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25 Jahre Biotopinventar in Lustenau

Blaue Iristeppiche südlich des Schweizer Hauses im Natura 2000-Gebiet „Obere Mähder“
Blaue Iristeppiche südlich des Schweizer Hauses im Natura 2000-Gebiet „Obere Mähder“ ©Umweltbüro Grabher
Marktgemeinde ist vorbildlich in Naturschutz und Lebensraumaufwertung.

Lustenau. Seit Erstellung des ersten Biotopinventars im Jahr 1987 ist Lustenau Vorzeigegemeinde in Sachen Naturschutz und Lebensraumaufwertung. Schon 1989 wurden 60 ha wertvolle Streuwiesen im Naturschutzgebiet „Gsieg – Obere Mähder“ unter Schutz gestellt. Nicht zuletzt als Folge des Biotopinventars wurde in Lustenau als einer der ersten Gemeinden des Landes 1988 die Stelle eines Umweltbeauftragten geschaffen, die von DI Rudolf Alge wahrgenommen wird. Sie wurde in den Bereichen Grünraumgestaltung, Abfallwirtschaft, Luftreinhaltung, Energie, Klimaschutz und Mobilität weiterentwickelt. Dank 25 Jahren erfolgreichem Naturschutz und Landschaftsentwicklung werden Lustenaus Umweltaktivitäten heuer in der Österreich-Zeitschrift des Naturschutzbundes als Vorarlberger Vorzeigebeispiel gewürdigt.

Wiesenvogelzentrum

Die Talmoore im Vorarlberger Rheintal besitzen gemeinsam mit dem Rheindelta herausragenden Wert als Lebensraum einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. Sie sind das wichtigste Brutgebiet für Wiesenvögel im gesamten Bodenseeraum und weit darüber hinaus: Allein der Brutbestand von Bekassine, Großem Brachvogel und Kiebitz entsprach bislang dem der gesamten benachbarten Schweiz. Für den stark bedrohten Kiebitz hat Lustenau besondere Bedeutung, hier brüten über zwei Drittel des gesamten Vorarlberger Bestandes. Auch das überregional bedeutsame Natura 2000-Gebiet „Gsieg – Obere Mähder“ liegt als wichtiges Glied des Streuwiesen-Biotopverbundes Rheintal auf Lustenauer Gebiet. Im 1989 eingerichteten Naturschutzgebiet wurden Kleingewässer angelegt, intensiv genutzte Flächen von der Gemeinde erworben und bis auf ein einziges Feldstück extensiviert. Mit 60 von 73 ha beträgt der Streuwiesenanteil 82 Prozent. 44 Prozent des Gebiets sind Eigentum der beiden Schweizer Ortsgemeinden Widnau und Schmitter. Durch Ankäufe konnte Lustenau den Flächenanteil auf 23 Prozent erhöhen, sodass sich nun mehr als zwei Drittel in öffentlichem bzw. halböffentlichem Eigentum befinden. Die Gemeinde hat wissenschaftliche Erhebungen zur Erfolgskontrolle beauftragt und in Form einer Gebietsmonografie veröffentlicht. Seit Erstellung des Biotopinventars setzt sich die Gemeinde für Erhalt und Aufwertung ihrer Lebensräume ein und hat sich im Umweltleitbild 2008 zum Ziel gesetzt, die Riedlandschaft als Natur-, Landwirtschafts- und Naherholungsgebiet zu erhalten und die Artenvielfalt zu schützen. Dass diese Bemühungen von Erfolg gekrönt sind, zeigt die aktuelle Biotopflächenbilanz, wonach bezogen auf den Streuwiesenanteil von 1988 mit 127,8 ha ein Gesamtzuwachs an Biotopflächen (inkl. Extensivierungsflächen) von über 50 ha auf 177,9 ha zu verzeichnen war. Der Wert entspricht rund acht Prozent der Gemeindefläche – beachtlich im dicht besiedelten Agglomerationsraum Rheintal mit 250.000 Einwohnern.

Breite Zusammenarbeit

Das Umweltreferat lege hohen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Akteuren und „unterstützt Naturschutzorganisationen, wie den Ornithologischen Verein ‚Die Drossel‘ – der einzige ornithologische Ortsverein Westösterreichs, der auch ein großes vereinseigenes Naturschutzbiotop betreut – den Naturschutzbund Vorarlberg sowie interessierte Grundbesitzer bei Naturaufwertungen“, betont Umwelt-Gemeinderat Mag. Thomas Mittelberger. Auf Grundlage eines Landschaftsentwicklungskonzeptes konnten im Süden Lustenaus in den letzten Jahren über zehn Kilometer senkrechte Gräben abgeflacht werden. Diese übersteilen, bis zu zwei Meter tiefen Gräben waren immer wieder Todesfallen für Wildtiere, Rinder und Pferde.

Den 20-Jahre-Jubiläums-Umweltpreis erhielten Anfang 2012 für das Projekt „Gemeinsam für den Kiebitz – Lebensraumaufwertung Schweizer Ried“:
1. Der Ornithologische Verein „Die Drossel“ und der Naturschutzbund Vorarlberg als Koordinatoren,
2. die Gemeinden Widnau, Schmitter und Au mit deren Landwirten,
3. die örtliche Jägerschaft.

Die Gemeinschaft hat sich eine Leitart, den Kiebitz, ausgewählt. Er gehört in Vorarlberg zu den aussterbenden Brutvögeln. Es wurde in einem Wiesenbrüterprogramm die Situation erhoben. Im Schweizer Ried in Lustenau wurden Lebensräume aufgewertet, was beim Kiebitz Erfolge nach sich zog. So hat sich 2010, verbunden mit günstiger Witterung, ein Bruterfolg eingestellt: 176 von 189 flüggen Kiebitzen stammen aus den Lustenauer Riedgebieten. „Man darf von einer erfolgreichen Kooperation sprechen“, meint der Schweizer Umweltexperte Mario F. Broggi.

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