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30 Jahre Visegrad waren auch für Österreich ein Gewinn

Die V4-Regierungschefs treffen regelmäßig zusammen
Die V4-Regierungschefs treffen regelmäßig zusammen ©APA (AFP/Archiv)
Die Wirtschaftsleistung der vier Visegrad-Staaten hat sich im Laufe des dreißigjährigen Bestehens dieses Bündnisses massiv erhöht. Das Bruttoinlandsprodukt in Tschechien und Ungarn hat sich verdoppelt, in Polen und der Slowakei sogar verdreifacht. Gelungen ist das mit Hilfe von EU-Transfers und ausländischen Investitionen, wobei Österreich eine herausragende Rolle gespielt und dabei selbst stark profitiert hat - und das auch in Zukunft tun wird, sagen die Ökonomen des WIIW.

Österreichs Engagement in den V4-Ländern habe sich bezahlt gemacht: Zu diesem Schluss kommt das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche in seiner Analyse anlässlich des 30-Jahre-Jubiläums der V4. Österreich gehört in Ungarn und der Slowakei jeweils zu den drei größten Investoren, in der gesamten Ländergruppe zu den Top 6. Die Investitionsbestände österreichischer Firmen in den Visegrad-Staaten beliefen sich 2019 insgesamt auf 31,6 Mrd. Euro. Die Forderungen österreichischer Banken gegenüber dem Ausland betrugen 354 Mrd. Euro, davon entfielen rund 40 Prozent auf die Visegrad-Länder.

Die Profitabilität der österreichischen Investitionen (FDI) und die Rentabilität der Bankgeschäfte seien in den Visegrad-Staaten überdurchschnittlich hoch, heißt es in der Analyse. 17,9 Prozent der österreichischen FDI-Erträge würden dort mit 15,1 Prozent der österreichischen Direktinvestitionen erwirtschaftet. Tschechien ist demnach mit einem Anteil der FDI-Einkommen von 10,8 Prozent - neben Deutschland - besonders wichtig unter den österreichischen Investitionsländern. Alle vier Visegrad-Länder gehören zu den 11 wichtigsten Handelspartnern Österreichs. Die Exporte und Importe der Visegrad-Gruppe haben sich seit der Gründung 1991 nominell fast verzwanzigfacht.

Die Wirtschaftsforscher rechnen mit einer wirtschaftlichen Erholung im laufenden Jahr und mit einem massiven Mittelzufluss aus dem neu eingerichteten EU-Aufbauprogramm "NextGenerationEU". Nach den WIIW-Berechnungen werden diese Transfers die Wirtschaftsleistung der Visegrad-Länder mindestens zwischen 1 Prozent (Tschechien) und 2 Prozent (Slowakei) pro Jahr ankurbeln. Durch die starken wirtschaftlichen Verflechtungen wird der kumulierte Impuls für Österreichs Wirtschaft im Zeitraum 2021-2022 auf mindestens 0,12 Prozent geschätzt. Damit würden die Nettobeiträge Österreichs an das EU-Budget, die 2019 bei 0,31 Prozent des österreichischen Bruttonationaleinkommens lagen, zu einem guten Drittel ausgeglichen.

(APA)

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