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Nur die Größe zählt: „Maquette“ im Game-Test

©Ländlegamer / VOL.AT
Willkommen in der „rekursiven Welt“: In diesem Puzzle-Game wird die Realität verbogen!

(PC, PS4/PS5) Was heißt „rekursiv“? Antwort: „Die Regeln, nach denen ein Produkt erzeugt wird, können auf dieses Produkt von Neuem angewandt werden.“ In „Maquette“ spielt sich das in verschiedenen Größenversionen ab. Heißt: Man steht in einem Gebäude – direkt vor einem Modell des Gebäudes. Dieses Modell ist allerdings tatsächlich das Gebäude in dem man steht. Das wirkt zwar wie eine schräge KUB-Ausstellung, hat aber auch bizarre Auswirkungen: Legt man ein Objekt vor das Modell-Gebäude, taucht es überdimensional auch vor dem Gebäude auf, in dem man sich befindet. „Maquette“ baut um diese innovative Idee einer „rekursiven Welt“ jede Menge Puzzles, bei denen man „um die Ecke“ in mehreren Dimensionen denken muss.

Konkret bewegt man sich recht linear von einem physikalischen Rätsel zum nächsten. Die Aufgabenstellungen drehen sich zwar stets um die rekursive Mechanik, variieren aber immer genug, damit man neu denken muss. Die Steuerung funktioniert dabei tadellos, allerdings: Mehr als herumlaufen, Objekte aufnehmen/hinlegen und Schalter drücken ist ohnehin nicht gefordert.

Die Umgebungen stechen dabei zauberhaft und bunt ins Auge und sind zwar sehenswert, aber leider auch etwas statisch. Denn außer den wenigen Rätselobjekten lässt sich nichts manipulieren. Zeitweise fühlt sich das Game deshalb wie ein „Walking Simulator“ an, bei dem es abseits der Aufgaben zu wenig zu entdecken gibt. Mehr gibt dafür das Sound-Design her, von der stimmigen Hintergrund-Geräuschkulisse bis hin zu den Effekten der fallenden großen/kleinen Gegenstände.

Zusammengehalten wird das Gameplay von einer charmanten, aber auch etwas vorhersehbaren Geschichte einer Liebesbeziehung. Erinnerungen eines Paares werden entlang der Stationen der einzigartigen, wenige Stunden langen Reise freigeschalten.

Fazit: „Maquette“ ist ein hübscher Puzzle-Spielplatz für eine spannende und außergewöhnliche Gameplay-Idee. Schade nur, dass man deutlich mehr daraus machen hätte können, als es hier der Fall ist. Die Herausforderungen nutzen die rekursive Welt nicht vollends aus und verlieren im Laufe der ohnehin kurzen Spielzeit etwas an Reiz. Dafür hält die nette Story SpielerInnen trotzdem bis zum Schluss bei der Stange.

(VOL.AT)

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