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„Vorsicht: Rote Zahlen!“

An sechs Infoständen absolvierten die Schüler einen Wissensmarathon.
An sechs Infoständen absolvierten die Schüler einen Wissensmarathon. ©Laurence Feider
Vorsicht: Rote Zahlen

HAK-Maturanten luden zum Info-Tag über Verschuldung bei Jugendlichen.

Dornbirn/Lustenau. Die weltweite Finanzkrise ist in aller Munde. Wie schnell bereits Jugendliche in die persönliche Finanzkrise schlittern können, damit haben sich drei Maturanten der HAK Lustenau im Rahmen ihrer Projektarbeit beschäftigt. Statt sich nur in der Theorie mit Zahlen und Statistiken auseinanderzusetzen, luden Giulia Egger, Philipp Hofer und Simon Unterassinger andere Jugendliche zu einer großen Info-Veranstaltung ins WIFI Dornbirn. Rund 300 Schüler der HTL Dornbirn, des BG Dornbirn, der HAK Lustenau und der Berufsschule Feldkirch nutzten die Chance sich unter dem Motto „Vorsicht: Rote Zahlen“ über Schuldenfallen und den Umgang mit Geld zu informieren.

Eröffnet wurde der Informationstag von Hausherrn Thomas Wachter der das Mikrofon nach kurzen Begrüßungsworten an Peter Kopf, Leiter der Schuldenberatung des IfS, weitergab. Mit einem anschaulichen Beispiel unter Mitwirkung der Ehrengäste Dieter Egger und Bernd Bösch, erklärte Peter Kopf den Jugendlichen das Prinzip der Ver- und Überschuldung. Jährlich werden in Vorarlberg rund 2.500 überschuldete Menschen vom IfS beraten, die Dunkelziffer liegt ca. viermal höher. Am Beispiel des siebzehnjährigen „Styropor-Martin“ eruierte Peter Kopf gemeinsam mit den interessierten Jugendlichen die häufigsten Gründe für Überschuldung. Speziell in den Bereichen Wohnen, Kommunikation und Mobilität tappen Jugendliche häufig in die Schuldenfalle.

Nach Peter Kopf, gab Petra Reicht vom AMS ein kleines Impulsreferat zum Thema Arbeitslosengeld und räumte mit vielen Gerüchten auf. Den gängigen Sprüchen „Wer arbeitslos ist, dem geht es eh gut“ und „wer arbeiten will, findet auch einen Job“ stellte sie die nackten Zahlen gegenüber. 8707 Menschen waren im Dezember 2011 in Vorarlberg arbeitslos gemeldet, doch nur rund 3.500 freie Stellen waren verfügbar. Petra Reicht gab aber auch praktische Tipps und erklärte den Jugendlichen, wo sie sich Unterstützung für die Arbeitssuche holen können.

Nach den Eröffnungs-Vorträgen, konnten die Jugendlichen beim „Wissensmarathon“ ihr Wissen und Gespür für finanzielle Angelegenheiten unter Beweis stellen. „Wir wissen ja selbst, wie es ist, wenn man nur frontal berieselt wird. Mit dem Wissensmarathon wollten wir die Jugendlichen aktiv einbinden, so dass alle vom Infotag etwas für ihr weiteres Leben mitnehmen können“, meinte Giulia Egger. Bei Informationsständen der Partner des Vorarlberger Finanzführerscheins wurden die Schüler über mögliche Verschuldungsgefahren aufgeklärt und mussten gleichzeitig eine Quizfrage beantworten. Beim IfS gab es eine Münzen-Schätzfrage, beim aha ging es um den Internet-Ombudsmann, bei der Hypo gab es ein konkretes Rechenbeispiel, beim AMS eine Frage zum Arbeitslosengeld und auch bei der Raiffeisenbank und der Sparkasse drehte sich alles um rote Zahlen. Auch die Ehrengäste unter ihnen Landesrat Sigi Stemer, Klubobmann Roland Frühstück und Klubobmann Michael Ritsch, Mario Unterassinger (Uniqa), HAK-Direktor Hermann Begle und Andreas Spiegel (Raiffeisenbank Götzis) stellten sich für angeregte Gespräche mit den Schülern zur Verfügung. „Wir möchten uns bei unserer Projektbetreuerin Claudia Wurz, sowie allen Partnern für die tolle Kooperation bedanken. Die große Resonanz unserer Veranstaltung freut uns und ist eine tolle Bestätigung“, resümierte Simon Unterassinger.

VN-Umfrage: Wie wichtig ist das Thema Verschuldung bei Jugendlichen?

Giulia Egger, 18 Jahre, Hohenems (Projekt)
Das Thema Verschuldung von Jugendlichen haben wir gewählt, da wir es als sehr aktuell erleben. Die erste Idee, nur eine Umfrage, Statistik und Analyse zu machen, haben wir schnell fallengelassen. Wir wollten mit unserer Projektarbeit konkret etwas bewegen. Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir daher den heutigen Info-Tag geplant.

Philipp Hofer, 19 Jahre, Höchst (Projekt)
Uns war es ein Anliegen, etwas Sinnvolles zu machen. Auf Jugendliche warten viele Gefahren durch leichtsinnigen Umgang mit Geld. Als häufigste Schuldenfallen sehe ich Handy, Auto, Ausgehen und Straffälligkeiten. Wir haben heute auch Berufsschüler eingeladen, da sie ja schon frühzeitig mit eigenem Geld umgehen lernen müssen.

Simon Unterassinger, 18 Jahre, Lustenau (Projekt)
Wir hatten gehofft, viele Jugendliche zu erreichen, waren aber überrascht, dass der Anklang so groß war. Bis Mitte Januar hatten sich schon rund 300 Schüler angemeldet. Die Planung und Organisation sowie der Ablauf des Info-Tages haben reibungslos geklappt. Bis jetzt haben wir auch sehr positive Feedbacks aller Beteiligten bekommen, wir sind super zufrieden.

Sabrina Weinhandl, 14 Jahre, HTL Dornbirn
Am besten gefallen mir die verschiedenen Stationen und der Wissensmarathon. Wir haben viele konkrete Informationen bekommen. Für mich ist Verschuldung ein wichtiges Thema für Jugendliche, ich denke da z.B. an Handyrechnungen. Wichtig ist meiner Meinung nach auch, wie man von zu Hause aus den Umgang mit Geld lernt.

Tanja Battlogg, 18 Jahre, Berufsschule Feldkirch
Ich finde es toll, dass Maturanten ein solches Projekt machen. Ich bin selbst eher sparsam, habe sogar noch ein Wertkartenhandy, denke aber dass man schnell in eine Schuldenfalle tappt. Oft reicht es, das „Kleingedruckte“ nicht zu lesen. Die Veranstaltung ist informativ und praxisorientiert, an den Info-Ständen wird uns alles leicht verständlich erklärt.

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