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16.000 Euro bei Überfall auf Wettlokal erbeutet

Der Täter trug eine hellblaue Kapuzenjacke.
Der Täter trug eine hellblaue Kapuzenjacke. ©Polizei
Hohenems - Mit Stein auf Mitarbeiterin eingeschlagen. Inhaber hat den Raub „verschlafen“.
Bilder der Videoüberwachung

Montag. 6.06 Uhr. Es dämmert bereits, als es an der Hintertüre klopft. Die Mitarbeiterin des Wettcafes in Hohenems ist allein im Lokal und öffnet die Tür. Vor ihr steht ein Mann. Er erklärt ihr kurz, dass er in der Nähe arbeitet und gerade Pause macht. Er bittet um einen Kaffee und Zigaretten. Die gutgläubige Angestellte willigt ein und lässt ihn durch die Hintertüre eintreten. Er bleibt im Thekenbereich stehen. Hält den Kopf gesenkt. Die 25-Jährige geht zum Zigarettenautomat und gießt dem unbekannten Gast Kaffee in einen Becher.

Platzwunde an der Stirn

Dann dreht sie sich um und wird plötzlich zu Boden gerissen. Der Mann schlägt mit einem faustgroßen Stein auf ihren Kopf ein. „Mehrmals. Der wollte sie wirklich schwer verletzen. So etwas habe ich noch nie gesehen“, berichtet der Inhaber der Sportsbar nach der Durchsicht der Überwachungsbänder gegenüber den VN. Die junge Frau bleibt blutend und mit einer Platzwunde an der Stirn liegen. Er greift in die Kasse. Immer wieder. Nimmt die Geldscheine heraus und packt sie in eine schwarze Kunststofftasche. „Er hat rund 16.000 Euro mitgehen lassen“, summiert der 38-jährige Inhaber. Danach flieht der Täter zu Fuß in Richtung Hohenems. Die Angestellte muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Eine sofort eingeleitete Alarmfahndung der Polizei bleibt erfolglos. 

Schlechtes Gewissen

Dabei hatte der Täter großes Glück. „Normalerweise lassen wir niemanden zur Hintertüre rein. Nicht einmal Stammgäste. Aber das wusste meine gute Freundin nicht. Sie sollte nur kurz die Stellung halten, bis ich wieder da bin.“ Der 38-Jährige hatte um eine kurze Pause gebeten. Er war seit Donnerstag fast durchgehend im Lokal anwesend und wollte sich zu Hause frisch machen. „Ich habe mich nur kurz hingelegt. Dann bin ich eingeschlafen“, erklärt er mit sichtlich schlechtem Gewissen gegenüber der Bekannten. „Eigentlich hätte ich da sein sollen. Nicht sie. Dann wäre das auch gar nicht passiert“, ist sich der kräftige Mann sicher.Außerdem konnte der Täter die „einzig wunde Stelle“ des Lokals für sich nutzen: die Hintertür. Am Vordereingang hätten ihn unzählige Kameras gefilmt – eine massive Tür mit Klingel- und Gegensprechanlage hätten ihm zusätzlich den Weg versperrt.

Großzügige Belohnung

Der 38-Jährige ist nach dem Überfall nur froh, dass es seiner Freundin wieder besser geht. „Sie steht zwar immer noch unter Schock. Aber sie ist wieder daheim.“ Über den Verlust des Geldes kann er zudem hinwegschauen.Das einzige was jetzt noch für ihn zählt, ist die Inhaftierung des Täters: „Demjenigen, der den entscheidenden Hinweis zur Festnahme liefert, werde ich eine großzügige Belohnung zukommen lassen. Und zwar die Hälfte der sichergestellten Beute.“ Die andere Hälfte möchte der Sportsbar-Inhaber dann an eine gemeinnützige Vereinigung spenden.

(VN/ Heyer)

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