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500 Tote nach Militäroffensive im äthiopischen Tigray

Tigray ist derzeit weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten
Tigray ist derzeit weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten ©APA (AFP)
Während der andauernden Militäroffensive der äthiopischen Regierung gegen die Regierungspartei der Region Tigray sind nach Angaben von Addis Abeba Hunderte Menschen getötet worden. Der staatliche Sender Fana zitierte am Dienstag einen führenden Militärvertreter, der von 500 getöteten Mitgliedern der "Extremistengruppe" sprach. Mehrere Tausende Menschen seien auf der Flucht, berichtete die Vereinten Nationen.

Allerdings konnten diese Angaben nicht unabhängig nachgeprüft werden, da Tigray derzeit von der Außenwelt weitgehend abgeschnitten ist und Internet- und Telekommunikation kaum möglich ist. Äthiopiens Verteidigungsminister Kenea Yadeta betonte am Mittwoch erneut die Angaben der Regierung, die Offensive in Tigray sei kein Bürgerkrieg, sondern eine "Maßnahme des Gesetzesvollzugs".

Die Vereinten Nationen sprachen nach Reuters-Informationen am Mittwoch von 6.000 bis 7.000 Menschen, die die Region Tigray im Norden des Landes wegen der anhaltenden Kämpfe bereits Richtung Grenze verlassen haben. "Die Zahl steigt rund um die Uhr", sagte Alsir Khaled von der Sudanesischen Flüchtlingskommission.

Addis Abeba hatte nach Monaten der Spannungen zwischen der äthiopischen Regierung und der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) vor einer Woche eine Offensive gegen die Rebellengruppe und Regierungspartei von Tigray begonnen. Hilfsorganisationen warnen vor einer humanitären Krise in Folge der Offensive. Die TPLF war die dominante Partei in der Parteienkoalition, die Äthiopien mehr als 25 Jahre lang mit harter Hand regierte. Dies änderte sich, als Abiy 2018 an die Macht kam: Er brachte Reformen auf den Weg, entfernte Funktionäre der alten Garde und gründete eine neue Partei, der die zuvor in der Parteienkoalition vertretene TPLF nicht beitrat.

Die TPLF und viele Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten und wünschen sich größere Autonomie. Unter Abiy - der im Vorjahr den Friedensnobelpreis erhielt - haben die ethnischen Spannungen und Konflikte in dem Vielvölkerstaat Äthiopien mit seinen rund 112 Millionen Einwohnern zugenommen. Analysten warnen bereits vor einem Konflikt, der die Region destabilisieren könnte.

(APA/dpa)

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