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400.000 Euro, die viele Ideen Realität werden lassen

Crowdfunding-Plattform „Mit.einander“ führt Initiatoren und spendenbereite Menschen zusammen.
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Innovative und kreative Projektideen gibt es einige im Land. Die Realisierung scheitert allerdings oft an der Finanzierung. Eine gute und immer beliebter werdende Möglichkeit, um Unterstützer und Initiatoren zusammenzubringen, ist das sogenannte Crowdfunding. Statt großer Investoren werden für die finanzielle Unterstützung eines Projektes viele kleine Geldgeber gesucht. Der Vorteil dabei ist, dass auf diese Weise auch Normalverdiener als Investoren von Zukunftsprojekten fungieren können.

Die Raiffeisenbanken haben vor rund drei Jahren die Online-Plattform „Mit.einander“ ins Leben gerufen. Karitative Organisationen und Vereine aus der Region können ihr Projekt hier vorstellen und den Betrag nennen, den sie für die Umsetzung der Idee benötigen. Wird der Zielbetrag innerhalb eines vorher festgelegten Zeitraumes erreicht, geht es an die Umsetzung. Ansonsten erhalten die Geldgeber ihren finanziellen Beitrag zurück.

Skikurs fürs Kinderdorf

Viele der Projekte auf der Plattform waren beim Werben um finanzielle Unterstützung erfolgreich, wie ein Blick auf die bisherige Bilanz zeigt. Besonders erfreulich: im Jahr 2018 konnte die 400.000-Euro-Marke geknackt werden. Die Bandbreite der insgesamt 78 bereits umgesetzten Ideen ist vielfältig. Da wäre zum Beispiel Pia. Sie hat einen Traum, nämlich Skirennläuferin zu werden. Das Mädchen lebt im Kinderdorf Kronhalde. Sie und 16 andere Kinder aus dem Kinderdorf möchten einen Skikurs besuchen. Dafür sind sie auf 3500 Euro finanzielle Unterstützung angewiesen. In einem weiteren Projekt sucht der Bregenzer Verein Trigantium Geld für ein Schulgebäude im äthiopischen Bore. 150 Kinder sollen bei Erreichen des Zielbetrages die neue Schule besuchen können. Ständig kommen weitere wie diese Projekte hinzu.

„Allein im Jahr 2018 wurden 23 Projekte erfolgreich realisiert“, freut sich Michael Wieser, Funding-Coach der Raiffeisenbank. Eines der 2018 erfolgreich umgesetzten Projekte ist jenes von Thomas Flax. Sein großer Traum: Die paralympischen Spiele in Tokio 2020. Seit einem folgenschweren Mountainbike-Unfall sitzt der 35-Jährige im Rollstuhl. „Tennis hat mir damals den Weg zurück ins Leben geebnet.“ Von klein auf lernte er den Sport, durch den Unfall wurde daraus aber mehr als nur ein Hobby. „Das Rollstuhltennis ermöglichte er mir, europaweit und weltweit zu Turnieren zu reisen.“

Über „Mit.einander.at“ suchte er mit seinem Verein, dem Rollstuhlclub ENJO, nach Investoren für einen speziell angefertigten Rollstuhl. Kostenpunkt: 9000 Euro. Dazu kommen zusätzliche Trainingseinheiten und Vorbereitungsturniere in Deutschland, Italien und Russland. Die Qualifikationsphase startet bereits kommenden Juni und wird ein ganzes Jahr lang dauern. „Die kommenden 18 Monate will ich mich komplett auf die Paralympics konzentrieren, um bestmöglich vorbereitet zu sein.“

Innerhalb eines Monats konnte der Sportler das benötigte Geld über die Crowdfunding-Plattform zusammenbringen. Seinem großen Traum von Tokio kommt er damit ein großes Stück näher. „Für Sportler gibt es auch andere interessante Plattformen. Mir war es allerdings wichtig, eine aus Vorarlberg zu wählen.“ Flax ist der Überzeugung, dass Menschen aus Vorarlberg enger zusammenhalten. „Mein Vorhaben kann ich einem Vorarlberger viel besser erklären als zum Beispiel einem Wiener. Durch die persönliche Betreuung war dann schnell klar, dass ich es über ‚Mit.einander‘ versuchen werde“, erklärt der studierte Medienwirtschaftler.

Welle der Solidarität

Die vielen positiven Reaktionen haben Thomas Flax berührt. „Ich war von der Welle der Solidarität überwältigt. Ich bekam zu spüren, wie viele Leute mich emotional und finanziell unterstützen wollen“, schildert der Profisportler. Für ihn sei es daher klar, dass das, wofür er die kommenden eineinhalb Jahren kämpfen wird, nicht umsonst ist, unabhängig davon, ob es am Ende funktioniert oder nicht.

Bei der Plattform geht es nicht nur um eine Geldspritze. „Es geht auch darum, Institutionen und Vereinen eine gewisse Öffentlichkeit zu bieten. Durch das Crowdfunding erreichen die Projekte und die Menschen dahinter einen Bekanntheitsgrad“, betont Michael Wieser. Dass so viele positive Ideen vergangenes Jahr realisiert werden konnten, freut ihn. Die 400.000 Euro, die bisher gesammelt wurden, machen Vorarlberg zu einem besseren Ort, ist Wieser überzeugt.

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