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Abgeschwächter Sturm "Isaac" setzt US-Süden weiter unter Wasser

Sturm "Isaac" verwüstet den US-amerikanischen Süden.
Sturm "Isaac" verwüstet den US-amerikanischen Süden. ©EPA
"Isaac" bleibt auch einen Tag nach seinem Aufprall auf die US-Südküste gefährlich. Mit Windböen von bis zu 113 Stundenkilometern, knapp vier Meter hohen Sturmfluten und heftigem Regen fegte der Sturm über die Südküste Amerikas. Er schwächte sich zwar am Mittwochnachmittag bei seinem Zug ins Inland von einem Hurrikan zum Tropensturm ab. Aber er bewegte sich so langsam vorwärts, dass sich Louisiana, Mississippi und Alabama auf heftige Regenfälle und hohe Flutwellen gefasst machen.
Sturm "Isaac" wütet weiter
Flut schwappt über Deiche
Vorarlberger berichtet aus Florida
Isaac traf auf Festland
Tropensturm wütet weiter

750.000 Menschen in fünf Bundesstaaten saßen nach Angaben des Senders CNN am Abend ohne Elektrizität in ihren Häusern, fast 700.000 allein in Louisiana. Aber auch Einwohner in Texas und Arkansas waren betroffen – so weit reichte das Unwettergebiet. Mehr als 4.000 Mitglieder der Küstenwache hielten sich in Louisiana einsatzbereit, rund um New Orleans standen 48 bemannte Boote bereit. “Isaac” sollte laut Hurrikanzentrum bis Donnerstag über Louisiana hinwegziehen und am Freitagmorgen den Süden des Bundesstaates Arkansas erreichen.

Isaac wird schwächer – Ölpreis gibt nach

Der Sturm trifft auch wirtschaftliche Infrastruktur: Die Schäden, etwa an Öl-Raffinerien vor der Küste Louisianas, gehen bereits in die Milliarden, dürften aber deutlich geringer als bei “Katrina” ausfallen. “Isaac” habe bisher auf dem Meer bei Energieunternehmen wirtschaftliche Verluste von bis zu einer Milliarde US-Dollar (797 Mio. Euro) verursacht, teilte Eqecat mit. Das US-Unternehmen modelliert Risiken wie Stürme oder Erdbeben und hilft so den Versicherern bei der Berechnung ihrer Policen.

Die Ölpreise haben am Donnerstag im Zuge gestiegener US-Ölreserven und eines Abflauens des Tropensturms “Isaac” leicht nachgegeben. In der Früh kostete ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Auslieferung im Oktober 112,52 US-Dollar (89,69 Euro). Das sind zwei Cent weniger als am Vortag. Rohöl der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich zeitgleich um 56 Cent auf 94,93 Dollar. Vor allem der Preis für US-Öl reagiere auf die jüngsten Meldungen zu den amerikanischen Ölreserven, hieß es von Händlern. In der größten Volkswirtschaft der Welt waren die Lagerbestände an Rohöl laut Regierungsangaben zuletzt gestiegen. Ein Zuwachs der US-Ölreserve wird gemeinhin als ein Hinweis auf eine geringere Nachfrage gedeutet und belastet in der Regel die Ölpreise.In den vergangenen Tagen wurde ein Großteil der Ölfördereinrichtungen vor der amerikanischen Südküste vorsorglich vorübergehend stillgelegt. Experten rechnen aber nicht mit nennenswerten Schäden an den Ölförderanlagen.

Isaac kostet Versicherer bis zu 1,5 Mrd. Dollar

Der Hurrikan “Isaac” hat nach Einschätzung von Experten bei seinem Aufprall auf die Südküste der USA möglicherweise Schäden in Milliardenhöhe hinterlassen. Alleine die Versicherungsbranche werde für die Zerstörungen an Land mit 500 Millionen bis 1,5 Mrd. US-Dollar (bis zu 1,12 Mrd. Euro) geradestehen müssen, teilte der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister Eqecat in der Nacht zum Donnerstag in Oakland mit. Hinzu kämen wirtschaftliche Schäden an Ölbohrplattformen im Golf von Mexiko in Höhe von einer halben bis einer Milliarde Dollar. Welcher Teil davon versichert ist, sei noch nicht zu ermitteln. Wissenschafter warnten vor möglichen schweren Schäden im Laufe der kommenden Tage.

Stromausfälle und Überflutungen – New-Orleans-Dämme halten

Einige Orte waren von dem Sturm besonders schwer betroffen: In dem sehr niedrig gelegenen Landkreis Plaquemines nahe der Küste Louisianas waren Rettungsmannschaften bis zum Mittwochnachmittag dabei, Dutzende Menschen von Dächern und aus Dachböden überfluteter Häuser zu retten. Sie waren vor dem Eintreffen des Sturms aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen, aber hatten sich zum Bleiben entschieden. Die Rettungsteams stellten ihre Arbeit in der dünn besiedelten Gegend in der Nacht auf Donnerstag ein. Es sei niemand mehr zurückgeblieben sei, der ihrer Hilfe bedürfe, so die Behörden. Vor allem im Süden des Bundesstaates Louisiana verursachte der Sturm heftige Überflutungen. Auch in den Staaten Mississippi, Alabama und Arkansas sorgten “Isaacs” Ausläufer für Stromausfälle.

Im Gebiet von New Orleans stellte Hochwasser von mehr als drei Metern nach dem Hurrikan “Katrina” ausgebaute Flutwälle auf die Probe. Anscheinend gab es jedoch keine Probleme. Das System funktioniere wie es solle, hieß es in einer Mitteilung des zuständigen Ingenieurkorps der Army. Die Dämme waren nach dem verheerenden Hurrikan “Katrina” im Jahr 2005 angelegt worden. Der Hurrikan hatte die Südstaaten-Metropole damals schwer getroffen. Die Stadt versank in den Fluten, in der Region kamen mehr als 1.800 Menschen ums Leben.

Der Bürgermeister von New Orleans, Mitch Landrieu, verfügte für die Nacht zum Donnerstag eine Ausgangssperre in der Stadt, um Plünderungen zu verhindern. Es habe zwar nur einige wenige Fälle gegeben, aber er wolle, dass Sicherheitskräfte in der Nacht ohne Störungen patrouillieren könnten, zitierte die “Times-Picayune” den Bürgermeister.

(APA)

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