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Pille für viele Mädchen nicht leistbar

Vor allem für Mädchen aus einkommensschwächeren Familien würde die kostenlose Pille die Verhütungssituation verbessern.
Vor allem für Mädchen aus einkommensschwächeren Familien würde die kostenlose Pille die Verhütungssituation verbessern. ©Wann&Wo
Viele Mädchen können sich die Antibabypille kaum bzw. gar nicht leisten. In Deutschland ist sie bis zum 18. Lebensjahr gratis – in Österreich hingegen nicht.

Die Kosten für die Antibabypille belaufen sich zwischen 12 und 45 Euro für eine Dreimonatspackung. Liegt diese im oberen Bereich, was oft der Fall ist, ist dies ganz schön viel Geld für junge Mädchen, wenn sie nicht vom Freund oder den Eltern unterstützt werden. In Deutschland ist daher die Pille bis zum 18. Lebensjahr gegen Vorlage eines Rezepts kostenlos – in Österreich nicht. Laut dem österreichischen Verhütungsreport von Integral und Gynmed würde jede/r zweite Befragte die Verhütungsmethode wechseln, wenn die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden würden.

Hauptgrund: Verhütung

Die Verhütung mit Kondomen ist zwar die günstigste, jedoch nicht die sicherste Variante. In Vorarlberg greifen daher viele Mädchen unter 18 Jahren bei der Verhütungsmethode auf die Antibabypille zurück, so Gynäkologin Dr. Barabara Niederer-Bauer: „Der Hauptgrund für die Erstverordnung der Pille ist der Wunsch nach Empfängnisverhütung. Die Pille ist dafür gerade bei jungen Mädels sehr beliebt, da sie zumeist den Nebeneffekt hat, als Therapie für unreine Haut zu wirken. Auch die Schmerzen während der Periode können durch die Einnahme deutlich verringert werden, genauso werden starke Regelblutungen meist deutlich abgeschwächt.“ Da die Antibabypille grundsätzlich zur Schwangerschaftsverhütung verwendet werden sollte, werden von der Krankenkasse auch in diesem Fall keine Kosten übernommen. Die Pille als reines Schönheitsprodukt zu verwenden, ist aber sowieso nicht empfehlenswert, da sie aus künstlichen Hormonen besteht, die ganz klar Einfluss auf den Körper nehmen.

Einfacher Zugang

Würden die Kosten für die Antibabypille auch in Österreich übernommen werden, wäre so der einfache Zugang zu einer sicheren Verhütungsmethode gegeben, was momentan leider nicht der Fall ist. Sexualpädagogin Michaela Moosmann vom Verein Amazone erklärt: „Zur Mädchenberatung des Vereins Amazone kommen auch Mädchen, die sich die Pille nur schwer bzw. gar nicht leisten können, weil sie ihnen zu teuer ist. Wir versuchen dann gemeinsam eine Lösung zu finden. Vor allem Mädchen aus einkommensschwächeren Familien oder solche mit niedrigerem Bildungsniveau machen früher ihre ersten sexuellen Erfahrungen und sprechen oft nicht mit den Eltern darüber. Neben guten Aufklärungsprogrammen wie z.B. dem „Klipp & Klar“-Projekt des Vereins Amazone würde die kostenlose Pillenabgabe die Verhütungssituation dieser Mädchen verbessern.“

Viele Diskussionen

Auf Nachfrage von WANN & WO beim österreichischen Gesundheitsministeriums, wieso die Pille in Österreich bis 18 Jahre nicht kostenlos ist, bekamen wir folgende Antwort: „Seit wenigen Jahren ist die Pille danach rezeptfrei erhältlich. Es wird immer wieder diskutiert, ob und in welcher Form Verhütungsmittel kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Zuletzt haben dies im Wahlkampf Jugendorganisationen gefordert. Auch stellt sich die Frage, welches Verhütungsmittel dazu geeignet ist.“

In Deutschland gratis

Antibabypille in Deutschland bis 18 Jahre gratis – in Österreich nicht In Deutschland ist die Pille gegen Vorlage eines Rezepts für Frauen bis zum 18. Lebensjahr kostenlos in den Apotheken erhältlich. Von der Volljährigkeit bis zum 20. Lebensjahr müssen dann die Rezept- sowie Praxisgebühr selbst bezahlt werden. Danach muss dann der komplette Betrag selbst bezahlt werden, außer man ist Sozialhilfeempfänger. In Österreich gibt es immer wieder Diskussionen, Verhütungsmittel kostenlos zur Verfügung zu stellen. Vor allem Jugendorganisationen fordern dies – zuletzt auch im Wahlkampf –, um ungewollte Schwangerschaften bei Jugendlichen zu verhindern.

Umfrage unter Jugendlichen

Mirella, 16, Bregenz: „Gerade für Jüngere und Schülerinnen wäre es schon super, wenn die Pille gratis wäre. Ich habe etwa 20 Euro für eine Dreimonatspackung gezahlt. Mein Frauenarzt hat mir die Pille verschrieben, weil ich monatelang durchgehend meine Tage hatte. Dadurch hat sich das eingependelt. Im Moment nehme ich sie aber nicht mehr, da ich gerade keinen Freund habe.”

Virginia, 18, Dafins: „Ich würde es echt toll finden, wenn die Pille in Österreich kostenlos in Apotheken erhältlich wäre. Ich bin selbst Schülerin und zahle für meine Pille 17 Euro im Monat. Da ich sie selbst finanzieren muss, geht es ganz schön ins Geld. Anfangs habe ich die Pille wegen Hautproblemen verschrieben bekommen. Damit ist es dann besser geworden. Ich habe sie dann aber gewechselt, da ich leider auch zugenommen habe.”

Daniela, 19, Hard: „Ich zahle im Monat etwa 10 Euro. Als ich noch Schülerin war, war das schon viel Geld, da ich es selbst zahlen musste. Ich fände es daher schon gut, wenn die Pille gratis wäre. Ich habe sie vor allem auch wegen starker Unterleibsbeschwerden genommen. Die Pille hat mir dabei schon sehr geholfen.”

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