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63-Jähriger soll in Kinderdorf Mädchen missbraucht haben

Bregenz - Ein 63-jähriger Ehemann einer Kinderdorfmutter soll in Bregenz über Jahre hinweg an Mädchen sexuelle Übergriffe verübt und sie unsittlich berührt haben.

Der Mann ist verdächtig, sich an mindestens sechs unmündigen Mädchen vergangen zu haben. Nach Angaben der Sicherheitsdirektion ist der 63-Jährige teilgeständig. Der Geschäftsführer des Vorarlberger Kinderdorfs, Christoph Hackspiel, zeigte sich in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz tief betroffen.

Die Übergriffe auf die Mädchen haben sich laut Hackspiel über zumindest die vergangenen vier Jahre erstreckt. Die sechs betroffenen Mädchen sind heute zwischen 13 und 19 Jahre alt. Drei der Mädchen wohnen noch im Kinderdorf und haben sich vor fünf Wochen mit ihren Vorwürfen an die Dorfleiterin gewandt, als der 63-Jährige auf Urlaub war. Die belastenden Aussagen der anderen drei Mädchen, die das Kinderdorf bereits verlassen haben, sind im Zuge der polizeilichen Ermittlungen zu Tage getreten.

Laut Hackspiel hat die Kinderdorfmutter in ihrer Familie in den vergangenen zwölf Jahren insgesamt 15 Kinder betreut, zuletzt waren es fünf. Die vermuteten Übergriffe hätten ausschließlich in dieser Familie stattgefunden, betonte Hackspiel. Das Dienstverhältnis mit der Kinderdorfmutter sei in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst worden. „Sie ist tief erschüttert“, betonte der Geschäftsführer des Vorarlberger Kinderdorfs. Sie habe ihm gegenüber versichert, nichts von den Vorfällen bemerkt zu haben.

Der Verdächtige wurde am Freitag festgenommen und sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen sind am Laufen. Die Staatsanwaltschaft in Feldkirch machte am Vormittag keine näheren Angaben zu dem Fall. „Wir haben die Behörden sofort bei Bekanntwerden der Vorwürfe informiert“, betonte Hackspiel. Die Mädchen würden von internen und externen Kinderschutzfachleuten professionell begleitet. „Sie sind dankbar, dass wir so ernst nehmen“, sagte Hackspiel. Mit den Eltern der Mädchen habe man „einen guten Austausch“.

Hackspiel zeigte sich besonders erschüttert darüber, dass offenbar „Vertrauen gebrochen worden ist“. Man werde die Vorfälle intern zum Anlass nehmen, Schutzmöglichkeiten und Sicherungsmaßnahmen neuerlich kritisch zu prüfen und zu verstärken. Hundertprozentiger Schutz sei allerdings nie möglich, bekannte Hackspiel. Das Vorarlberger Kinderdorf begleitet derzeit mit 180 Mitarbeitern etwa 1.000 Kinder.

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