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Argentinien ist Weltmeister!

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In einem an Spannung kaum zu überbietendem Endspiel setzt sich Argentinien gegen Titelverteidiger Frankreich nach Elfmeterschießen durch.
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Showdown mit Messi - Frankreich will nun dritten WM-Titel
Historischer Coup oder Messi-Krönung im Finale

Wer holt sich den dritten Stern? Diese Frage stellte sich vor dem Finale zwischen Argentinien und Frankreich bei der Wüsten-WM 2022. Während die Südamerikaner vom ersten Weltmeistertitel seit 1986 träumten, wollten die Franzosen ihren Titel von 2018 verteidigen. Dieses Kunststück gelang zuletzt Brasilien vor 60 (!!!) Jahren.

Auf den Rängen des Lusail Stadions dominierten erwartungsgemäß die Fans der "Albiceleste". Aber auch auf dem Rasen hatten die Argentinier in den ersten 45 Minuten deutliche Vorteile. Die Scaloni-Elf präsentierte sich in Halbzeit eins mutiger und präsenter als der Gegner.

Messi vom Punkt

Dieser Auftritt sollte dann auch mit der Führung belohnt werden. Di Maria ließ auf der linken Seite Gegenspieler Dembele aussteigen und drang in den Sechzehner vor. Dort wurde der 34jährige Routinier vom Barcelona-Akteur gelegt und der polnische Referee Marciniak entschied sofort auf Elfmeter. Zum fälligen Strafstoß trat Lionell Messi an, der Superstar verwertete ganz souverän zum 1:0. Für den argentinischen Nationalheld war es im 26. WM-Spiel (was neuen Rekord bedeutet) der insgesamt 12. Treffer bei einer Endrunde.

Di Maria erhöht

Von Frankreich war auch weiterhin in der Offensive wenig zu sehen und so erhöhte Argentinien nach 36 Minuten auf 2:0. Ein perfekter Konter über mehrere Stationen wurde schließlich von Di Maria erfolgreich abgeschlossen. Didier Deschamps reagierte daraufhin mit einem Doppelwechsel, für Dembele und Giroud war das Endspiel früh beendet, mit Kolo Muani und Thuram kamen zwei frische Offensivkräfte auf das Feld.

Mit diesem Spielstand wurden schließlich auch die Seiten gewechselt, Argentinien führte nach einer nahezu perfekten Halbzeit hochverdient. Der Titelverteidiger blieb vieles schuldig, es wurde kein einziger Torschuss auf das Gehäuse von Martinez abgegeben.

Auch nach Seitenwechsel verlief die Partie zunächst ähnlich. Die Franzosen zeigten sich zwar etwas verbessert, die argentinische Defensive präsentierte sich allerdings weiterhin in überragender Verfassung. So dauerte es bis Minute 70, als Mbappe erstmals wirklich in Aktion trat und mit einem Abschluss auffiel. Ein Schuss des 23jährigen landete aber weiter über dem Kasten.

Französischer Doppelschlag

Durch einen einzigen schläfrigen Moment in der südamerikanischen Defensive kamen die Franzosen dann allerdings zurück in dieses Endspiel. Otamendi verlor ein Laufduell gegen Kolo Muani, brachte diesen im Sechzehner zu Fall und es gab erneut Elfmeter. Mbappe übernahm die Verantwortung und verkürzte auf 1:2 (80.).

Frankreich schöpfte nun neue Hoffnung und es dauerte keine zwei Minuten, da fiel auch schon der Ausgleich. Coman leitete einen Angriff über die rechte Seite ein, Thuram im Zusammenspiel mit Mbappe und der französische Topstar verwertete per Volley zum 2:2.

Das Momentum war jetzt natürlich ganz klar auf Seiten des amtierenden Weltmeisters. "Les Bleus" suchten die Entscheidung noch in der regulären Spielzeit, in der achtminütigen Nachspielzeit fanden allerdings beide Teams jeweils noch die Chance auf den dritten Treffer vor. Die Torhüter Martinez und Lloris konnten mit Paraden gegen Rabiot (94.) und Messi (97.) diesen allerdings verhindern und so ging es in die Verlängerung.

In der ersten Halbzeit dieser Verlängerung fanden die Argentinier die besten zwei Gelegenheiten vor. Jeweils war es der eingewechselte Lautaro Martinez, der zum Abschluss kam. In der ersten Szene rettete Upamecano mit einem perfekt getimeten Block, wenig später verpasste der 25jährige das Gehäuse nur knapp.

Dramatik pur

Die Dramaturgie dieses Endspiels hatte seinen Höhepunkt allerdings noch lange nicht erreicht. Es lief Minute 109, da kombinierten sich die Argentinier erneut vor das gegnerische Tor. Lautaro Martinez schloss ab, Lloris wehrte direkt vor die Beine vor Messi ab und dieser bugsierte die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie. Die Goal-Line-Technologie signalisierte dem Unparteiischen sofort, dass der Ball die Linie in vollem Umfang überquert hatte und die "Albiceleste" lag neuerlich in Front.

Die Antwort der "Equipe Tricolore" ließ nicht allzu lange auf sich warten. Nach einem Handspiel von Montiel im eigenen Strafraum gab es erneut Elfmeter, wieder trat Mbappe an und erzielte eiskalt den 3:3-Ausgleich (118.). Kolo Muani hatte in der Nachspielzeit der Verlängerung den Siegtreffer auf dem Fuß, Keeper Martinez rettete sein Team mit einer Glanzparade. Aber auch auf der Gegenseite wurde es noch einmal gefährlich, Lautaro Martinez setzte einen Kopfball neben das Tor.

Argentinische Extase

Damit sollte die Entscheidung in diesem so abwechslungsreichen und dramatischen Endspiel also im Elfmeterschießen fallen. Während die ersten drei Argentinier trafen, scheiterten Coman und Tchouameni bei den Franzosen. Ausgerechnet Montiel, der in der Verlängerung noch den Elfmeter zum Ausgleich verschuldete, sollte am Ende zum Helden werden. Denn der 25jährige Akteur des FC Sevilla verwertete den entscheidenden Elfmeter zum vielumjubelten Titel für die Südamerikaner.

Bei den Argentinieren und ihren Fans brachen nun endgültig alle Emotionen heraus, das arg gebeutelte Land darf sich 36 Jahre nach dem letzten WM-Titel endlich wieder über die Krönung beim wichtigsten Fußballturnier der Welt freuen. Lionel Messi setzte damit auch das Sahnehäubchen auf seine herausragende Karriere. So lange hatte der 35jährige Superstar auf diesen Titel warten müssen, einen besseren Abschluss seiner Laufbahn in der Nationalmannschaft hätte es wohl nicht geben können.

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(VOL.AT/SID/APA/dpa)

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