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20 Jahre Frauen beim Heer: Noch immer eine Minderheit

Seit 1998 gibt es Frauen beim Bundesheer.
Seit 1998 gibt es Frauen beim Bundesheer. ©APA/Themenbild
Am 1. April 1998 rückten die ersten elf Frauen beim Bundesheer ein. Zwanzig Jahre später hat das Heer schon 612 Soldatinnen.

Gemessen an der Gesamtzahl der Soldaten (rund 16.000 ohne Grundwehrdiener) ist das noch immer eine Minderheit. Vor allem in den letzten Jahren hat es aber einen überdurchschnittlichen Anstieg gegeben, und zwar um 55 Prozent seit Jänner 2016.

Das gestiegene Interesse zeigt sich auch an einer anderen Zahl: Im Jahr 2017 nahmen noch rund 64 Frauen an der Kaderanwärterausbildung teil, mittlerweile sind es fast doppelt so viele (112).

Zahl der Soldatinnen 1998 bis 2018; Soldatinnen 2018 nach Bundesländern.

Zahl der Soldatinnen 1998 bis 2018; Soldatinnen 2018 nach Bundesländern.

511 der 612 Soldatinnen haben ein Dienstverhältnis, 95 sind im Ausbildungsdienst, sechs im Auslandseinsatz. Die höchstrangige Soldatin ist Brigadier. Die meisten Soldatinnen (185) sind im Unteroffiziersrang, 64 sind Offiziere.

13 Vorarlberger Soldatinnen

Nach Bundesländern betrachtet gibt es mit 150 die meisten Soldatinnen in Niederösterreich, gefolgt von Oberösterreich mit 104. Die Steiermark zählt 88 Frauen in Bundesheer-Uniform, in Salzburg sind es 77 und in Kärnten 74. Tirol hat 41 Soldatinnen, in Wien sind es 50. Die kleinen Bundesländer Vorarlberg und das Burgenland zählen 13 bzw. 15 weibliche Militärs.

Die körperlichen Anforderungen an Frauen, die Karriere beim Bundesheer machen wollen, unterscheiden sich von jenen für Männer. Bei der Eignungsprüfung für den Ausbildungsdienst sind beispielsweise mindestens acht Liegestütze erforderlich, Männer müssen mindestens 15 schaffen, beim Standhochsprung sind für Frauen mindestens 28 Zentimeter erforderlich, für Männer 37. Weibliche Anwärter müssen zudem mindestens sechs Klimmzüge im Schräghang können, Männer zehn. 2.400 Meter müssen Frauen in längstens 14.51 Minuten laufen, Männer in 13.45 Minuten. Ein Deutsch-Test ist als sogenanntes “K.o.-Kriterium” ebenfalls Teil der Eignungsprüfung.

Absolute Gleichberechtigung herrscht zwischen den Geschlechtern bei der Entlohnung. Im Ausbildungsdienst beginnt man als Rekrut mit knapp über 1.000 Euro netto monatlich. Hinzukommen kostenlose Bereitstellung von Unterkunft und Verpflegung, Freifahrt zur Kaserne sowie Familien- und Wohnbeihilfe, wenn die Anspruchsvoraussetzungen vorliegen.

(APA)

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