Söder rüffelt Kurz: "Am Anfang hat man von ihm lernen können"

Am Anfang habe man von Kurz lernen können, später aber nicht mehr,
Am Anfang habe man von Kurz lernen können, später aber nicht mehr, ©APA-VOL.AT
"Später aber nicht mehr." Österreichs Kanzler habe mit den Corona-Maßnahmen zu lange gewartet. - Der heutige Montag ist der letzte Tag ohne massive Einschränkungen in Österreich.
Deutschlands Lockdown hat begonnen

Bayerns Ministerpräsident war am Sonntag beim „Corona-Talk bei Anne Will“ zu Gast. Politiker und Experten diskutierten die Lage der Nation unter dem Titel „Vier harte Wochen – wie nachhaltig wirken die Anti-Corona-Maßnahmen?“

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder teilte dabei heftig gegen Österreich und Kanzler Kurz aus. Am Anfang habe man von Kanzler Kurz lernen können, später aber nicht mehr, kritisiert Söder die Corona-Politik Österreichs in den letzten Monate.

Kurz habe zu lange gewartet.

„Immer dann, wenn jemand zu lange gewartet hat, muss er sehr scharf nachziehen“, urteilt der CSU-Chef zu den kommenden, strengen Maßnahmen in Österreich ab morgen, Dienstag.

Hier geht es zum Podcast der gestrigen "Anne Wil"-Sendung

Söder: Alternative wäre nur, es laufen zu lassen

Die seit diesem Montag in Deutschland geltenden strengeren Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie hat Söder indes bei Anne Will verteidigt. "Die Alternative wäre, es laufen zu lassen", sagte der CSU-Chef am Sonntagabend in der Sendung. Das würde aber einen enormen Anstieg der Infektionen bedeuten. Die Folge seien das Volllaufen der Krankenhäuser und am Ende auch hohe Todeszahlen.

"Es gibt auf der ganzen Welt kein anderes Konzept als das Reduzieren von Kontakten, um auf Corona zu reagieren", so Söder. "Wenn es ein besseres, leichteres gäbe, würden wir es ja sofort anwenden." Hinzukomme, dass der jetzige Lockdown milder sei als im Frühjahr und in anderen europäischen Ländern.

Teil-Lockdown in Deutschland

Von diesem Montag an sind in allen Bundesländern entsprechende Verordnungen in Kraft. Bundesweit müssen Gastronomie, Kultur und Freizeiteinrichtungen weitestgehend schließen. Auch für persönliche Treffen gelten strengere Regeln: In den meisten Bundesländern dürfen nur noch zwei Haushalte zusammenkommen - teils gilt das sogar für Treffen im privaten Raum. Das Herunterfahren der Kontakte soll verhindern, dass Gesundheitsämter und das Gesundheitssystem überlastet werden, insbesondere die Intensivstationen.

2. Lockdown in Österreich startet am Dienstag

Der Montag ist der letzte Tag ohne massive Einschränkungen in Österreich. Denn ab Dienstag (0.00 Uhr) gelten weitreichende Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Der von der Regierung angekündigte "zweite Lockdown" dauert mindestens bis 30. November. Vorgesehen sind etwa Ausgangsbeschränkungen zwischen 20.00 und 6.00 Uhr. In dieser Zeit darf man nur zu bestimmten Zwecken den Wohnbereich verlassen. Der gesamte Handel und Dienstleister wie Friseure bleiben aber offen.

Dennoch bringt der auch der zweite Lockdown massive Einschnitte in die Freiheit der Bevölkerung. Neben den nächtlichen Ausgangsbeschränkungen dürfen sich nur mehr zwei Haushalte treffen, Garagen- und Gartenpartys sind auch verboten.

Düster schaut es auch für Gastronomie, Freizeit- und Tourismuswirtschaft aus: Veranstaltungen werden mit Ausnahme des Profisports verboten. Auch Theater, Museen und Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbäder oder Fitnessstudios müssen schließen. Lokale dürfen nur noch Abhol- und Lieferdienste anbieten, Hotels dürfen keine Touristen, sondern nur noch Geschäftsreisende aufnehmen. Die Regierung versprach ein Hilfspaket, so sollen bis zu 80 Prozent der Umsatzausfälle abgedeckt werden.

Kindergärten, Volksschulen und Unterstufenklassen bleiben nun anders als im März geöffnet, die Oberstufe wechselt ebenso wie die Unis ins Distance Learning. Besuche in Krankenhäusern und in Alters-und Pflegeheimen werden limitiert.

"Im Zentrum: "Drastische Maßnahmen - Verliert Österreich die Kontrolle?"

(APA) (Red.)

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