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Diskussion zwischen Mohren-Chef und Aktivistinnen

BLM-Aktivistin Vanessa Edionwe (links) und Mohren-Chef Thomas Pachole.
BLM-Aktivistin Vanessa Edionwe (links) und Mohren-Chef Thomas Pachole. ©Vorarlberg heute Screenshot/Mohren
Ist das Logo der Mohrenbrauerei rassistisch oder nicht? Muss es geändert werden? Um diese Fragen ging es im Gespräch zwischen Mohren-Chef Thomas Pachole, den Black Lives Matter-Aktivistinnen Noreen Mughal und Vanessa Edionwe auf Radio Vorarlberg.
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Mit der Rassismus-Kritik kann das Unternehmen nichts anfangen. "Das Logo ist 220 Jahre alt und Teil des Vorarlberger Kulturkreises. Es ist kein Zeichen von Rassismus, sondern der Kopf steht für Akzeptanz und soll ein verbindendes Element sein", so Thomas Pachole.

Das Unternehmen betonte in den vergangenen Tagen immer wieder, dass Rassismus-Vorwürfe vor allem aus dem Ausland komme und das Bier auch bei Menschen mit Migrationshintergrund beliebt sei. Dass dem nicht immer so ist, beweisen die Vorarlberger Aktivistinnen Noreen Mughal und Vanessa Edionwe. "Wie viel ist Tradition wert, wenn sich andere dadurch beleidigt fühlen?", fragte Mughal an die Andresse der Brauerei. Sie habe bei einem Marktanteil von 60 Prozent eine gewisse Verantwortung, wie Vorarlberg auch nach außen hin wirkt. "Gerade deshalb ist eine konstruktive Diskussion so wichtig", antwortete Pachole.

"Wurden als Nazis beschimpft"

Und genau solche konstruktiven Diskussionen habe Pachole in den vergangenen Tagen vermisst. Was dem Brauerei-Chef vor allem in Erinnerung geblieben ist, sind die Angriffe auf sein Unternehmen: "Wir wurden als Nazis beschimpft." Durch die untergriffige Diskussion vor allem in den sozialen Medien sah sich das Unternehmen am Montag dazu gezwungen, seine Kanäle auf Facebook und Instagram zu schließen.

Diese Untergriffe befürworten die Aktivistinnen nicht, wie sie betonen. Auch ihnen sei eine konstruktive Diskussion wichtig. Fest steht für Vanessa Edionwe, deren Eltern aus Nigeria stammen, dass das Logo aus einer Zeit stammt, in der Schwarze in abwertender Weise zu Unterhaltungszwecken benutzt wurden. "Diese Karikatur wurde damals auch verwendet, um Rassentheorien zu verbreiten. Dass Leute immer noch darauf beharren wollen, dass das nichts mit Rassismus zu tun habe, ist fragwürdig", so Edionwe.

"Wir sind stolz auf das Bier aus Vorarlberg"

Die Aktivistinnen betonen, dass sie ein Zeichen setzen wollen. "Ich könnte jetzt auch vor meinem Handy sitzen und böse Mails an die Mohrenbrauerei schreiben. Das tun wir aber nicht. Deswegen sind wir heute hier", so Mughal. "Es geht nicht um die Vergangenheit, die können wir nicht mehr beeinflussen. Wir als Vorarlberger müssen in die Zukunft schauen und uns der Zeit anpassen. Das ist auch die Verantwortung der Mohrenbrauerei. Wir sind stolz auf das Bier aus Vorarlberg. Und wieso kann das Bild aus Vorarlberg nicht etwas Positives sein?".

Enorme Kosten durch Logo-Änderung

Aber auch wenn die Mohrenbrauerei sich dazu entscheiden würde, etwas am Logo zu ändern, wäre das mit enormen Kosten verbunden. Die Umstellung würde wohl einen mehrstelligen Millionenbeitrag kosten, schätzte Pachole in der Sendung.

Auch Hanno Schuster, Experte für Markenkommunikation, bestätigt, dass die Logo-Änderung mit einem beträchtlichen Risiko für das Unternehmen verbunden wäre und Jahre dauern würde. Im Hinblick auf jüngere Zielgruppen sieht er aber auch Chancen in einer Änderung des Logos.

(Red.)

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