Kündigt Trump hier den Beginn des nächsten Krieges an?
Adressiert an Fluggesellschaften, Piloten – und in demselben Atemzug auch an Drogen- und Menschenhändler – erklärte Trump: "Bitte betrachten Sie den Luftraum über und um Venezuela als vollständig gesperrt."
Hintergrund: Eskalation mit Ansage
Die ungewöhnlich deutliche Ansage folgt einer Warnung der US-Luftfahrtbehörde FAA, die bereits vor einer Woche Sicherheitsbedenken für Überflüge über Venezuela ausgesprochen hatte. Die Behörde nannte als Grund die "sich verschlechternde Sicherheitslage und die verstärkten militärischen Aktivitäten in oder um Venezuela". Flugzeuge, die das Gebiet dennoch überqueren, sollten "besondere Vorsicht walten lassen".
In der Folge dieser Warnung zogen sich mehrere internationale Fluglinien zurück. Die spanische Iberia, Portugals TAP, die chilenische Latam, Avianca aus Kolumbien sowie die brasilianische GOL haben seither ihre Flüge nach Venezuela eingestellt oder angepasst. Die Sicherheitslage sei zu unübersichtlich geworden, hieß es übereinstimmend.
Militärpräsenz in der Karibik wächst
Hintergrund der verschärften Warnungen ist die zunehmende militärische Präsenz der USA in der Karibik. In den vergangenen Wochen wurden laut offiziellen Angaben mehrere Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge in die Region verlegt – mit dem erklärten Ziel, den Drogenhandel einzudämmen. Seit September hätten US-Streitkräfte mehr als 20 mutmaßliche Schmugglerboote versenkt und über 80 Personen bei Einsätzen im Karibikraum und im Ostpazifik getötet.
Washington wirft der venezolanischen Regierung unter Präsident Nicolás Maduro (63) seit Jahren vor, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aktiv zu fördern. Caracas weist diese Vorwürfe regelmäßig zurück und spricht von einer gezielten Kampagne zur Destabilisierung seines Landes.
Telefongespräch sorgt für Spekulationen
Trotz der angespannten Lage und martialischen Töne aus Washington wurde bekannt, dass es am Freitag ein Telefongespräch zwischen Donald Trump und Nicolás Maduro gegeben haben soll. Das berichtet die "New York Times" unter Berufung auf US-Regierungskreise. Dabei soll es auch um ein mögliches Treffen in den Vereinigten Staaten gegangen sein. Auch US-Außenminister Marco Rubio (54) sei demnach an dem Gespräch beteiligt gewesen.
Ob es sich dabei um einen diplomatischen Vorstoß oder um eine taktische Finte handelt, ist derzeit unklar. Beobachter in Washington und Caracas zeigen sich gleichermaßen überrascht.
Flüge seit 2019 ausgesetzt
Bereits seit 2019 gibt es keine direkten Passagier- oder Frachtverbindungen zwischen den USA und Venezuela mehr. Dennoch nutzen einige Fluggesellschaften den venezolanischen Luftraum weiterhin für Routen nach Südamerika. Genau hier setzt nun Trumps Warnung an – verbunden mit einem deutlichen Ton, der an frühere Eskalationen im Verhältnis zwischen den beiden Staaten erinnert.
(VOL.AT)
Du hast einen Hinweis für uns? Oder einen Insider-Tipp, was bei dir in der Gegend gerade passiert? Dann melde dich bei uns, damit wir darüber berichten können.
Wir gehen allen Hinweisen nach, die wir erhalten. Und damit wir schon einen Vorgeschmack und einen guten Überblick bekommen, freuen wir uns über Fotos, Videos oder Texte. Einfach das Formular unten ausfüllen und schon landet dein Tipp bei uns in der Redaktion.
Alternativ kannst du uns direkt über WhatsApp kontaktieren: Zum WhatsApp Chat
Herzlichen Dank für deine Zusendung.