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"Zukunftschancen für Generationen sichern"

Juryvorsitzender Adi Gross
Juryvorsitzender Adi Gross ©Sascha Schmidt
Klimaschutzpreis 2012: Juryvorsitzender Adi Gross über den Klimaschutzpreis und das Erfordernis, dass alle Menschen ihren Beitrag leisten.

 Startschuss für den VN-Klimaschutzpreis 2012: Bereits zum dritten Mal rücken die VN Projekte engagierter Leser vor den Vorhang. In fünf Kategorien werden Klimaschutz-Ideen mit Vorbildwirkung gesucht. Bewerben können Sie sich bereits heute für den VN-Klimaschutzpreis 2012.


Der VN-Klimaschutzpreis wird heuer zum dritten Mal vergeben. Welche Bedeutung hat dieser Preis in einem Land, das sich die Energieautonomie auf die Fahnen geheftet hat?

GROSS: Energieautonomie ist eine hoch ambitionierte Form des Klimaschutzes und nur erreichbar, wenn wir das als gemeinsame Aufgabe verstehen. Es geht nur, wenn alle ihren Beitrag leisten und damit verbunden, andere Haltungen und Zugänge entstehen. Da braucht es schlichtweg alle Menschen dazu. Darüber zu berichten, dass es Beispiele gibt, hilft natürlich, dass das Thema bei den Menschen präsent ist. Und man sieht, dass es schon sehr viele Ideen gibt. Man muss nicht auf große und neue Erfindungen warten.

Welchen Beitrag kann jeder Einzelne leisten, um oben erwähntes Ziel der Energieautonomie zu erreichen?
GROSS: Die Politik kann respektive muss Rahmenbedingungen setzen – das ist ihre Aufgabe. Aber letztlich müssen wir handeln. Und das jenseits von klassischen Energiespartipps wie eine Lampe auszutauschen – das soll man tun, keine Frage. Aber es ist wichtig, dass man versteht, dass die Bürger die Träger der Veränderung sind. Man darf es vor allem nicht unterschätzen: Wenn man sich verändert, verändert man alle Menschen in seinem Umfeld. So funktioniert eine Gemeinschaft.

Kann eine Auszeichnung wie der VN-Klimaschutzpreis die Motivation zum Handeln stärken?
GROSS: Natürlich. Es ist wichtig zu sehen, dass es Menschen gibt, die etwas tun. Das ist eine Ideengemeinschaft die wächst. Es ist erforderlich, Perspektiven aufzuzeigen. Jede Initiative in diese Richtung ist wichtig.

Energieautonomie 2050: Was heißt das konkret?
GROSS:
Das heißt zunächst eine Perspektive, die vermittelt, dass wir ein Leben führen können, das gut ist und alles, was uns wichtig ist, auch erfüllen kann – aber keinen Schaden anrichtet. Für mich ist die wichtigste Motivation, dass wir die Zukunftschancen für die kommenden Generationen sichern. Dahinter steckt natürlich auch eine technische Hilfestellung: Erzeugen wir doch so viel Energie aus erneuerbaren Energieträgern in Vorarlberg, wie wir tatsächlich benötigen. Das heißt auch Eigenständigkeit und stabile Energiepreise. Ohne Öl und Gas zu leben und zu wirtschaften ist einfach etwas anderes.

Sind wir auf gutem Weg?
GROSS:
Der Zeitraum ist sehr kurz bemessen, die Voraussetzungen sind jedoch gut. Es gibt einen Regierungsbeschluss, einen konkreten Plan. Es wird jetzt zunächst darauf ankommen, dass wir die 2020-Ziele erreichen. Das müssen wir, sonst wird es schwierig werden.

Auch wenn Vorarlberg eine Vorreiterrolle einnimmt: Der Klimawandel ist ein globales Phänomen, das auch global in den Griff bekommen werden muss. Was bringt also das Handeln im Kleinen?
GROSS:
Wir haben eine Verantwortung. Im doppelten Sinne. Zum einen sind wir große Ressourcenverbraucher. Die Menschen in den Industrieländern sind die Hauptverursacher, und letztlich folgt vieles auf der Welt diesem Konsummodell. Wenn wir nicht zeigen, dass es anders geht – mit allen Möglichkeiten, die wir haben: Ja bitte, wer dann? Zum anderen ist es einfach schlauer, weniger Ressourcen zu verbrauchen und die Abhängigkeit zu reduzieren. Es gibt doch gar keine Alternative. Deshalb ist es besser, das bewusst zu tun – und möglichst sozial gerecht.

Immer mehr Menschen in Vorarlberg sind armutsgefährdet, die Zahl der Anträge für einen Heizkostenzuschuss steigen. Für die notwendigen Investitionen in eine Energiewende fehlt gerade im Privaten oftmals das Geld. Wo kann man hier ansetzen? GROSS: Diese Frage kann man nicht von den Rahmenbedingungen trennen. Es zeigt aber, dass – gerade wenn wir uns nicht überwinden zu handeln – die sozialen Probleme verschärft werden. Geringerer Ressourcen- und Energieverbrauch bringt auch geringere Kosten und somit soziale Stabilität.

 

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