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300 Festnahmen bei Demonstrationen gegen Lukaschenko

Erneut gingen Tausende auf die Straßen
Erneut gingen Tausende auf die Straßen ©APA (AFP)
Bei Demonstrationen gegen den weißrussischen Machthaber Alexander Lukaschenko sind am Sonntag etwa 300 Menschen festgenommen worden, wie das Innenministerium am Montag mitteilte. Zehntausende Menschen zogen wieder durch die Hauptstadt Minsk, auch in anderen Städten gab es einzelne Aktionen. Die Behörden behaupteten, die Aktion habe "von Beginn an keinen friedlichen Charakter" gehabt. Demonstranten hätten einen selbstgebauten Sprengsatz "eingesetzt".

Auf Fotos und Videos war aber zu sehen, wie Sicherheitskräfte Blend- und Schockgranaten gegen die friedliche Menschenmenge einsetzten, um sie auseinander zu treiben. Auch Warnschüsse wurden abgefeuert. Lukaschenko hatte den Demonstranten zuvor Gewalt angedroht.

Westliche Staaten forderten von Weißrussland indes die Freilassung der politischen Häftlinge. Zudem sollten die friedlichen Proteste gegen Machthaber Lukaschenko nicht länger bekämpft werden und ein Dialog mit der Opposition stattfinden, erklärten Großbritannien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, die Schweiz und die USA nach einer Sitzung des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen.

Seit der Präsidentenwahl am 9. August gibt es in Belarus regelmäßig Proteste. Das Land steckt in einer schweren innenpolitischen Krise. Lukaschenko hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen nach 26 Jahren an der Macht erneut zum Sieger erklären lassen. Die Opposition sieht dagegen die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja als wahre Gewinnerin an. Sie war ins EU-Exil Litauen geflohen.

Auch am Montag sei es zu einzelnen Streikaktionen in Betrieben gekommen, berichtete das unabhängige Nachrichtenportal tut.by. Es gab Berichte, dass 25 Mitarbeiter des Minsker Elektrotechnikherstellers METS wegen Arbeitsniederlegungen entlassen wurden. Zudem wächst der Unmut darüber, dass viele Studenten wegen Teilnahme an Protesten exmatrikuliert worden waren. Mehr als 200 Hochschullehrer hätten eine Petition gegen das Vorgehen der Behörden unterzeichnet, hieß es.

(APA/dpa)

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