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„Wir wollen kein Fleisch aus Tierquäler-Betrieben!“

Bilder wie dieses aus Vorarlberger Mastbetrieben gingen vergangenen Sommer durch die Medien.
Bilder wie dieses aus Vorarlberger Mastbetrieben gingen vergangenen Sommer durch die Medien. ©VGT von anonym
Schwarzach - Ein halbes Jahr ist nun vergangen, seit Tierschützer die skandalösen Zustände in Vorarl berger Schweinezuchtbetrieben aufgedeckten. WANN & WO ist der Frage nachgegangen, wie die Situation heute aussieht und was jeder Einzelne tun kann, um Tierleid zu verhindern.
Diese Bilder sorgten für einen Skandal

„Es gibt Betriebe, die einer artgemäßen Tierhaltung nahekommen, und solche, die trotz aller Kritik und grausamer Haltung weiterhin an große Supermarktketten liefern! Der Fleischverarbeiter efef hat vor ein paar Monaten Konsequenzen gezogen und einen Lieferanten gesperrt“, schildert David Richter vom Verein gegen Tierfabriken (VgT) die Vorgänge nach der Aufdeckung des sogenannten „Schweinezuchtskandals“. Richter, der sich im vergangenen Jahr selbst bei Lokalaugenscheinen ein Bild einiger Schweinemastbetriebe in Vorarlberg gemacht hat, berichtet weiter, dass nicht jeder Betrieb Konsequenzen gezogen hat: „Ein ebenso betroffener Schlacht- und Verarbeitungsbetrieb hat damals aber überhaupt nicht reagiert. Und das Fleisch aus den Tierquäler-Betrieben könnte nach wie vor im Supermarkt liegen. Aus diesen Gründen kann und möchte ich keine eindeutigen Empfehlungen abgeben, wo man Fleisch aus sauberer Haltung erhält.“Lage etwas besser Gesetzliche Auflagen würden nun eher erfüllt werden, insgesamt habe sich die Situation in den Zuchtbetrieben sichtlich verbessert. Durch die heftigen Reaktionen aus der Öffentlichkeit wären der Politik und der Bauernschaft die Probleme bewusst geworden. Kurz nach dem Skandal hätten sich einige Betriebe bemüht, optimale Bedingungen für die Tiere herzustellen, wie beispielsweise Stroh einstreu in Liegebereichen. Ob und wie weit Verbesserungen konsequent umgesetzt wurden, davon werde sich der VgT in den kommenden Monaten selbst überzeugen. Richter: „Wir werden unser Kommen den Landwirten ankündigen, allerdings sehr kurzfristig, damit wir der Öffentlichkeit ein ehrliches Bild vermitteln können.“

Das Bekanntwerden der katastrophalen Missstände in den heimischen Mastbetrieben habe auch zu einem Umdenken bei den Vorarlberger Bürgern geführt, sagt Daniela Lais, Mitarbeiterin der Veganen Gesellschaft Österreich und Mitorganisatorin der Veranstaltung „Veganmania“: „Bei mir auf dem Tisch landen sehr viele Anfragen bezüglich pflanzlicher Ernährung. Viele Menschen haben nach dem ‚Schweineskandal‘ die ‚Veganmania‘, das vegane Sommerfest im vergangenen September in Bregenz, besucht und zum ersten Mal rein pflanzliche Produkte ausprobiert. Sie waren einfach nicht damit einverstanden, was sich da abspielt. Es haben sehr viele Leute auf vegetarisch umgestellt. Diejenigen, die bereits vegetarisch lebten, haben sich sogar für eine vegane Lebensweise entschieden.“

Das Kreuz mit dem Siegel

Zahlreiche Gütesiegel sind auf Verpackungen von Fleischprodukten zu finden, jedoch würden diese nicht immer das Wohl der Tiere in den Betrieben garantieren. Tierschützer David Richter appelliert an die KonsumentInnen, sich nicht blenden zu lassen: „Gütesiegel sind oft weniger wert, als man denkt. Ein Beispiel: Wenn ich damit zufrieden bin, dass das Schwein in einer österreichischen Intensivtierhaltung gelebt hat, dann ist das AMA-Gütesiegel ausreichend. Möchte ich aber Schweinefleisch ohne schmerzhafte Eingriffe von Tieren mit Stroh und Auslauf, dann bringt mir dieses Siegel gar nichts. Und wenn ‚Bauernhofgarantie‘ auf der Packung steht, dann heißt das keinesfalls, dass das Fleisch auch von einem Bilderbuchbauernhof kommt. Hier konnte der VgT schon extreme Tierquälereien aufdecken!“ Es gebe aber durchaus auch Gütesiegel, die halten, was sie versprechen, so Richter weiter: „Am wertvollsten sind die Bio-Siegel. Denn hier werden auch die Tierschutz-Kriterien berücksichtigt!“

Richter hat auch noch weitere nützliche Tipps für KonsumentInnen, denen das Wohl der Tiere am Herzen liegt: „Das Wichtigste ist, konsequent zu sein und das zu tun, was man selbst für richtig hält. Damit wäre schon sehr viel getan. Ich möchte nicht, dass Schweine unnötig leiden? Dann kauf ich eben ausschließlich und zu 100 Prozent Bio-Fleisch. Und das nicht nur ab und zu, sondern immer. Tun mir Tiere leid, wenn sie geschlachtet werden? Dann esse ich sie nicht mehr! Und zwar nie mehr!“ Richter räumt jedoch ein, dass das nicht immer ganz einfach ist. Vor allem, da das Leben des modernen Menschen großteils durch Werbung manipuliert wird. „Werbung belügt uns jeden Tag. Das besonders Schlimme daran ist, dass wir das Gepriesene so gerne glauben wollen! Wer will heute schon die Wahrheit wissen? Ich wollte es und musste die Konsequenzen daraus ziehen“, sagt Richter, in Anspielung auf seine Erfahrungen als Angeklagter im Zuge der Tierschutzcausa.

„Jeder kann etwas tun …

um das Leid der Tiere zu lindern“, schlägt Daniela Lais in die gleiche Kerbe, „man kann den Fleischkonsum minimieren, aber auch ganz auf Fleisch verzichten und tierische Produkte durch pflanzliche ersetzen. Oft ist das eine größere, aber nicht unmögliche Umstellung. Man ist Dinge von Kindheit an gewohnt. Es ist nicht leicht Gewohnheiten zu ändern, aber durchaus machbar. Die Leute sollen auch das Wort ergreifen und gegen Unrecht aufstehen. Die Zeiten, in denen man sich von „ganz oben“ alles gefallen lassen musste, sind vorbei. Eine Idee ist immer nur so stark, wie die Menschen, die dahinter stehen und dafür arbeiten und wir haben ein tolles Team und fabelhafte AktivistInnen, die ihre Freizeit dafür aufwenden.“

(W&W/ Harald Küng)

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