08. – 10. August: Die letzte Etappe auf dem Weg nach Rom

Die letzte Etappe seines Weges nach Rom hat Peter Mayr ganz besonders genossen und berichtet von wunderschönen Wegen, gutem Wetter und seiner Vorfreude auf Rom!

08. August 2014                                                 TAG 52

Strecke: Viterbo – Ronciglione – Sutri

Streckenlänge: 32,5 Kilometer                        Gehzeit: 7h27min

Aufstieg: 783 m                        Abstieg: 810 m

Wir starteten heute um 05:25 Uhr zu unserer letzten großen Etappe. Heute hatten wir wieder mal das Glück schon so früh am Morgen ein richtiges Frühstück zu bekommen, somit waren wir gestärkt für den Weg.
Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, nach Sutri zu kommen. Eine Variante, die etwas länger ist, führt über die Schnellstraße. Hier muss man weniger Höhenmeter machen. Die zweite Variante geht über einen kleineren Berg. Wir, oder besser gesagt ich, entschied mich für die zweite Variante. Antonia hat es zwar nicht so mit Bergen. Sie hatte schon seit 3 Tagen nur mehr von dieser schwierigen Etappe gesprochen. Ich habe versucht, ihr die Angst zu nehmen, was mir aber nicht zu 100 Prozent gelang. Laut meinem Pilgerbuch geht es zwar aufwärts, aber nie extrem steil. Für mich ist es einfach wichtig, abseits der Straßen zu marschieren. Wir verließen Viterbo durch die Porta Romana. Es ging zuerst aufwärts auf einer Landstraße. Danach bogen wir ab auf einen schmalen Pfad, der uns immer weiter bergaufwärts brachte. Als wir die erste Anhöhe erreichten hatten wir einen wunderbaren Blick auf den Lago di Vico. Danach führte uns der Weg kurz bergab, bevor es wieder aufwärts ging durch einen schönen Laubwald in Richtung Monte Fogliano. Der Weg war wunderschön. Kurz nach 10:00 Uhr hatten wir den höchsten Punkt des heutigen Tages erreicht. Auch Antonia konnte es kaum fassen. Sie dachte, sie müsste noch zwei weitere Stunden aufwärts laufen. Dementsprechend euphorisch marschierte sie bergab. Der Weg war weiterhin wunderschön. Es ging entlang von abgemähten Feldern und Haselnussplantagen. Wir erreichten den Ort Roncigione gegen 11:30 Uhr. Hier machten wir eine längere Pause. Danach ging es für uns 6 Kilometer auf einer Landstraße weiter nach Sutri. Wir kamen auf der Landstraße natürlich sehr zügig vorwärts, sodass wir schon um 13:30 Uhr Sutri erreichten. Wir bezogen unsere Herberge, danach suchten wir ein nettes Lokal um essen zu gehen. Jetzt sind es nur noch 3 Gehtage und knapp 65 Kilometer bis Rom! Das Gute ist, dass ich heute wieder völlig schmerzfrei unterwegs war. Hoffentlich bleibt das so!

amLagodiVico
amLagodiVico

Am Lago di Vico.

einKunstwerk
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Ein Kunstwerk.

Haselnussplantagen
Haselnussplantagen

Haselnussplantagen.

inSutri
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In Sutri.

WelcheRichtungnehmenwir
WelcheRichtungnehmenwir

Welche Richtung nehmen wir?

 

09. August 2014                                                 TAG 53

Strecke: Sutri – Monterosi – Campagnano di Roma

Streckenlänge: 25,5 Kilometer                        Gehzeit: 6h05min

Aufstieg: 315 m                        Abstieg: 346 m

Gestern Nachmittag besichtigte ich noch die Kathedrale Santa Maria Assunta. Das besondere an dieser Kathedrale ist, dass sie auf einer frühchristlichen Kirche im 12. Jahrhundert erbaut und später erweitert wurde. Man kann auch die alte Krypta besichtigen, die sehr eindrucksvoll ist. Den restlichen Nachmittag verbrachte ich beim gemütlichen Ruhne.
Antonia und ich starteten unseren Weg heute um 5:20 Uhr. Es war angenehm kühl am Morgen. Leider dauert dieser Zustand nicht lange, die Sonne geht so gegen 06:10 Uhr auf. Danach ist es immer sehr schnell heiß, die Temperaturen klettertern auf circa 36° C. Der Weg führte uns am alten Amphitheater vorbei. Laut meinem Pilgerführer sollten wir heute eigentlich sehr viel entlang der Schnellstraße laufen. Weit gefehlt. Man hat in den letzten Jahren sehr viel unternommen um die Via Francigena sicherer zu machen. Natürlich bedeutet dies Mehrkilometer für uns Pilger, dafür wandert man auf wunderschönen Wegen. Wir mussten heute nur für ungefähr 300 Meter an der Via Cassia entlanggehen. Für mich traumhaft schön, Antonia hatte ihre Bedenken. Ihr wäre der schnellere Weg ab und zu doch lieber. Ich habe vor meiner Pilgerreise einige Bücher über diesen Weg gelesen. Fast immer waren Schilderungen dabei, wie gefährlich gerade dieser Abschnitt ist. Weit gefehlt, natürlich sollte man diesen Weg auch nutzen. So wanderten wir heute wieder entlang von Haselnussplantagen, Feldern und Wiesen. In Monterosi machten wir eine längere Pause. Wir besichtigten die kleine Kirche im Ort und kamen noch zu den letzten Minuten eines Gottesdienstes. Danach stempelte der Pfarrer unseren Pilgerpass ab und wünschte uns alles Gute für die restlichen Kilometer nach Rom. Auch der weitere Weg nach Campagnano di Roma ist mittlerweile wunderschön. Man umgeht weiträumig die Schnellstraße, zum Schluss geht man durch einen „Parco Naturale Regionale“, ein wunderbares Naturreservat, das wir durchwanderten.
Die letzten Meter waren noch anstrengend, es ging von dem Park steil bergauf nach Campagnano die Roma. Dort angekommen bezogen wir unser Quartier. Heute Nachmittag steht wieder Faulenzen am Programm. Morgen geht es nach La Storta, ich bin gespannt, ob es auch hier schon einen neuen Weg gibt.

daseinsameHaus
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Das einsame Haus.

dieKathedraleSantaMariaAssunta
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Die Kathedrale Santa Maria Assunta.

dieKryptainderKathedraleSantaMariaAssunta
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Die Krypta in der Kathedrale Santa Maria Assunta.

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esgehtaufwaertsnachCampagnodiRoma

Es geht aufwärts nach Campagno di Roma.

ueberderHaselnussplantagegehtdieSonneauf
ueberderHaselnussplantagegehtdieSonneauf

Über der Haselnussplantage geht die Sonne auf.

 

10. August 2014                                                 TAG 54

Strecke: Campagnano di Roma – Fornello – La Storta – La Giustiniana

Streckenlänge: 26,8 Kilometer                        Gehzeit: 6h00min

Aufstieg: 472 m                        Abstieg: 594 m

Gestern Nachmittag war ich richtig müde. Ich wachte erst so gegen 18:15 Uhr wieder auf. Ich denke, ich brauchte den Schlaf, wenn gleich ich dafür diese Nacht natürlich schlecht schlief.
Antonia und ich machten uns wie gewohnt um 5:30 Uhr auf den Weg. Beziehungsweise wir wollten uns auf den Weg machen. Wir verließen unsere Herberge, jedoch standen wir im Hof vor einem kleinen Problem. Die Hofeinfahrt war mit einem Tor verschlossen. Das hatte man uns leider am Tage zuvor nicht gesagt. Wir hatten aber das Glück, dass es im Hinterhof ein zweites Tor gab, das man mit einer kleinen Klettereinlage überwinden konnte. So konnten wir uns doch fast so früh wie gewohnt auf den Weg machen. Lazio zeigte sich auch heute wieder von der schönsten Seite. Ich finde, nicht nur die Toskana ist schön, auch Lazio hat viel zu bieten. Mein Wunsch von gestern wurde auch heute erfüllt. Wir mussten lediglich die letzten 3 Kilometer auf der Schnellstraße marschieren. Der Weg führte uns zuerst nach Fornello. Wir erlebten einen wunderbaren Sonnenaufgang. In Fornello waren gerade große Festvorbereitungen im Gange. Heute ist das große San Lorenzo Fest, wie uns der Barchef erklärte, bei dem wir unsere erste Rast machten. In Fornello bekamen wir auch wieder unseren ersehnten Pilgerstempel. Danach ging es auf einem Pfad weiter in Richtung La Storta. Wir passierten wunderschöne Hohlwege, der heutige Höhepunkt war aber sicherlich die Bachüberquerung. Nicht, dass es schwierig war, aber für uns war es eine kleine Erheiterung. Danach ging es wie zumeist an jedem Tag zum Schluss steil bergauf in Richtung La Storta. Hier am Ortseingang machten wir in einer kleinen Bar unsere zweite Pause. Danach hieß es 3 Kilometer Asphalt treten bis La Giustiana. Wir kamen aber sehr schnell vorwärts und erreichten unsere Herberge gegen 12:30 Uhr. Wir stehen 12 Kilometer vor Rom. Heute Nachmittag werde ich meine Stirnlampe laden. Wir möchten morgen gegen 05:00 Uhr starten. Da es auf der Schnellstraße nach Rom geht, ist es für uns sicherlich besser, noch früher zu gehen, um möglichst wenig in den Berufsverkehr zu kommen. Natürlich wäre es möglich gewesen, heute schon bis Rom zu pilgern. Ich bevorzuge es aber immer, am letzten Tag nur wenige Kilometer zu gehen. Erstens kommt man früh an, und zweitens kommt man auch relativ ausgeruht an. Ob ich heute gut schlafen werde? Ich denke nein! Ich kenne das von meinen Wegen zuvor, die Anspannung ist doch ziemlich groß. Ich habe keinerlei Erwartungen auf morgen, es wird eben ein anderes Ankommen sein als in Santiago de Compostela. Santiago ist eine fröhliche Stadt. Im Durchschnitt kommen dort jeden Tag 590 Pilger an. Am Petersdom in Rom sind es lediglich 10 Pilger. Dass das eine andere Stimmung ist, ist klar. Ich freue mich trotzdem schon sehr darauf!
durchdenHohlweg
durchdenHohlweg

Durch den Hohlweg.

einschoenerTagbeginnt
einschoenerTagbeginnt

Ein schöner Tag beginnt.

Fotoshooting
Fotoshooting

Fotoshooting :-)

Fruehstück
Fruehstück

Frühstück.

hiergehtmangerne
hiergehtmangerne

Hier geht man gerne.

ichglaubeLazioliebtuns
ichglaubeLazioliebtuns

Ich glaube Lazio liebt uns!

 

 

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