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A380: Größter Passagierjet aller Zeiten

In der kommenden Woche soll vom Flughafen Toulouse-Blagnac erstmals der A380 abheben, mit dem der europäische Flugzeugbauer Airbus den legendären Jumbo-Jet des Erzrivalen Boeing überflügeln will.

Die Nachrichtenagentur AFP stellt Eckdaten zusammen:

GRÖßE: In ihrer Standardversion als A380-800 bietet die Maschine 555 Sitze in drei Klassen, deutlich mehr als der Boeing-Jumbo 747-400 mit gut 418 Plätzen. Charterversionen mit nur einer Klasse dürften 850 Menschen befördern können. Der Riesen-Flieger hat fast 80 Meter Spannweite und damit knapp zehn Meter mehr als ein Jumbo, mit 73 Metern ist er zudem fast neun Meter länger. Die Höhe von 24 Metern macht Umbauarbeiten an den Flughäfen erforderlich, um den Passagieren einen direkten Zugang zu beiden Decks des A380 zu schaffen.

KOMFORT: Airbus hebt in der Werbung für den A380 nicht nur auf die große Zahl der Sitzplätze ab, sondern auch auf den Komfort. Gegenüber dem Jumbo soll es ein Drittel mehr Raum je Sitzplatz und doppelt so viel Raum in den Gängen geben. In Zukunft werde es Doppelbetten über den Wolken geben, schwärmte bereits der Chef der Fluggesellschaft Virgin, Richard Branson. Mit den ebenfalls vorgesehenen Spielcasinos an Bord werde es also „mindestens zwei Möglichkeiten geben, auf unseren Flügen glücklich zu werden“. Virgin will im A380 auch Schönheitssalons, Bars und einen Fitnessraum einrichten.

REICHWEITE: Die Durchschnittsreichweite mit einer Tankfüllung gibt Airbus mit 15.000 Kilometern an. Dank moderner Triebwerke von Rolls-Royce und General Electric sowie teils neu entwickelter Baustoffe soll der neue Jet nur drei Liter Kerosin pro Passagier auf hundert Kilometer verbrauchen.

TOULOUSE: Für die Endmontage der Einzelteile des A380 wurde im südfranzösischen Toulouse eine 490 Meter lange, 250 Meter breite und 46 Meter hohe Fertigungshalle errichtet. Die Bauteile werden über eine 240 Kilometer lange Straße mit Tiefladern von der Atlantikküste antransportiert.

HAMBURG: Eine wichtige Rolle spielt das Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder, das kürzlich die 2000. Neueinstellung für das A380-Programm bekanntgab. Die Maschinen werden für die Innenausstattung mit Sitzen und Unerhaltungselektronik von Toulouse nach Hamburg geflogen, wo sie auch den Lackanstrich verpasst bekommen. Die Hansestadt übernimmt zudem künftig Auslieferungen an Airlines, Frachtdienste und Leasingunternehmen in Europa und im Nahen Osten.

TESTPHASE: Das Testflugprogramm, das gut ein Jahr dauern soll, wird in Toulouse absolviert. Die ersten vier A380-Flugzeuge sind ausschließlich für Tests eingeplant. Nummer eins wurde mit 20 Tonnen Sensoren, Sendern und Rechenmaschinen bestückt. Zur sechsköpfigen Crew des Jungfernflugs zählt neben den französischen Piloten Claude Lelaie und Jacques Rosay der deutsche Bordingenieur Manfred Birnfeld.

LINIENBETRIEB: Im Sommer 2006 soll der erste A380 für den Linienbetrieb ausgeliefert werden. Wenn alles gut geht, wird sich Singapore Airlines mit damit schmücken können. Die Wirtschaftlichkeit des A380-Programm ist nach derzeitigen Kalkulationen nach Auslieferung von 270, wenn nicht gar 300 Exemplaren gewährleistet. Derzeit liegen gut 150 Festbestellungen vor. Der Listenpreis beträgt zwischen 260 und 290 Mio. Dollar (zwischen 200 und 223 Mio. Euro).

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