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14-Jähriger erpresste Mitschüler

Feldkirch - Ein Bub musste seinem Opa 1450 Euro stehlen, um einen gewaltbereiten Erpresser zufriedenzustellen.

Immer wieder drohte der Höchster seinen Mitschüler zusammenzuschlagen, falls er nicht bezahle. Nun landete der Jungganove auf der Anklagebank des Landesgerichts. Die ersten Erpressungsaktionen beging der junge Mann bereits mit 13. Damals war er noch nicht strafmündig. Die Taten, die er dann mit 14 beging, wurden ihm nun zum Verhängnis. Insgesamt acht Mal setzte er seinen Klassenkameraden und einstigen Freund unter Druck. „Gib mir das Geld, sonst schlag ich dich zusammen!“, befahl der kindliche Angeklagte, der im Prozesssaal recht verloren wirkt. Der Mitschüler musste seinem Großvater Geld stehlen. Sein eigenes Geld reichte nicht, um die Teilzahlungen zwischen 50 und 400 Euro zu begleichen.

Angst

„Ich weiß wie er ist, wenn er beim Fußballspielen verliert“, erzählt das Opfer von den Wutausbrüchen und dem Jähzorn des Kontrahenten. Deshalb fürchtete er sich. Er traute sich nicht den Eltern zu erzählen, dass er seinen Opa bestohlen hatte. „Ich schämte mich“, so der Bub. Vor Richterin Angelika Prechtl-Marte behauptet der Angeklagte, das Opfer habe ihm Geld gegeben, um sein bester Freund sein zu dürfen. Das dementiert der Erpresste. Der Bedrohte hat genau Buch geführt, wann er welche Beträge bezahlte. Das erleichtert das Beweisverfahren. Es besteht kein Zweifel, dass er die Wahrheit sagt. Als Draufgabe klaute der Verhaltensauffällige dem leidgeplagten Mitschüler noch seine Malstifte. Ausnahmsweise wird die Angelegenheit mittels Diversion geregelt. 300 Euro hat der Jungganove bereits ­zurückgegeben. Den Rest werden seine Eltern gutmachen. Er selbst wird zu 50 Stunden Sozialleistungen verdonnert. Das heißt Mülleimer lehren, Hof fegen oder andere nützliche Arbeiten verrichten. Dafür ist er nicht vorbestraft. ­Arbeitet er die Stunden nicht ab, dann geht das Verfahren weiter und er wird verurteilt. Der junge Mann scheint zu verstehen, dass dies seine letzte Chance ist. Den Schulhof hat er bereits geputzt und in letzter Zeit verhält er sich ordentlich. Ob die Staatsanwaltschaft dieser Lösung zustimmt ist noch offen

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