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Bühnen-Szenario für ein berühmtes U-Boot

Hardy Krüger jrt. als Kapitän des U-Bootes U 96.
Hardy Krüger jrt. als Kapitän des U-Bootes U 96. ©Kulturbühne AMBACH
„Applaus“-Gastspiel mit Publikumsliebling Hardy Krüger jr.

Götzis. (sch) Kurz vor Weihnachten keine Rede von der „stillsten Zeit im Jahr“ auf der Kulturbühne AMBACH. Die Reihe der „Applaus“-Gastspiele mit Gaststars brachte „Das Boot“, Schauspiel nach dem Roman von Lothar-Günther Buchheim, auf die Bretter der Kulturbühne; und diese waren für zwei Stunden das Szenario für ein in Meerestiefen dahinjagendes U-Boot. Berühmt geworden ist es durch Roman und als Film mit der Nummer U 96. Der deutsche Maler, Fotograf, Verleger, Autor, Filmemacher, Sammler etc. Lothar-Günther Buchheim (1918-2007) schrieb 1973 nach eigenen Kriegserlebnissen den Roman „Das Boot“. Er wurde millionenfach verkauft, in 30 Sprachen übersetzt und als Welterfolg 1981 von Wolfgang Petersen mit Jürgen Prochnow als Kapitän verfilmt. Fast zwangsläufig gab es auch eine Bühnenversion (von Kjetil Bang-Hansen), in der Inszenierung von Johannes Pfeifer, die „a.gon münchen, Theater aus Leidenschaft“ als Gastspiel AMBACH präsentierte. Der beliebte TV-Star Hardy Krüger jr. spielte die Hauptrolle des Kapitäns inmitten eines Ensembles von acht schicksalhaft aneinandergeketteten, hart gewordenen Matrosen in steter Lebensgefahr.
Das düstere U-Boot-„Gefängnis“ des Bühnenbldes schuf Pamela Schmidt..

Gegen Kriegswahnsinn

Die U-Boote, von Buchheim „eiserne Särge“ genannt, sind hier mit ihrem todgeweihten Menscheninhalt eine eindringliche Anklage des Krieges (1941) und Hitlers Wahnsinn, ohne Rücksicht auf Verluste, zuletzt auch Jugendliche, sinnlos „absaufen“ zu lassen. Ja, die Verlustquote bei den U-Boot-Männern war enorm hoch – von 40.000 sind 30.000 im Atlantik geblieben … Petersens Film bleibt unvergesslich, denn hier wurde mit filmischen Mitteln, eindrucksvollen Schnitten, Trickszenen, Großaufnahmen etc .eine bedrückend dichte Atmosphäre geschaffen. Leider kann man auf einer großen Guckkastenbühne nur wenig klaustrophobische Stimmung vermitteln, obwohl sich die neun Schauspieler vor allem lauthals bemühten, ihren Kummer, die Ängste und Leiden hinauszubrüllen. Und der schöne Hardy, absoluter Frauenschwarm in etlichen TV-Kanälen, war als Kapitän mit weißer Mütze auch nur einer der leidenden Schar und konnte sich von der Rolle her leider nicht profilieren. Er kommt aber wieder nach Götzis.

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