3G-Regel am Arbeitsplatz führt weiter zu Problemen

Kritik an Testinfrastruktur reißt nicht ab
Kritik an Testinfrastruktur reißt nicht ab ©APA/ROLAND SCHLAGER
Seit gestern gilt in der Arbeit die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet). Doch mit Ausnahme von Wien hapert es noch an der Testinfrastruktur. Teils mussten Beschäftigte heimgeschickt werden, weil ihr Testergebnis nicht rechtzeitig da war. "Es ist wirklich wild, wir gehen über vor Anfragen. Wir stehen zu 3G, aber hier hat die Politik wirklich versagt", sagte Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA, am Dienstag zur APA.

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) lenkte bereits ein und lockerte die für manche ungeimpfte Beschäftigte geltende PCR-Test-Vorschrift. Die von der strengeren Testpflicht betroffenen Personen (in Krankenhäusern, Pflege- und Altenheimen sowie in der Nachtgastronomie Tätigen) können bei Uneinbringbarkeit eines PCR-Tests auch einen Antigentest vorlegen.

Aufgrund der starken Nachfrage nach PCR-Tests kommt es verstärkt zu Problemen in den Teststraßen, in den Laboren, aber auch bei der Versorgung mit den Testsets. Gewerkschafterin Teiber berichtete von überforderten Beschäftigten in den Supermärkten, die die Testsets ausgeben müssen. "Die Mitarbeiterinnen heulen und sind verzweifelt. Die Supermärkte sind teils gestürmt worden, die Abgabeboxen sind permanent übervoll", so Teiber.

Andere berichteten laut Teiber von Wartezeiten bis zu 40 Stunden und mehr, um ein Testergebnis zu bekommen, das dann nicht mehr gilt. Der Bundesobmann der Freiheitlichen Wirtschaft, Matthias Krenn, fordert eine Rückkehr zu den bisher gültigen Wohnzimmer-Tests.

Mit Ausnahme von Wien würden derzeit zahlreiche Unternehmen in allen Bundesländern von einer massiven Überlastung der Test- und Auswertungsinfrastruktur berichten, hieß es auf APA-Anfrage seitens der Industriellenvereinigung (IV). Die Folge seien lange Wartezeiten, teilweise bis zu drei Tage für PCR-Testergebnisse. "Eine Aufrechterhaltung der Produktion ist unter diesen Umständen hochproblematisch, die Belastung für Unternehmen und ihre Beschäftigten ist angesichts der Rahmenbedingungen derzeit enorm", so die IV.

Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) will nun ein eigenes PCR-Testsystem aufbauen. Mit dem des Bundes, bei dem die Kapazitäten nicht ausreichend und die Wartezeiten zu lange seien, sei das oft nicht möglich. "Das PCR-Testsystem ist aus meiner Sicht zusammengebrochen", sagte Doskozil. Ab Mittwoch soll es in allen Standorten der Baudirektion Burgenland die Möglichkeit zu beaufsichtigten Antigen-Schnelltests geben. Von 5.00 bis 22.00 Uhr können sich Ungeimpfte testen lassen. Das Ergebnis ist am Arbeitsplatz für 24 Stunden gültig.

(APA)

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