuflüsse seit 2011 verzeichnen dürften.“ Das sagt Roland Rupprechter MBA, CPM, Leiter Asset Management bei der Hypo Vorarlberg. Und er fahrt fort: „Beflügelt wird die Inflationserwartung von den Ankündigungen des neuen US-Präsidenten Donald Trump, die heimische Wirtschaft durch Investitionsprogramme und Verhängung von Handelszöllen weiter nach vorne bringen zu wollen.“

Aktueller Preisanstieg

In den letzten zwei Jahren betrug der aus dem Verbraucherpreisindex (VPI) abgeleitete Preisanstieg rund 2,0 Prozent, nach einem Rückgang der Inflation von einem Prozent in den beiden vorangegangenen Jahren. Aktuell liegt die US-Inflationsrate bei 2,90 Prozent.

Auch in der Eurozone hat sich die Inflation aufgrund gestiegener Mieten und höherer Energiepreise zuletzt deutlich verstärkt. Die EU-Inflation ist im Juli 2018 auf 2,1 Prozent angestiegen. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,3 Prozent betragen.  Steigende Inflationsraten bedeuten, dass das Geld an Kaufkraft verliert. Dies ist derzeit vor allem bei den sehr tief verzinsten EUR-Staatsanleihen hoher Bonität der Fall. Die Nominalzinsen je nach Laufzeit betragen 0,05 Prozent (ein Jahr) bis 1,1 Prozent (30 Jahre). Sie sind damit nicht in der Lage, die Inflationsrate zu kompensieren.

Mit inflationsindexierten Anleihen können Anleger einen Teil ihres Portfolios gegen einen Inflationsanstieg absichern. Die Zinszahlungen und der Rückzahlungswert entsprechender Anleihen sind an einen Verbraucherpreisindex gekoppelt. Steigt dieser, erhöhen sich auch die Erträge. Neben ihrer Funktion als Inflationsabsicherung können inflationsindexierte Anleihen auch als Renditetreiber wirken. Rupprechter: „Werden beispielsweise die Inflationserwartungen von der tatsächlichen Teuerung übertroffen, so ist mit einer spürbaren Mehrrendite der inflationsindizierten Anleihen gegenüber Nominalzinsanleihen zu rechnen. Unter Umständen könnten die Inflationsanleihen in einer solchen Situation sogar zusätzliche, nachfragebedingte Kursgewinne verzeichnen.“ Damit sich der Kauf von inflationsindexierten Anleihen gegenüber herkömmlichen Anleihen auch tatsächlich lohnt, muss die Inflation eine gewisse Höhe erreichen. Diese erforderliche Inflationsrate ist die sogenannte „Break-even-Inflation“. Sie errechnet sich als Differenz zwischen der realen Rendite einer inflationsindexierten Anleihe und der Rendite einer vergleichbaren konventionellen An­leihe.

Ein Rechenbeispiel

Ein Beispiel: Die 0,10 Prozent inflationsindexierte Anleihe des deutschen Bundes 2015 mit Laufzeit bis 15. April 2046 weist am 11. September 2018 eine Rendite von –0,56 Prozent p.a. auf, jene klassischer deutscher Staatsanleihen mit vergleichbarer Laufzeit liegt bei 1,09 Prozent p.a.

Die Break-even-Inflation beträgt hier 1,65 Prozent. Das ist jene Inflationsrate, die der Markt auf die kommenden
27 Jahre bis zum Ende der Laufzeit pro Jahr theoretisch erwartet. Dieser Inflations­level muss überschritten ­werden, damit diese Inflationsschutzanleihe profitabler ist als eine klassische Staatsanleihe.

Für eine zusätzliche Sicherheit sorgt dabei, dass im Falle einer Deflation (also einer Phase sinkender Verbraucherpreise) die Tilgung nicht unter den ursprünglichen Nennwert sinken kann. Allerdings unterliegen auch die inflationsgeschützten Anleihen dem Zinsänderungsrisiko.

Wer sich davor schützen will, soll auf kurze Laufzeiten setzen oder statt dem Kauf inflationsindexierter Anleihen auf inflationsgeschützte ETFs zurückgreifen, mit deren Hilfe Anleger an den steigenden Inflationserwartungen partizipieren können, ohne dabei ein Zinsänderungsrisiko fürchten zu müssen.

Dabei wird der Spread zwischen traditionellen Anlagerenditen und inflationsgeschützten Anleihen genutzt. Auf der einen Seite wird eine Long-Position in inflationsgeschützten Anleihen ein­ge­gangen und auf der anderen Seite eine Short-Position in klassischen Staatsanleihen ­gebildet. Der globale Markt für inflationsindexierte Anleihen umfasst heute rund drei Billionen Dollar. Zu den größten Emittenten zählen die Vereinigten Staaten, gefolgt von Großbritannien und Frankreich mit 232 Milliarden Dollar. Seit 2006 emittiert auch Deutschland inflationsindexierte Anleihen.

Empfehlung für Anleger

„Da wir in Europa nicht mit weiter stark steigenden Inflationsraten rechnen, empfehlen wir den Anteil inflationsgeschützter Anleihen nicht höher als fünf Prozent des Anlagevolumens zu gewichten. Die Laufzeiten der Inflationsanleihen sollen dabei dem Veranlagungshorizont des Anlegers entsprechen“, so Rupprechter abschließend.

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